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Online-Handel: Deutschland hat sich um einen Rang auf Platz 5 verbessert

08. April 2015

Die USA sind das Land mit dem größten Potenzial für Onlinehandel. Sie haben China von der Spitze des Rankings auf Platz zwei verdrängt. Auf Platz drei rangiert Großbritannien. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Global Retail E-Commerce Index der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Die Studie beinhaltet eine Rangliste der 30 wachstumsstärksten Märkte für E-Commerce. Deutschland hat sich gegenüber der Vorgängeruntersuchung im Jahr 2013 um einen Rang auf Platz 5 verbessert. Die Studie benennt vier wesentliche Trends, die den Onlinehandel prägen: Notwendigkeit von Omnichannel-Strategien, Internationalisierung, steigende Zahl von E-Commerce-IPOs und zunehmende Vernetzung der Verbraucher.

Potenzial für E-Commerce: USA lösen China als wachstumsstärkstes Land ab

Im letzten Jahr hat der Onlinehandel weltweit seinen Wachstumskurs fortgesetzt: Der globale Onlineumsatz stieg 2014 um 20 Prozent auf über 800 Milliarden US-Dollar.

Dass das Thema Online immer wichtiger wird, zeigen auch zahlreiche Unternehmensbeispiele aus Deutschland. So hat REWE unlängst weitere Investitionen in den Onlinehandel angekündigt. Die Drogeriemarktkette dm hat kürzlich für Frühsommer 2015 den Start eines eigenen Onlineshops bekannt gegeben.

Um den Einzelhandel bei der Entwicklung globaler Online-Retailstrategien und der Identifizierung von Investitionschancen zu unterstützen, hat A.T. Kearney den Global Retail E-Commerce Index entwickelt. Der Index stellt ein Ranking der 30 wachstumsstärksten Länder für den Onlinehandel dar. Bewertet wurden Größe des Onlinemarkts, Verbraucherverhalten, Infrastruktur und Wachstumspotenzial.

Die USA, die 2013 auf Rang zwei hinter China lagen, haben 2014 mit anhaltendem Wachstum, einer anziehenden Konjunktur und einem stärkeren Verbrauchervertrauen die Führung übernommen. Insgesamt legte der amerikanische E-Commerce-Markt 2014 um 15 Prozent zu.

In Europa machen Großbritannien (3.), Deutschland (5.) und Frankreich (6.) jeweils einen Platz gut. Belgien (mit einer Verbesserung um 15 Plätze auf den 9. Rang) und Dänemark (12 Plätze nach oben auf Rang 15) sowie Spanien (neu im Index auf Rang 18) haben beeindruckende Fortschritte gemacht.

Vier Trends, die die Branche bestimmen

Die Studie benennt vier übergeordnete Themen, die Einfluss auf die diesjährigen Index-Resultate hatten und sich um Geschäftsstrategie, Kunden und Channels drehen: die Notwendigkeit von Omnichannel-Strategien, Internationalisierung, die steigende Zahl von E-Commerce-IPOs und der ständig vernetzte Verbraucher.

Notwendigkeit von Omnichannel-Konzepten

Der stationäre Handel ist und bleibt der bevorzugte Vertriebskanal. Hier wird nach wie vor der meiste Mehrwert geschaffen, da die Kunden Gelegenheit haben, die Produkte anzusehen und anzufassen, die Marke direkt zu erleben und mit dem Verkaufspersonal zu interagieren. Erfolgreiche Einzelhändler wissen, wie sie an jedem Kundenkontaktpunkt Mehrwert generieren.

Dr. Mirko Warschun, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsbereichs Konsumgüterindustrie und Handel in EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), erklärt: „Zweifelsfrei bietet der Onlinehandel enorme Wachstumschancen für Einzelhändler. Führende Unternehmen im stationären Handel wie auch reine Online-Retailer haben allerdings erkannt, dass die Zukunft der Branche nicht nur im Onlinegeschäft liegt, sondern in kreativen Omnichannel-Angeboten, die Online-Shopping und traditionellen Einkauf miteinander verknüpfen.“

Auch viele deutschen Händler stärken durch umfangreiche Onlinesortimente, die nahtlose Verbindung von Online- und Filialgeschäft sowie verlässliche Lieferzeiten ihre Onlinepräsenz und setzen vermehrt auf ein Multichannel-Einkaufserlebnis. Ein Vorreiter ist zum Beispiel Breuninger. Darüber hinaus entwickelt sich die Landschaft der reinen Onlinehändler in Deutschland rapide weiter. Was vor gut sechs Jahren mit Zalando im Mode- und Bekleidungsbereich begann, hat sich inzwischen auf weitere Kategorien ausgeweitet. Der Onlineshopping-Club Westwing vertreibt beispielsweise seit 2011 Produkte rund ums Wohnen ausschließlich online. Springlane ist mit einem Sortiment von 15.000 Produkten und mehr als 700 Marken Deutschlands führender Onlinefachhändler für alles rund ums Kochen und bereits in mehreren europäischen Ländern aktiv. Auch der Luxusmodehändler Mytheresa machte in den letzten Jahren kräftig Schlagzeilen. Er wurde 2014 vom US-Luxusretailer Neiman Marcus übernommen.

Weiterführende Informationen

Den vollständigen 2015 Global Retail E-Commerce Report finden sie hier:
Global Retail E-Commerce Keeps On Clicking

Quelle: A.T. Kearney
 

Veröffentlichungsdatum: 08.04.2015

Schlagwörter

Online, Handel, Deutschland, Rang