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Schweiz: Studie - Neue Agrarpolitik greift noch nicht wie gewünscht

11. März 2015

Eine am Montag in "Agrarforschung Schweiz" publizierte Studie besagt, dass die Bäuerinnen und Bauern heute mit der Agrarpolitik zufriedener sind als noch vor einem Jahrzehnt und dass sie die ökologische Ausrichtung der AP begrüssen. Insbesondere die Auswahl der Umfrage-Teilnehmer stösst aber in der Branche auf Kritik, so der Landwirtschaftlicher Informationsdienst Lid.

Das Image der Agrarpolitik sei unter Landwirten besser als kolportiert und zudem begrüsse eine Mehrheit eine ökologischere Ausrichtung der Landwirtschaft, schreibt der Verein Vision Landwirtschaft, dessen Geschäftsführer Andreas Bosshard einer der drei Autoren der Studie ist. Die Zufriedenheit mit der Agrarpolitik bewegt sich allerdings auf tiefem Niveau. Die Studie kommt weiter zum Schluss, dass die Anreize der Agrarpolitik 14-17 noch nicht so greifen, wie dies angestrebt wurde.

Die Studienautoren sind der Ansicht, dass sich eine betrieblich sinnvolle Reaktion auf die neuen Programme durch verbesserte Information fördern liesse und Missverständnisse und falsche Erwartungen vermieden werden könnten, wenn ein besserer Austausch zwischen Experten und Landwirten stattfinden würde. Schliesslich könne die Akzeptanz der ökologisch motivierten Massnahmen noch erhöht werden, wenn das Image von multifunktionalen Leistungen weiter gefördert werde, so die Schlussfolgerung der Autoren.

Laut Lid.ch muss die Studie sich allerdings Kritik gefallen lassen. So wird die Arbeit im Artikel als "Grundlage für eine erste Standortbestimmung der AP 14-17" beschrieben, obwohl sie im März 2014 nur kurz nach Einführung der neuen AP durchgeführt worden ist und die Landwirte demzufolge die Konsequenzen noch nicht genau abschätzen konnten.

Harsche Kritik übt zudem der Zürcher Bauernverband (ZBV) in einer Medienmitteilung an der Auswahl der Umfrageteilnehmer. So war unter den angeschriebenen Bauern die Hälfte Biobauern, obwohl diese schweizweit nur zwölf Prozent der Landwirte ausmachen. Da die Rücklaufquote bei den Biobauern zudem deutlich höher lag, verschob sich der Anteil nochmals zu Gunsten der Biobauern. Dieses Vorgehen sei nicht nur befremdlich, sondern unzulässig, so der ZBV. Der Verband kritisiert ausserdem, dass bei der Befragung der Experten der ZBV nicht angeschrieben worden ist und vermutet, dass die Experten von Vision Landwirtschaft selbst ernannt worden sind.

Für die Umfrage angeschrieben wurden 1'000 Landwirte aus den Kantonen Aargau, Graubünden, Solothurn und Zürich sowie 71 Experten. Bei den Landwirten lag die Rücklaufquote bei 41 Prozent, bei den Experten bei 52.

Quelle: Lid.ch

Veröffentlichungsdatum: 11.03.2015

Schlagwörter

Schweiz, Studie, Agrarpolitik