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Studie: Wildbienen steigern Apfelernte

23. Februar 2015

Plantagen, die durch eine große Menge an Wildbienenarten bestäubt werden, bringen mehr Äpfel hervor, als jene, die durch weniger Arten bestäubt wurden, stellt eine neue US-Studie fest, die in Wisconsin durchgeführt wurde. Ihre Autoren schlagen vor, dass die Erzeuger darüber nachdenken könnten, in die Erhaltung der Wildbienen zu investieren, um den Ertrag zu verbessern, was wirtschaftliche Vorteile für die Erzeuger bringen könnte. Auf den Farmen mit genug Wildbienen könnten die Erzeuger die Kosten der Mietung oder Bewirtschaftung von Honigbienen für die Erhaltung umleiten, indem sie zum Beispiel Wildbienenhabitate auf ihrem Land schaffen, schlagen sie vor.

Viele Erzeuger auf der Welt mieten oder bewirtschaften Honigbienenstöcke, um zu helfen, die Erträge, einschließlich Obst und Nüsse, zu bestäuben. Allerdings steigt die Nachfrage nach bestäuberabhängigen Erträgen, was bedeutet, dass Honigbienen nicht in der Lage sein könnten, in Zukunft alle Bestäubungsbedürfnisse zu erfüllen. Zudem steigen die Kosten der Mietung von Honigbienen sowohl in Europa als auch den USA. Wenngleich bereits gut bekannt ist, dass Wildbienen eine große Rolle bei der Bestäubung spielen und in der Tat besser als Honigbienen bei der Bestäubung vieler Erträge sind (z.B. tragen Honigbienen weniger Pollen an ihren Köperen und besuchen nicht so viele verschiedene Bäume wie Wildbienen), könnten die Erzeuger dabei zurückhaltend sein, sich auf sie zu verlassen. Aktuell können die Wildbienenzahlen von Jahr zu Jahr und für die jeweiligen Regionen schwer einschätzbar sein.

Die Forscher zählten den Prozentanteil an Apfelblüten (an 10 Bäumen pro Plantage), die sich in Früchte entwickelten, als einen Indikator für die Bestäubung auf 21 Plantagen über drei Jahre (2011-2013). Sie fingen Bienen auf jeder Plantage während der Apfelblüte ein, um festzustellen, welche Arten anwesend sind, und sie beobachteten auch die Futtersuchmuster der Bienen. Alle Plantagen hatten während der Apfelblüte Wildbienen. In allen Plantagen und Jahren der Studie gab es keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Fruchtzahlen auf den Plantagen mit und ohne Honigbienen. Im Durchschnitt entwickelten sich 12,5% der Blüten auf den Plantagen mit Honigbienen in Äpfel und 13,8% auf jenen ohne (Erzeuger visieren im Allgemein 10% an).

Bedeutend ist, dass die Zahl der Äpfel zunahm, wenn es mehr unterschiedliche Bienenarten gab, die während der Blüte anwesend waren. Für jede zusätzliche Wildbienenart entwickelten sich 0,8% mehr Blüten in Früchte. Zwischen fünf und 23 Wildbienenarten wurden pro Plantage gefangen.

Lesen Sie mehr: Science for Environment Policy (pdf)

Quelle: Mallinger, R. E., & Gratton, C. (2014). Species richness of wild bees, but not the use of managed honeybees, increases fruit set of a pollinator-dependent crop. Journal of Applied Ecology. DOI:10.1111/1365-2664.12377.


 

Veröffentlichungsdatum: 23.02.2015

Schlagwörter

Studie, Wildbienen, steigern, Apfelernte