Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 09 / 15 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

05. März 2015

Tafeltrauben: Südafrika dominierte augenscheinlich das Geschehen und stellte vorrangig Thompson Seedless, Regal Seedless und Sunred Seedless bereit. Die Präsenz von Alphonse Lavallée vergrößerte sich, während sich die von Dan Ben Hannah verkleinerte. Abladungen aus Namibia und Peru hatten ergänzenden Charakter. In München trafen erste chilenische Sugraone ein, die mit geringen Mengen das Angebot abrundeten. Die Versorgung genügte generell, um die Nachfrage mit Leichtigkeit zu decken. Das Interesse war verbesserungswürdig; lediglich in Hamburg befriedigte es. Helle, kernlose Offerten befanden sich wie gewohnt im Fokus. Die Notierungen wiesen oftmals eine abfallende Tendenz auf, was auf einer zu üppigen Warenpalette basierte. Eine Räumung, insbesondere in Köln, funktionierte nicht immer. Eine breite Qualitätsspanne führte in Frankfurt bei südafrikanischen Thompson Seedless zu einer weit geöffneten Kursschere.

Äpfel
Deutschland beherrschte mit Jonagold, Elstar und Braeburn die Vermarktung. Italien nahm den zweiten Platz ein und steuerte zum Sortiment hauptsächlich Golden Delicious und Granny Smith bei. Braeburn tauchten inzwischen auch in 2,5-kg-Kartons auf. Aus Frankreich kamen Granny Smith und Jazz, die wie niederländische Jonagold eine komplettierende Rolle innehatten. Bei einer Abwicklung, die zwar stetig, aber dennoch bisweilen zu ruhig vonstattenging, gerieten die bisherigen Bewertungen nur marginal in Bewegung. In Berlin garantierten bei einem schwachen Bedarf selbst Vergünstigungen keine Leerung der Läger. Die Händler in Köln litten unter dem schlechten Wetter und den damit verbundenen eingeschränkten Unterbringungsmöglichkeiten. In Hamburg kosteten einheimische Elstar und Braeburn aufgrund angewachsener Verkaufschancen mehr als zuvor.

Jeromine im Frankfurter Frischezentrum
Mitte der 9. KW gelangte eine Sendung aus Spanien ins Frankfurter Frischezentrum. Alle Erzeugnisse standen in gelegter Aufmachung in 4,5-kg-Kartons zu einem Preis von 1,30 € je kg zur Verfügung. Neben Golden Delicious und Granny Smith wurden auch Jeromine geliefert.
Jeromine ist eine Mutante des Early Red One®Erovan, der wiederum mit dem Red Delicious verwandt ist. Die Frucht hat eine intensiv rote Ausfärbung und die Form ähnelt der des Red Delicious. Das feste weiße Fleisch ist saftig, süß und besitzt wenig Säure. Jeromine kann man im normalen Kühllager bis zu 150 Tagen, im CA-Lager bis zu 220 Tagen aufbewahren.
Quelle: BLE, Hen/Eis; dalicom.com; füglister.ch; pepival.com

Birnen
Italien bestimmte, insbesondere mit Abate Fetel und Boscs Flaschenbirne, das Geschäft. Conference aus Mitteleuropa sowie Anjou aus den USA mischten mit minimalen Zufuhren am Geschehen mit. Niederländische Vereinsdechantsbirnen wurden in Frankfurt zum Wochenschluss ausgemustert, da sie innere Verbräunungen aufwiesen. Die Präsenz südafrikanischer Chargen dehnte sich massiv aus: Williams Christ und Rosemarie lud man verstärkt ab. In Berlin rundeten Flamingo die Warenpalette ab, die aber im Vergleich zu den europäischen Produkten teurer waren und daher nur selten auf Beachtung stießen. In Hamburg tauchten argentinische Red Bartlett auf, die zu 15,50 € je 9-kg-Karton ebenso spärlichen Zuspruch generierten. Prinzipiell hätte das Interesse durchaus ausgeprägter sein können. Die Forderungen konnten in der Regel aufrechterhalten werden. Infolge einer zu üppigen Versorgung gewährte man in Berlin für die südafrikanischen Partien Verbilligungen. In Hamburg und München indes stiegen die Notierungen für die italienischen Offerten. In Hamburg musste zudem für geschmacklich einwandfreie niederländische Conference tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Kiwis
Das Angebot der beherrschenden italienischen Erzeugnisse wurde von Importen aus Griechenland und Frankreich komplettiert. Die Nachfrage zeigte sich zum einen freundlicher, zum anderen kontinuierlich leidenschaftslos. Da die Händler den Mengenzufluss meistens jedoch vorausschauend an den flauen Bedarf angepasst hatten, gab es kaum Gründe, die Kurse zu modifizieren.

Orangen
Aus Spanien stammte das Gros der Abladungen von Blondorangen. Navelina und Salustiana verloren, Spätsorten wie Navelate und Lane Late gewannen an Wichtigkeit. Eine reichliche Versorgung stand einem überwiegend ruhigen Interesse gegenüber. Um dem Vertrieb etwas mehr Dynamik zu verleihen, reduzierte man häufiger die Bewertungen, zumal dies in Aussicht stellte, gerade zur Wochenmitte Überhänge zu vermeiden. Ergänzungen aus weiteren Mittelmeeranrainerstaaten wie Italien, Marokko, Ägypten und die Türkei notierten oft relativ konstant. Die Unterbringung von Kalibern geringeren Durchmessers verlief permanent zwiegespalten mal besser, mal schlechter. Den Sektor der Blutorangen dominierten nach wie vor italienische Moro und Tarocco. Spanien rundete die Produktpalette mit Cara Cara, Sanguinelli und Tarocco ab. Italien startete in München die Saison von Sanguinelli, die annähernd so viel kosteten wie Moro derselben Herkunft. Obwohl sich die Beachtung generell wie gewohnt im Rahmen hielt, beharrte man, von minimalen Abweichungen abgesehen, ununterbrochen auf den bisherigen Forderungen.

Zitronen
Spanische Primofiori bestimmten andauernd das Geschäft. In der Regel wurden sie zu unveränderten Kursen verkauft. Dabei tendierten die unteren Spannengrenzen zuweilen nach oben. Einzig in Hamburg kam es infolge des schleppenden Handels zu Verbilligungen. Türkische Lamas wurden ausschließlich in München und Berlin offeriert. Der anziehende Preistrend war teilweise auf die angewachsene Bedeutung kleinerer Verpackungseinheiten zurückzuführen.

Bananen
Das Angebot hatte sich etwas ausgedehnt, konnte aber wegen der nach der Faschingszeit leicht belebten Nachfrage problemlos abgesetzt werden. Meistens verharrten die Forderungen auf dem Niveau der Vorwoche. Lediglich in Frankfurt hob man sie bei den Zweitmarken und in Köln bei den Drittmarken aus Kolumbien an.

Blumenkohl
Französische und italienische Abladungen befanden sich im Fokus, spanische waren in überschaubarem Umfang verfügbar. Der Markt zeigte sich gut versorgt. Die Kurse für die 6er-Steigen bröckelten mancherorts ab, da sich das Interesse einschränkte und die Leerung der Läger schwieriger wurde. Günstige 8er- Aufmachungen gab es nicht an sämtlichen Plätzen; die Notierungen sanken dennoch stellenweise.

Salat
Aus Spanien traf Eissalat reichlich ein. Die Bewertungen fielen ab, da zu viel Ware und das ein oder andere Qualitätsproblem den Handel belasteten. Endivien hatten ihren Ursprung fast ausschließlich in Italien. Zum Ende der 9. KW mussten die Aufrufe infolge einer verminderten Nachfrage nahezu überall reduziert werden. Belgische und italienische Ankünfte bestimmten das Geschehen beim Kopfsalat. Unübersehbar präsent war Deutschland, während die Niederlande und Frankreich bloß einen kleinen Teil beisteuerten. Aus Belgien verstärkten sich die Partien, weshalb man sich ab und an veranlasst sah, die Forderungen zurückzunehmen. Die italienischen Chargen konnten sich davon distanzieren: Sie räumten wegen ihrer moderaten Einstände weiterhin flott und mit unveränderten Konditionen. Bunte Salate kamen hauptsächlich aus Frankreich. Für sie war in München aufgrund der sehr ansprechenden Güte sukzessive mehr aufzuwenden. In Köln verlief die Unterbringung konstant. In Hamburg geriet der Absatz ins Stocken, sodass die Preise abwärts tendierten.

Gurken
Spanien dominierte, die Niederlande und Griechenland komplettierten. Die Bereitstellung aus Belgien, Frankreich und Deutschland hielt sich dagegen in Grenzen. An den ersten Tagen hatten sich die Kurse auf gehobenem Niveau angesiedelt. Später verbilligten sich die meisten Offerten angesichts einer zu geringen Beachtung. Spanische Erzeugnisse blieben hiervon allerdings mancherorts verschont. In München musste für einheimische 400/500g-Produkte ab Donnerstag sogar tiefer in die Tasche gegriffen werden als bisher. Minigurken aus türkischem und niederländischem Anbau hatten die Vorherrschaft. Sporadisch stieß man auf spanische und inländische Angebote. Reges Interesse an den niederländischen Anlieferungen führte dazu, dass die Notierungen häufig nach oben kletterten. Einzig in München waren Abschläge unvermeidlich. Türkische Importe wurden nur in Hamburg etwas teurer.

Tomaten
Bei den Runden Tomaten befanden sich spanische Abladungen im Vordergrund, während marokkanische wesentlich seltener, aber immer noch umfangreich zur Verfügung standen. Rispentomaten aus Spanien waren genügend vorhanden. Die Niederlande und die Türkei traten mit deutlich kleinerem Sortiment in Erscheinung. Fleischtomaten kamen insbesondere aus Spanien. Belgien und Marokko warteten mit limitierten Mengen auf. Bei den Kirschtomaten entfiel der überwiegende Teil auf spanische und italienische Ankünfte. Mit Ausnahme von Fleischtomaten war der Markt im Allgemeinen hinlänglich versorgt. Die Aufrufe für die gesamte Warenpalette schwankten häufig, was oftmals auf Qualitätsunterschieden basierte. Letztlich zeichnete sich dann eine unübersehbare Tendenz ab, die Preise merklich zu senken. In München und Berlin zogen die Bewertungen für Runde Tomaten zum Wochenende hin indes an.

Gemüsepaprika
Bei den Standardfarben sah man spanische Partien im Fokus. Grüne Erzeugnisse aus der Türkei und rote aus Marokko belegten die nächsten Ränge. Die Niederlande komplettierten vereinzelt mit gelben Chargen. Das große Angebot aus Spanien ließ hinsichtlich der Ausfärbung keine Wünsche offen und notierte in der Regel fest. Dessen ungeachtet mussten  mancherorts infolge einer verminderten Umschlagsgeschwindigkeit Abstriche gemacht werden. Türkische Importe konnten sich wegen ihrer Knappheit finanziell besser behaupten. In Hamburg blieben die Forderungen für die marokkanischen Früchte von Montag bis Freitag unangetastet.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln aus Spanien und Haushaltsware aus Deutschland standen in ausreichendem Umfang zur Disposition. Ergänzend steuerte Österreich einige Abladungen bei. Bei einer kontinuierlichen Nachfrage verharrten die Aufrufe auf bisherigem Niveau.


Weitere Informationen

Frankfurt
Die Zufuhren an Mangos in 8er- und 12er-Aufmachung überstiegen ab und an den Bedarf; so wurde der 12er-Karton schon zu 4,50 € offeriert. Die Kurse für Ananas verfestigten sich. Erdbeeren aus Spanien konnten verstärkt in 500-g-Schalen sowie 1-kg-Steigen disponiert werden. Italien stellte von 250-g- auf 500-g-Schalen um, musste hierbei aber preislich Federn lassen. Ab Donnerstag erhöhte sich die Präsenz niederländischer Früchte. Rhabarber aus Deutschland und den Niederlanden generierte freundliches Interesse. Nur niederländische dünne Stangen taten sich schwer und räumten zu günstigen 3,- € je kg. Knollensellerie war zum Wochenende hin gesucht und fast ausverkauft. Zucchini und Auberginen verbilligten sich. Dafür kletterten die Notierungen für Buschbohnen und Stangenbohnen aufwärts. Die Unterbringung von Wirsing gestaltete sich positiv: Da aus dem Inland kaum noch schöne Produkte eintrafen, lieferten Frankreich, Italien und Spanien die entsprechenden Mengen. Mit niederländischem weißem Spargel in AA-Sortierung aus dem Treibhaus startete am Freitag die europäische Saison. Die 20-28 mm dicken Stangen kosteten 18,- € je kg.

Hamburg
Frische italienische Erdbeeren waren für durchschnittlich 2,40 € je 500-g-Schale zu bekommen. Bei niederländischen Chargen erfolgte eine Anpassung auf 3,20 € je 500 g. Erste niederländische Auberginen erzielten 9,50 € je 5-kg-Karton. Für einen kleinen türkischen Anteil wurde erheblich mehr gezahlt. Weißer niederländischer Spargel aus beheiztem Anbau eröffnete in 16 mm+ zu 10,- € je kg die diesjährige Kampagne. Zum Wochenende hin verlangte man 15,- € für die optisch hervorragenden Partien.

Köln
Für überzeugende niederländische Erdbeeren zogen die Bewertungen spürbar an. Ananas, vor allem aus Costa Rica, waren sehr knapp und dementsprechend teuer. Erster Rhabarber aus dem Inland und den Niederlanden trat zur Wochenmitte in Erscheinung, die Aufnahme hielt sich aber in Grenzen. Aus den USA trafen nochmals Walnüsse ein; Forderungen von 5,50 € je kg hemmten den Verkauf. Auch weißen Spargel aus den Niederlanden konnte man am Freitag zu 18,- € je kg kaum absetzen. Frischer Knoblauch aus Argentinien wechselte zu 34,- € je 5 kg die Seiten.

München
Chile rückte als Hauptlieferland für Pfirsiche, Nektarinen und Pflaumen weiter in den Vordergrund. Die Zufuhren an Himbeeren aus Spanien dehnten sich aus. Bei Heidelbeeren lagen die Preise für die spanischen Offerten über denen der Konkurrenz aus Übersee. Bei Erdbeeren waren die Unterbringungsmöglichkeiten für das angewachsene und häufiger in 500-g-Schalen gepackte spanische und italienische Angebot sowie für die marokkanischen und griechischen Ergänzungen zu klein. Insbesondere qualitativ schwächere Früchte verbilligten sich daraufhin. Die Kurse für spärliche Ananas befestigten sich speziell für die größeren Produkte. Der überwiegende Teil des überschaubaren europäischen Sortimentes an Spargel entfiel auf weiße griechische und grüne spanische Stangen. Die Notierungen für Auberginen und Zucchini aus dem Mittelmeergebiet bröckelten schrittweise, da es wieder ausreichende Mengen gab. Italienische Petersilie und andere Kräuter kosteten, dem Saisonstand entsprechend, recht viel.

Berlin
Das Absatzvolumen für die über Bedarf vorhandenen Erdbeeren aus Spanien und Italien hielt sich in Grenzen, was für flexiblere Bewertungen sorgte. Die Forderungen für die 250-g-Schale betrugen je nach Frische und Ausfärbung zwischen 1,- und 1,50 €.

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.


Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
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Veröffentlichungsdatum: 05.03.2015

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin