Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Fairer Preis und weiter? Was bringt der Faire Handel?

23. Februar 2015

Diese Fragen stellte Naturland und lud damit zu einer Podiumsdiskussion auf die BioFach in Nürnberg. Die Podiumsteilnehmer Friedrun Sachs, Naturland, Thomas Hoyer, Geschäftsführer der Fairhandelsgenossenschaft dwp eG und Christoph Harrach, Gründer der KarmaKonsum, diskutierten unter der Moderation von Andrea Bischof der Schweizer Entwicklungsorganisation HELVETAS Swiss Intercooperation über die Leistungen des Fairen Handels und die sinnvolle Verbindung von Ökologischem Landbau und Fairem Handel.

naturland logoEin passender Einstieg in die Diskussion bot der Kampagnenfilm  Agraprofit, der viele Begrifflichkeiten des Fairen Handels ins rechte Licht rückt. So sind „fair“ und „kontrolliert“ beispielsweise nicht gesetzlich geschützt und werden oftmals willkürlich verwendet. In dem anschließenden Gespräch wurde auf aktuelle Diskussionen um den Fairen Handel eingegangen, wie die SOAS-Studie, Fair-Anteile und Rückstände in Produkten und Vor- und Nachteile des Mengenausgleich angesprochen. Beim Mengenausgleich werden fair zertifizierte Waren gemeinsam mit nicht zertifizierten Waren verarbeitet, am Endprodukt kann nicht sichergestellt werden, welche Ausgangsware enthalten ist. Bei Zertifizierungen wie dem Naturland Fair Siegel, das öko und fair verbinden, wird durch die beim Ökologische Landbau verpflichtende Warenrückverfolgbarkeit der Fair-Anteil gewährleistet.

Erzeuger kommen zu Wort

Besondere Bereicherung erfuhr die Diskussion durch die Beteiligung zweier Erzeuger, die ihre Erfahrungen mit dem Fairen Handel schilderten. Naturland Bauer Hans Holland aus Baden-Württemberg berichtete von der verlässlichen Partnerschaft zur Naturland Fair zertifizierten Bäckerei Münzel. Er hob die Fairen Preise und die Transparenz hervor. Auch im Norden hat der Ökologische Landbau nur eine Chance, wenn die Erzeuger von ihrer Arbeit leben können. Ein „wachse oder weiche“, das zu immer größeren Betrieben auf der eine Seite und einem Höfesterben auf der anderen Seite führt, widerspricht dem Interesse von Naturland. Salomo Barend, Geschäftsführer der Naturland Rooibos-Teekooperative Wupperthal Original Rooibos in Südafrika wiederum machte deutlich, dass er ohne den Fairen Handel dort nicht säße, da er ohne Fair Zertifizierung keinen Markt hätte. Der Faire Handel ermöglicht es den rund 72 Kleinbauern-Betrieben der Tee-Kooperative 250 ha Kulturfläche und rund 2.500 ha Wildsammlungsfläche zu bewirtschaften. Als Reaktion auf Klimaschwankungen und hoher Trockenheit werden dürreresistente Sorten eingesetzt, die den kargen Boden dort vor Erosion schützen.

Die rege Beteiligung des Publikums auf der BioFach zeigte das Interesse an ganzheitlichen Systemen, die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit vereinen.

Mehr Informationen über Naturland Fair.

Quelle: Naturland

Veröffentlichungsdatum: 23.02.2015

Schlagwörter

Fair, Preis, Handel, Biofach, Messe