Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Fruit Logistica 2015: Aktuelle Presseberichte

09. Februar 2015

Mexiko rechnet mit Messeabschlüssen von 100 Millionen US-Dollar: „Die Fruit Logistica ist eine hervorragende Plattform, um den Absatz der mexikanischen Produkte zu fördern“, sagt Jorge Rueda Sousa vom mexikanischen Landwirtschaftsministerium (SAGARPA). Die 53 Aussteller, die sich am Gemeinschaftsstand präsentieren, freuen sich über das große Kundeninteresse nicht nur aus Europa, sondern auch aus Nordamerika, dem Mittleren Osten und Russland. Durch seine geographische Lage mit einer hohen Biodiversität und einer Vielfalt an Klimazonen kann sich das mittelamerikanische Land als viertgrößter Produzent von Obst und Gemüse in der Welt behaupten. Die Frischeprodukte nehmen rund sieben Prozent der nationalen Ackerfläche ein. Eine weitere Stärke sieht Rueda Sousa in dem zunehmenden Verantwortungsbewusstsein der Produzenten – ob es um die Einhaltung von FairTrade- und Sozialstandards oder die Zertifizierung nach GlobalG.A.P. geht. „Im vergangenen Jahr konnten die Rückstände an Pflanzenschutzmitteln stark gesenkt werden, das war ein großer Erfolg.“ Neben exotischen Früchten stellen die Aussteller ihre breite Palette an Limetten und Beeren vor. Und natürlich Avocados, bei denen das Land mit über 1,2 Millionen Tonnen jährlich ein Drittel der Weltproduktion bestreitet. Im letzten Jahr haben die Frischeexporte unter den starken und unregelmäßigen Regenfällen gelitten, doch für dieses Jahr sind die Produzenten zuversichtlich. „Wir rechnen damit, dass sie auf der Messe beziehungsweise im Nachgang Geschäfte im Wert von über 100 Millionen Dollar abschließen werden“, so Rueda Sousa. (Halle 25, Stand C-15, Kontakt: Jorge Rueda Sousa, Telefon: +32-2644-1300; E-Mail: jorgerueda@sagarpaue.be)

Zahl des Tages:
Aus den organischen Abfällen der Bananenproduktion von Sura Green aus Costa Rica werden jährlich 7.000 Tonnen Bokashi-Kompost hergestellt – bei dem aus Japan stammenden System werden dem Kompostiergut Kleie zugegeben.

Wasserabweisende Kartonverpackungen ohne Paraffin
Die internationale Verpackungs- und Papiergruppe Mondi präsentierte im Rahmen der Tech Stage auf der FRUIT LOGISTICA 2015 ihre neue Marke „aqua protect“. Die nachhaltige Kartonverpackung nutzt ProVan-tage-Aqua- und/ oder Fluting-Aqua-Papiersorten aus dem Sortiment von Mondi Containerboard. Diese Papiere eignen sich für den Einsatz unter feuchten und nassen Bedingungen.
In einem Workshop mit einer Mischung aus Präsentationen und Live-Demonstrationen stellten Mitarbeiter von Mondi Containerboard ihre neuen wasserabweisenden und umweltfreundlichen Materialien vor. Bis zu drei Tage sind die „aqua protect“-Papiersorten gegen Feuchtigkeit resistent. Das verlängert nicht nur die Lebensdauer der Kartons, sondern erhöht auch die Stabilität des Materials. Die „aqua protect“-Papiere aus dem Hause Mondi sind umweltfreundlicher als andere Kartonverpackungen, weil sie ohne Paraffin hergestellt werden und ausschließlich auf erneuerbare Ressourcen zurückgreifen. So kann das Material nach dem Einsatz problemlos recycelt werden. Verpackungs-Designer können die Papiere, entsprechend den Anforderungen der Produkte und Transportbedingungen, in vielfältige Formen bringen. Das Material lässt sich bedrucken und bietet so weitreichende Möglichkeiten für Branding und Marketing. (CityCube Halle B, Stand D-17, Kontakt: Waltraud Seiner, Telefon: +43-1-79013-4754, E-Mail: waltraud.seiner@mondigroup.com)

Chile drängt auf den europäischen Zitrusmarkt
Chile erwartet für die laufende Saison 2014/2015 wesentlich höhere Exporterträge im Obst- und Gemüsesektor als im vergangenen Jahr. Ganz oben stehen traditionell Weintrauben und Äpfel Die Branche rechnte mit einem starken Exportanstieg vor allem bei Kirschen und Blaubeeren. Der weltgrößte Blaubeer-Exporteur hofft,15 Prozent mehr Früchte ausführen zu können als im Vorjahr. Grund ist die stark wachsende Nachfrage in Europa und Asien nach den diesen Beeren.
Auch bei Zitrusfrüchten möchte das südamerikanische Land seine Exporte ausweiten. „Der Markt für Zitrusfrüchte in Europa birgt aus unserer Sicht großes Potenzial. Gegenwärtig liefern wir nur sechs Prozent unserer Ernte dorthin. Die FRUIT LOGISTICA ist deswegen eine sehr gute Möglichkeit, neue Kunden zu akquirieren “, sagt Monserrat Valenzuela vom Citrus Committee Chile.
Bei der Vermarktung von Kiwi-Früchten setzt Carlos Cruzat, Kiwi Committee Chile, auf den perfekten Reifegrad der Früchte. Sobald die Früchte Europa erreichen, könnten sie sofort gegessen werden und müssten nicht noch tagelang nachreifen, um genießbar zu werden.
Chile hat im Vergleich zu anderen Anbau-Ländern äußerst günstige geographische und klimatische Rahmenbedingungen. So können wegen der unterschiedlichen Klimazonen das ganze Jahr über Beeren, Äpfel und Zitrusfrüchte geerntet werden. Außerdem bilden der Pazifik und die Anden einen Art Schutzwall, der das Eindringen von Schädlingen und Krankheiten verhindert. 

Costa Ricas Ananas soll China erobern
„Die Stärke unserer Frischeprodukte ist ihre hohe Qualität“, sagt der Nordeuropa-Repräsentant der costaricanischen Export-Förderungsorganisation Procomer, Edgar Sánchez-Wilke. „Wir wollen zeigen, dass unser Obst und Gemüse verantwortungsbewusst und nachhaltig produziert wurde. Das kleine mittelamerikanische Land hat neben seinem Klassiker Bananen eine breite Palette an Exoten wie Mango, Papaya und Rambutan und Ananas, die nach wie vor das wichtigste Exportgut Costa Ricas darstellt. Im vergangenen Jahr lag der Verkaufswert bei 876 Millionen US-Dollar, mit ungefähr gleichen Anteilen in Nordamerika und Europa, wobei Deutschland, Belgien und die Niederlande die größten Abnehmer waren. „Auch in Polen und Russland konnten wir uns bereits erfolgreich etablieren, hier wollen wir jetzt einen dauerhaften Absatz erreichen.“ Denn in den beiden Ländern wird die süße Frucht bisher hauptsächlich als Weihnachtsgeschenk gekauft. Edgar-Sánchez-Wilke ist zuversichtlich, sein Ziel zu erreichen, schließlich habe sich die Ananas auch in Deutschland innerhalb weniger Jahre vom Luxusgut zum Lockangebot der Supermärkte entwickelt. Als nächster, viel versprechender Markt wird China anvisiert. (Halle 25, Stand B-12, Kontakt: Edgar Sánchez-Wilke, Telefon: +49-89-57959411; E-Mail: esanchez@procomer.com)

Ghana wirbt für Cocoyam als Alternative zur Kartoffel
Ghana möchte den Europäer auf den Geschmack von Cocoyam bringen, deshalb ist sie der FRUIT LOGISTICA zu sehen. Das auch als Taro oder Wasserwurzel bekannte Knollengewächs ist eine wohlschmeckende Alternative zur Kartoffel und kann ebenso gekocht wie gebacken oder frittiert werden. In den USA sind Cocoyam-Chips bereits ein beliebter Snack. Innerhalb der nächsten fünf Jahre möchte man die Jahresproduktion auf 20.000 Tonnen steigern, so Anthony Sikpa, Präsident der Federation of Associations of Ghanaian Exporters (FAGE). Indessen konnten die Ananasexporte nicht im erhofften Umfang erhöht werden. Um hier die Produktion zu erweitern, braucht man finanzielle Unterstützung, erläutert Sikpa. Deshalb ist man auf der FRUIT LOGISTICA vertreten, um die Suche nach internationalen Partnern und Investoren voranzutreiben. „Wir haben hier sehr gute neue Kontakte geknüpft und bestehende Kontakte erneuert“, so der FAGE-Chef. 
(FAGE, Halle 7.2b, Stand A-02, Kontakt: Anthony Sikpa, Tel +233-(020)- 8221397, E.-Mail: ansikpa@yahoo.com)

Der Kirschessigfliege den Kampf ansagen
Seit 2011 bereitet ein neuer Schädling den europäischen Obstbauern große Sorgen: die aus Asien stammende Kirschessigfliege (Drosophila suzukii). Sie befällt eine Vielzahl von Früchten und breitet sich durch ihren kurzen Generationenzyklus in rasender Geschwindigkeit aus. Catherine-Aryelle Baroffio vom Schweizer Forschungsinstitut Agroscope stellte den Messebesuchern auf der FRUIT LOGISTICA im „Future Lab“ die neuesten Erkenntnisse aus ihrer Forschungsarbeit vor. 
Die Kirschessigfliege liebt es feucht, schattig und nicht zu kalt. Allerdings können die Weibchen auch eine Winterwoche bei Minustemperaturen überstehen, wie die Wissenschaftlerin herausgefunden hat. Unter einer Schneedecke können sie sich perfekt verstecken. Zudem nisten sie sich gerne in umliegenden Hecken ein, um dann zur Eiablage auf die Früchte zu wechseln. Wie aber lässt sich ihre Aktivität eindämmen? 
Die schlechte Nachricht zuerst: Eine einfache Bekämpfung mit einem „Superinsektizid“ wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Auch natürliche Feinde – Predatoren – sind in unseren Breitengraden noch nicht bekannt. Für die Ausbringung steriler Männchen, mit der eine Reihe anderer Schädlinge erfolgreich bekämpft werden kann, ist das Reservoir zu groß – „das wäre wie ein Tropfen im Ozean“, so die Wissenschaftlerin. „Nur mit einer Kombination aus verschiedenen Maßnahmen wird es gelingen, den Schädling einzudämmen.“ Neben einer ergänzenden chemischen Bekämpfung müssen dabei an oberster Stelle Hygienemaßnahmen stehen – also: Die Bäume komplett abernten, keine abgefallenen Früchte am Boden liegen lassen und befallenes oder verdächtiges Obst niemals auf den Kompost geben. Zudem empfiehlt Baroffio, Fallen mit Lockstoffen, beispielsweise Apfelessig, aufzustellen, sobald die Fliege in der Region ermittelt wurde. 200 Stück pro Hektar müssen es sein, damit die Methode Wirkung zeigt. Zwar kommen auf den Landwirt damit Kosten von rund 3.000 Euro je Hektar zu – doch: „Dies ist die einzige Möglichkeit, nicht die ganze Ernte zu verlieren und die Früchte verkaufen zu können.“ Jüngste Untersuchungen an Himbeeren haben gezeigt, dass die Ausbringung von Kalk (zwei Kilogramm pro Hektar) gut zu wirken scheint. Um Empfehlungen auszusprechen, sei es allerdings noch zu früh, sagte Baroffio. „Im Moment liegt unsere einzige Chance darin, die Population von Anfang an so klein wie möglich zu halten. Wenn dabei aber nur ein einziger Betrieb nicht mitmacht, ist das eine Katastrophe für die ganze Region.“

Es geht auch ohne Sonne
In einigen Jahren könnte das Sonnenlicht als direkte Wachstumsquelle der Pflanzenzucht ausgedient haben. Bald sei die LED-Technologie so ausgereift und wirtschaftlich, dass sie im industriellen Maßstab wirtschaftlich eingesetzt werden könne. Diese These vertrat Dr. Thomas Schwend von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im Future Lab, einer Veranstaltungsreihe der FRUIT LOGISTICA. Im Gegensatz zu herkömmlichen Natriumdampflampen lasse sich bei LED (Licht emittierenden Dioden) der Fokus auf das maßgeblich für Wachstum verantwortliche rote und blaue Licht legen, sagte Schwend. Auch die Bestandteile der Pflanzen ließen sich beeinflussen. So sei es gelungen, Basilikum ganz ohne Sonnenlicht zu züchten. Durch weitere Veränderung des LED-Spektrums könnten die Pflanzen so modifiziert werden, wie es für die jeweilige Kultur gewünscht sei. Im Basilikum steige durch erhöhte Zufuhr roten und dunkelroten Lichts, der Anteil von Rosmarinsäure, die als Antioxidantium unter anderem die Anfälligkeit gegen Viren mindert. 
Schwend sieht die Vorteile des industriellen LED-Einsatzes aber vor allem darin, dass in Zeiten zunehmender Urbanisierung die Produktion von Genusspflanzen in den Städten aufgenommen werden kann. Der Platzbedarf sei geringer, der Transportaufwand und damit die Emissio-nen ließen sich ebenfalls deutlich verringern und der Wartungsbedarf der LED sei „nicht relevant“. Zurzeit sinke der Preis, so dass sich der Einsatz in einigen Jahren rechne. In den zwei Jahren, die an seinem Institut bereits an diesem Projekt geforscht werde, seien keine negati-ven Effekte der künstlichen Beleuchtung aufgetreten.
(Future Lab, Dr. Thomas Schwend, Telefon: +49(0)816171-5078, E-Mail: thomas.schwend@hswt.de, Internet: http://www.hswt.de/forschung/forschungseinrichtungen/institut-fuer-gartenbau/led-forschung.html)

Mit Visual Merchandising den Obst- und Gemüseumsatz steigern
Mit einer neuen Gestaltung der Präsentation des Obst- und Gemüseangebotes in den Supermärkten lässt sich im Rahmen einer engeren Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Einzelhandel der Umsatz deutlich steigern. Wie das funktioniert, stellten das italienische Centro Servizi Ortofrutticoli (CSO), die Marketing-Spezialistin Cristina Ravazzi und die Globus-SB-Warenhaus Holding auf der FRUIT LOGISTICA vor. Es gilt, Warenkategorien in neuen Gruppierungen zusammenzufassen, die den Kunden attraktiver, funktioneller und logischer erscheinen, betonte Ravazzi. Durch kürzere Regalzeilen und breitere Gänge werden bessere Möglichkeiten geschaffen, um mit den Kunden zu kommunizieren und sie zu unterhalten. Es gilt, in Teamwork das gesamte Geschäft zu einer „Animationszone“ zu machen und die Waren produktorientierter zu präsentieren. „Visual Merchandising ist ein zukünftiges Muss für den Obst- und Gemüsebereich, denn es weckt die Emotionen der Kunden“ sagte Hans-Jürgen Kirsch, Direktor für Frischprodukte bei Globus. Wichtig sei es, den Produkten ein Gesicht zu geben, in dem man den Käufern beispielsweise die Produzenten oder die Herkunftsregion zeigt und so das Vertrauen in die Ware festigt. Deshalb spiele auch die Qualität eine entscheidende Rolle. Viele Geschäfte würden den Fehler machen, unreife Früchte anzubieten nur um die ersten zu sein. Die Erzeuger spielen eine ausschlaggebende Rolle, um zielgerichtete und systematische Absatzmaßnahmen in den Geschäften zu fördern und zu koordinieren, so CSO-Präsident Paolo Bruni. Wie die Kommunikation mit den Kunden in der Zukunft aussehen kann, können Messebesucher bereits testen. Das Servicecenter hat die App „Fruitness Beacon“ zum Download bereitgestellt. Mithilfe der Bereitstellung von Informationen zu den italienischen Ausstellern via Smartphone -App könnten Kunden direkt im Supermarkt sofort Details zu den Obst- und Gemüsesorten erfahren.

Energiesparend und effektiv unter Glas produzieren
Den Verbrauch fossiler Energie für die Beheizung von Gewächshäusern so weit wie möglich zu reduzieren – darauf zielt das Versuchsprojekt der Zukunftsinitiative NiedrigEnergieGewächshaus (ZINEG). Im November 2014 gewann ZINEG den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Forschung für die herausragenden Ergebnisse zur Energieeinsparung. So sind, durch die Kombination von Wärmeschutzverglasungen und Schirmsystemen mit intelligenter Steuerung, Energieeinsparungen von bis zu 90 Prozent im Vergleich zu einfachverglasten Gewächshäusern ohne Energieschirm möglich. Debets Schalke baut für einen führenden österreichischen Züchter von Beet- und Topfpflanzen ein ein Hektar großes Niedrigenergie-Gewächshaus. Es ist mit Seitenfassaden aus Wärmeschutzglas ausgestattet. Das Dach besteht aus speziellem Sicherheitsglas. Ergänzend zum Energieschirm im Dach wird an den Pfetten ein weiterer Energieschirm an der Fassade montiert.
Eine innovative Lösung für die Pflanzenproduktion unter Glas stellt auch KUBO Greenhouse Projects auf der FRUIT LOGISTICA 2015 vor: Ultra-Clima®. Dies ist neues Gewächshaus-Konzept. Dank der Optionen zur Klimasteuerung können Produzenten Pflanzen unter optimalen Bedingungen anbauen. Der Einsatz von Ventilatoren schafft ein einheitliches Klima im gesamten Gewächshaus. Mithilfe der Herstellung eines Überdrucks im Gewächshaus wird die Flugfähigkeit von Insekten unterbunden. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten und Befall, sodass die Züchter Pflanzenschutzmaßnahmen verringern können. (Halle 1.2, Stand D-09, Kontakt: Henk van Tuyl, Telefon: +31-611-028793, E-Mail: hvantuyl@kubo.nl)

Genaue Fehlererkennung mit UNITEC-Systemen
Auch in diesem Jahr ist auf der FRUIT LOGISTICA das Ausstellungssegment „Technik und technische Systeme“ weiter gewachsen. Das Angebot der vertretenen Firmen reicht von Saatgut und Anbautechnik über Kühl- und Reifeanlagen bis hin zu Verpackungsmaschinen und Verkaufseinrichtungen. Der langjährige Aussteller UNITEC zum Beispiel bietet Technologien für die Verarbeitung von mehr als 35 Obst- und Gemüsearten und präsentiert auf der Messe in Halle 4.1 zahlreiche Innovationen für alle Verarbeitungsphasen von frischem Obst und Gemüse bis hin zur Verpackung. Dazu zählen auch Lösungen für die schonende interne und externe Qualitätssortierung der Früchte. Neue Technologien verbessern auf diesem Gebiet die automatische Qualitätsauswahl im Vergleich zu bisherigen Verfahren erheblich.
Mit den UNITEC-Systemen lassen sich alle Obstarten qualitativ sortieren, wie zum Beispiel unter anderem Äpfel, Aprikosen, Heidelbeeren, Kirschen und Pfirsiche. Das „Cherry Vision 2“ stellt einen wichtigen Entwicklungsschritt hinsichtlich der Erkennung von Fehlern bei Kirschen dar. Die Effizienz werde durch die jüngsten Erfahrungen der führenden chilenischen Kirschproduzenten bei der gerade abgeschlossenen Kampagne belegt, so der Aussteller. Dabei seien wesentliche Verbesserungen bei den Erfassungsraten von Rissen in Kirschen erreicht worden, die durch Regen während der vergangenen Saison in Chile verursacht worden sind. (Halle 4.1, Stand A-02, Kontakt: Clara Colonelli, Telefon: +39-342-9316471, E-Mail: clara.colonelli@unitec-group.com)

GlobalG.A.P: Kooperation ist das A und O
Eine Qualitäts-Zertifizierung ist für den Obst- und Gemüsesektor uner-lässlich Bei der Vielzahl der vorhandenen Audits können Produzenten aber auch schnell überfordert werden. Um Aufwand und Kosten zu sparen, hat die GlobalG.A.P-Initiative eine neue Partnerschaftsoffensive ins Leben gerufen, die sie bei ihrer jährlichen Pressekonferenz auf der FRUIT LOGISTICA vorstellte.
„Es gibt noch viel zu viele Doppelkontrollen im Obst- und Gemüsean-bau. Zusammenarbeit ist der schnellste Weg, um sie zu verringern“, erklärte Guy Callebaut, Obsterzeuger und Vorsitzender des Glo-balG.A.P-Lenkungsausschusses und stellte die jüngsten Partnerschaf-ten vor. So kooperiert die Organisation seit kurzem mit der britischen Initiative LEAF (Linking Environment and Farming) und dem Sustainable Agriculture Network (SAN). Betriebe, die die Anforderungen der SAN-Standards erfüllen, dürfen das Rainforest-Alliance-Siegel tragen. Zudem wurden strategische Partnerschaften mit der weltweit tätigen Univeg-Gruppe und der Rewe International AG eingegangen. Stolz sind die GlobalG.A.P.-Vertreter vor allem auf die „Erklärung von Abu Dhabi“. Diese Initiative zur weltweiten Ernährungssicherung durch gute landwirtschaftliche Praxis wurde Ende Oktober 2014 gemeinsam mit der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) der Lebensmittelkonzerne Nestlé, Unilever und Danone und dem International Trade Centre (ITC) ins Leben gerufen. 40 Unterzeichner haben sich bereits zu den Inhalten der Erklärung bekannt und damit „einen wichtigen Schritt hin zur Ernäh-rungssicherung der wachsenden Weltbevölkerung“ getan, wie Glo-balG.A.P.Geschäftsführer Kristian Moeller sagte.
Mittlerweile nehmen weltweit über 135.000 Produzenten an dem freiwilligen Zertifizierungssystem teil, das 1996 als europäische Initiative unter dem Namen EurepGAP ins Leben gerufen wurde und für gute landwirtschaftliche Praxis – Good Agricultural Practice – steht. Die meisten davon stammen aus Europa. „Dass der Anteil der anderen Kontinente geringer ist, liegt nicht an der Gebühr für die Zertifizierung – für Kleinbauern in Afrika liegt diese gerade einmal bei zehn Cent“, erklärt Guy Callebaut. Zudem gibt es auch die Möglichkeit der Gruppenzertifizierung. „Ein Hinderungsgrund ist wohl eher die Buchhaltungspflicht und die mit der Zertifizierung verbundenen Auflagen, wenn etwa sanitäre Anlagen neu eingerichtet werden müssen.“ Und es fallen Kosten an, wenn beispielsweise im eigenen Land keine Zertifizierungsstelle existiert. „Wir arbeiten daran, die Auditkosten zu senken, indem beispielsweise die Dokumente elektronisch verschickt werden“, sagte Callebaut. Das Optimum für ihn wäre eine gemeinsame Checkliste aller Zertifizierungs-Initiativen.
Leon Mol von der niederländischen Supermarktkette Royal Ahold be-richtet von den neuen Herausforderungen mit Blick auf die Lebensmit-telsicherheit. So sei die Tendenz, frisches Gemüse als Snack statt ge-kocht zu verzehren, zwar sehr zu begrüßen. Allerdings falle dabei auch ein wichtiger Schritt in der Abtötung von Keimen weg, wie sich am Beispiel der mit E.coli-Keimen verseuchten Sprossen gezeigt habe. Auch die veränderten Anbaustrukturen in den Herkunftsländern spielen dabei eine Rolle. Einige Länder wechseln jetzt von einem sehr hohen Einsatz synthetischer Düngemittel zu organischen Düngemitteln, die in der Tierproduktion anfallen. „Unbehandelte organische Düngemittel bergen Risiken – vor allem dort, wo sie direkt mit den essbaren Pflanzenteilen in Kontakt kommen“, so Mol. „Wir müssen versuchen, die Standards stets an die neuen Markterfordernisse anzupassen.“ (Halle 5.2, Stand A-06, Kontakt: Claudia Meifert, Telefon: +49(0)221-5799325; E-Mail: meifert@globalgap.org


www.fruitlogistica.de

Quelle: Messe Berlin/Fruit Logistica 2015

Veröffentlichungsdatum: 09.02.2015

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Fruit Logistica, aktuell, Presseberichte