Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 16 / 15 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

23. April 2015

Spargel: Die einheimischen Anlieferungen dehnten sich merklich aus. Obwohl das sonnige Wetter die Nachfrage deutlich belebte, gelang eine Leerung der Läger nicht völlig. Die Verkäufer waren daher gezwungen, sukzessive Vergünstigungen zu gewähren. Im Fokus der Kunden stehende dickere Stangen verbilligten sich dabei nicht so stark wie dünnere, die punktuell vernachlässigt wurden.

Spargel

Am Freitag reichten die vorhandenen Mengen in Frankfurt kaum aus, um den Bedarf zu decken. Man verzichtete jedoch auf Verteuerungen, um eine Räumung nicht zu gefährden. In München sanken die Bewertungen lediglich bis Mittwoch; anschließend konnten sie durch ein gesteigertes Interesse konstant gehalten werden. Niederländische weiße Offerten stellten qualitativ eine ernsthafte Alternative zu den deutschen dar. Die Importe aus Griechenland und Spanien wuchsen immens an, sie generierten indes nur gedämpften Zuspruch. Im Segment des Grünspargels komplettierten einheimische Produkte. Spanien dominierte; Italien, Griechenland und Peru rundeten ab. Die Kurse tendierten meist abwärts, was mit der zugenommenen Versorgung erklärt wurde.

Äpfel
Mittlerweile trafen chilenische Granny Smith in 100-Stück-Kartons sowie erste neuseeländische Royal Gala ein. Die Präsenz brasilianischer und chilenischer Royal Gala vergrößerte sich. Trotzdem befanden sich weiterhin die europäischen Abladungen im Zentrum des Geschäfts. Hier prägten, wie zu diesem Saisonzeitpunkt gewohnt, Deutschland und Italien das Angebot. Einheimische Jonagold, Elstar und Braeburn sowie italienische Golden Delicious und Granny Smith bestimmten das Geschehen. Das vielfältige Sortiment verringerte sich inzwischen ein bisschen aus: Erste Varietäten, wie zum Beispiel Topaz in München, verabschiedeten sich langsam aber sicher aus der Vermarktung. Pink Lady und Jazz aus Frankreich sowie Jonagold aus den Niederlanden ergänzten die Warenpalette. Die Güte der europäischen Früchte überzeugte in der Regel, sodass man die Forderungen bei diesen Chargen bestätigte. Partien mit Konditionsmängeln, die in München und Hamburg vermehrt sichtbar waren, konnten freilich bloß mit reduzierten Preisen untergebracht werden.

Birnen
Die Zufuhren mit dominierenden südafrikanischen Packham`s Triumph und Forelle verstärkten sich kräftig; auch chilenische Abate Fetel und argentinische Williams Christ wurden zunehmend angeliefert. In Frankfurt traten zudem Packham`s Triumph aus Argentinien in Erscheinung. Die Verfügbarkeit genügte, um den Bedarf zu decken. Die Nachfrage war zwar nicht besonders lebhaft, dafür jedoch konstant. Der Verkauf ging oftmals zu leicht nach unten tendierenden Notierungen vonstatten. Speziell kleinfallende sowie mit Haltbarkeitsproblemen behaftete Produkte mussten vergünstigt abgegeben werden. Aus Italien stammten Abate Fetel und Boscs Flaschenbirne, die eine komplettierende Rolle innehatten. Deren steter Absatz erfolgte zu marginal gesenkten Bewertungen.

Tafeltrauben
Südafrika prägte mit zahlreichen Varietäten das Geschäft. Unter anderem konnte auf La Rochelle, Barlinka und Crimson Seedless zugegriffen werden. Chile beteiligte sich überwiegend mit Thompson Seedless und ergänzend mit Alphonse Lavallée und Sugraone. Peru sendete ausschließlich Red Globe. Indien war mit Thompson Seedless in die Vermarktung involviert. Bei einer auf die Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmten Bereitstellung veränderten sich die Kurse nicht wesentlich. Die Qualität der Offerten überzeugte meist, sodass bloß bei Partien mit abschwächender Kondition Verbilligungen gewährt werden mussten.

Erdbeeren
Die Angebotsmengen explodierten förmlich. Insbesondere die Präsenz spanischer, italienischer und niederländischer Ware weitete sich enorm aus. Auch die inländischen und griechischen Chargen gewannen an Wichtigkeit. Das Interesse stieg aufgrund des freundlichen Wetters zwar an, es hielt mit der kräftig angewachsenen Versorgung jedoch nicht Schritt, sodass demzufolge die Notierungen nachgaben. Selbst hinsichtlich Ausfärbung und Geschmack mängelfreie Produkte konnten sich dem nicht entziehen. Speziell bei spanischen Früchten, bei der die Güte zunehmend nachließ, waren die Händler zu deutlichen Vergünstigungen im Extrem auf bis zu 0,30 € je 500-g-Schale gezwungen. Exklusive niederländische Abladungen kosteten in Berlin anfangs stolze 3,45 € je 500 g. Getoppt wurde dies lediglich durch einheimische Anlieferungen, für die man in München am Montag durchschnittlich 3,65 € je 500-g-Schale aufwenden musste.

Kiwis
Das Sortiment bestand aus italienischen, französischen und griechischen Zufuhren. Die Verfügbarkeit dehnte sich aus. Bei einer steten Nachfrage bewegten sich die Kurse nur marginal. Bloß in München bröckelten sie für griechische Offerten qualitätsbedingt ein wenig ab.

Orangen
Spanien dominierte mit Navelate, Lane Late und Salustiana. Ägyptische und marokkanische Valencia Late sowie türkische Wahington Navel komplettierten das Segment der Blondorangen. Bei den Blutorangen waren italienische Sanguinelli, Tarocco und Moro anzutreffen. Bei einer Bereitstellung, die das kontinuierliche Interesse problemlos stillte, kam es hinsichtlich der Bewertungen zu keinen wesentlichen Veränderungen. Lediglich in München erhöhten sich die Preise für italienische Früchte.

Zitronen
Die Marktbeschickung erfolgte ausschließlich mit spanischen Anlieferungen. Der Umfang der Abladungen unterlag fortlaufend gewissen Begrenzungen, reichte in der Regel aber für eine hinlängliche Versorgung. Die Kurse verharrten ohne gravierende Schwankungen zu vollziehen überwiegend auf ihrem bisherigen Niveau. Spitzenqualität hingegen notierte etwas fester. Primofiori in einer Aufmachung zu 100 Stück erzielten bis zu 19,- € je 15-kg-Kiste. Netze in Abpackungen von 15x500 g konnte man nur über Sonderkonditionen einigermaßen platzieren. In Berlin verteuerten sich die Offerten, da hier die Warendecke für den Bedarf zu gering ausfiel.

Bananen
Zum einen verbesserte das Ende der Ferien vielfach die Nachfrage, zum anderen schränkten sie die angestiegenen, fast schon sommerlichen Temperaturen manchmal spürbar ein. Es war also gar nicht so leicht, die Mengen passgenau auf die Unterbringungsmöglichkeiten abzustimmen, zumal sich das Interesse tageweise sehr wechselhaft präsentierte. Bei gelungener Angebotsgestaltung veränderten sich die Bewertungen kaum, die Zweit- und Drittmarken blieben indes nicht immer von Vergünstigungen verschont.

Blumenkohl
Die Verfügbarkeit der beherrschenden französischen Produkte hatte sich ausgeweitet. Die Ankünfte aus Italien waren für gewöhnlich anhaltend überschaubar. Spanien ergänzte lediglich punktuell das Geschehen. Das warme Wetter beeinflusste den Vertrieb negativ: Die Umschlagsgeschwindigkeit sank. Wollte man sich aufbauende Überhänge vermeiden, mussten in den meisten Fällen die Forderungen herabgesetzt werden. Hauptsächlich in Frankfurt zeigten sich diese hingegen stabil. Aufgrund der ausgedehnten Ernte insbesondere in Frankreich bewegten sich die Einstände generell oft nach unten.

Salat
Alleinig vorrätiger spanischer Eissalat war zunächst hinlänglich vor Ort. Im Laufe der Woche schränkten sich die Zufuhren merklich ein. Die Notierungen blieben teils konstant, in der Mehrheit schnellten sie bis zum Freitag deutlich nach oben auf maximal 11,- € je 10er-Kiste. Nur bei schwächelnder Qualität sackten sie zu Beginn noch ab. Die Mengen an Kopfsalat expandierten. Die dominierenden belgischen und sortimentsabrundenden italienischen Importe vergünstigten sich. Die Bewertungen der augenscheinlich erstarkten Konkurrenz aus Deutschland unterlagen keinen Veränderungen oder passten sich mit dem Ziel, die Abnahme zu intensivieren, den Mitstreitern an. Rote Offerten aus Italien waren zu 8,- € je 12er-Steige im Nu ausverkauft. Zwar vergrößerte sich die Wichtigkeit einheimischer Bunter Salate aus geschützter Kultur, doch die Lücke, die sich durch die Begrenzung der französischen und italienischen Abladungen auftat, vermochten sie nicht zu schließen. Die Preise befestigten sich. Endivien interessierten immer weniger, während Feldsalat wieder besser beachtet wurde, was Verteuerungen nach sich zog.

Gurken
Die Versorgung mit Schlangengurken wuchs offensichtlich an, da sich die Anlieferungen aus den mitteleuropäischen Herkunftsländern enorm ausgedehnt hatten. Die Einstände sanken. Das freute die Kunden, die unterstützt durch die frühlingshaften Temperaturen beherzter zugriffen. In Hamburg sollten Verbilligungen den eher schleppenden Handel in Schwung bringen. Sendungen aus dem Süden wie Spanien oder Griechenland verloren weiter an Relevanz. Minigurken wurden genauso in ansteigendem Umfang bereitgestellt. Auch hier bauten die aufgestockten Zuflüsse Druck auf, sodass eine Verringerung der Forderungen selten umgangen werden konnte. Snackartig auf Foodtainern abgepackte Erzeugnisse aus der Türkei generierten einen flotten Vertrieb.

Tomaten
Die Niederlande und Belgien drangen immer stärker ins Geschäft. Spanien büßte kontinuierlich an Mengenbedeutung und an Interesse ein. Zudem machte sich Italien vermehrt bemerkbar. Die einheimische Produktion gewann zusehends an Wichtigkeit, war allerdings lediglich bei Rispentomaten und Kirschtomaten vertreten. Marokko schickte unter anderem Schalenware mit Kirschtomaten zu 250 g. Infolge der generell erhöhten Verfügbarkeit bröckelten die Preise vielfach ab. Zum Teil blieben sie aber konstant, da sich die wetterinduziert intensivierte Nachfrage zunehmend an das umfassendere Angebot anglich. Sonderformen wie Coer de boeuf konnten den Vergünstigungen ebenfalls kaum entrinnen. In Hamburg belasteten Überhänge minderer Güte den Verkauf, weil diese den Ruf frischer Ankünfte schmälerten.

Gemüsepaprika
Die Marktführung lag bei niederländischen Erzeugnissen. Die Präsenz der konkurrierenden Anlieferungen aus der Türkei und Spanien hatte sich nicht wesentlich verändert. Marokko, Belgien und Israel ergänzten das Geschehen. Die Versorgung war nicht überreichlich. Die Händler konnten so die Forderungen hauptsächlich auf einem festen Niveau fixieren; zuweilen verringerten sie diese jedoch für türkische Partien. In Frankfurt vollzogen die Notierungen in Verbindung mit der Farbe der Offerten enorme Schwankungen. In Berlin sanken sie unterdessen sukzessive ab, da sich hier die Bereitstellung augenscheinlich über dem Ausmaß des Bedarfs bewegte.

Zwiebeln
Bei Gemüsezwiebeln konnten spanische Abladungen ihre monopolartige Bedeutung verteidigen. Aufgrund ihres überschaubaren, eher knappen Umfangs tendierten die Bewertungen in den meisten Fällen offensichtlich nach oben. Zum Schluss betrugen sie bis zu 12,50 € je 25-kg-Sack. Die ersten Mitbewerber traten auf den Plan: Chilenische Importe starteten in die Saison zu maximal 23,- € je 25 kg, ca. 2,- € teuer als letztes Jahr. Sie fanden im Allgemeinen nur wenig Anklang. Bei Haushaltsware dominierten weiterhin deutsche Chargen. Sie wurden in der Regel kontinuierlich geordert und der Kunde bezahlte genau so viel dafür wie in der Vorwoche. Angebote aus Übersee indes verbilligten sich häufiger minimal in der Spitze infolge ausgedehnter Verfügbarkeit. Das galt nicht für die australischen Zuflüsse, die zwar anwuchsen, aber nicht so stark expandierten.


Weitere Informationen

Frankfurt
Die Notierungen für spanische Heidelbeeren verfestigen sich bei freundlichem Zugriff, dagegen gaben die für Himbeeren nach. Aus der Türkei wurden grüne Pflaumen in 250-g- und 400-g-Netzen sowie grüne frische Mandeln abgeladen. Brasilien stellte Kaki in 12er-Aufmachung in optimaler Güte zu 16,- bis 17,- € bereit. Die Erntemengen bei Rhabarber stiegen rasant: Da man preislich flexibel auf die Nachfrage reagierte, konnten täglich ansprechende Umsätze erzielt werden. Belgien war mit grünen Zucchini am Handel beteiligt; Hauptlieferland blieb Spanien. Erste italienische Möhren sollten 1,- bis 1,10 € je kg bringen. Erstmals seit langer Pause traf wieder ägyptischer Knoblauch ein. Das Interesse an Auberginen war mehr als befriedigend, was mit Sicherheit auch an den moderaten Forderungen lag. Bärlauch schlug man zu 7,- bis 8,- € je 1-kg-Kiste um. Buschbohnen aus Marokko vergünstigten sich im Einstand auf 11,- bis 12,- € je 4-kg-Kiste. Bei Stangenbohnen gleicher Herkunft war die Qualität differenziert und die Kursschere mit 8,- bis 12,- € je 4-kg-Gebinde weit geöffnet. Kleinere Zufuhren an türkischen Erzeugnissen wurden zu 1,60 € je 500 g offeriert.

Hamburg
Die Bewertungen für zu umfangreich verfügbaren einheimischen Spinat tendierten nach unten. Frischer süddeutscher Schnittlauch kostete 0,20 € je Bund. Für Mangold musste man 1,30 € je kg zahlen. Neue Steinpilze aus Südafrika wurden zu 33,- € je kg veräußert.

Köln
Eine flottere Unterbringung ergab sich für Wassermelonen aus Südamerika. Überschaubare Pfirsiche und Nektarinen profitierten nur wenig von der Schönwetterphase. Das sich ausdehnende Sortiment an europäischem Beerenobst wurde freundlicher nachgefragt. Deswegen stiegen die Kurse für begrenzt bereitgestellte niederländische Johannisbeeren an. Bei Himbeeren wandten sich die Kunden zeitweise den günstigeren spanischen Früchten zu. Die Notierungen für Rhabarber aus dem Rheinland bewegten sich angebotsinduziert abwärts. Buschbohnen aus nordafrikanischen Anbauregionen verbilligten sich, trotzdem war der Zugriff sehr verhalten. Ähnliches traf auf spanische Zucchini zu, deren Preise abbröckelten. Radieschen aus Italien verloren an Wichtigkeit; die Versorgung des Marktes erfolgte hauptsächlich durch einheimische und niederländische Partien.

München
Die Bewertungen für spanische Himbeeren befanden sich nahezu im freien Fall. Deutlich zahlreicher in Erscheinung tretende Sendungen generierten kaum noch Zuspruch, sodass sich zunehmend Bestände bildeten. Grapefruits, Ananas und Mangos wurden bei sommerlicher Witterung besser beachtet. Die europäische Steinobstsaison läuteten erste kleine spanische weißfleischige Nektarinen ein. Die hohen Temperaturen führten zu einem schwächeren Interesse an Kleinfruchtigen Zitrusfrüchten. Da auch die Qualität der spanischen Nadorcot und israelischen Orri merklich nachließ, stagnierte der Handel. Mit angewachsenen Mengen an Rhabarber wurden die Forderungen gesenkt. Der Übergang von italienischen Radieschen zu einheimischen Chargen war nahezu abgeschlossen. Aus Ungarn kam erster Chinakohl. Italienische Buschbohnen setzten langsam ein, die Importe aus Ägypten und Marokko blieben übersichtlich und daher recht teuer. Neben konventionellen Lauchzwiebeln waren erste rote Varietäten verfügbar.

Berlin
Das Angebot an Zucchini aus diversen Herkunftsländern sowie Auberginen vergrößerte sich im Wochenverlauf etwas, sodass die Notierungen nach unten tendierten. Die Preise für Möhren stiegen an, da die Versorgung nicht genügte, um die Nachfrage vollends zu befriedigen.

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.


Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
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Veröffentlichungsdatum: 23.04.2015

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin