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Interview: Brasilien will Exporte von Frischobst deutlich steigern

06. Februar 2015

Zum ersten Mal wird der Auftritt Brasiliens auf der Fruit Logistica durch die brasilianische Agentur zur Förderung von Exporten und Investitionen organisiert. Erst wenige Tage zuvor hatten Apex-Brasil und der Verband der Fruchtexporteure Abrafrutas ein Abkommen zur besseren Erschließung der internationalen Märkte unterzeichnet. Dafür werden die beiden Partner innerhalb von zwei Jahren 5,2 Millionen Real (rund 1,68 Millionen Euro) investieren.

Eduardo Caldas, Projektleiter Apex-BrasilDie Vereinbarung definiert als Zielmärkte Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Russland, Spanien, die USA und die Vereinigte Arabische Emirate. Im vergangenen Jahr erreichten die brasilianischen Obstexporte ein Volumen von 841 Millionen US-Dollar. An der Spitze der Abnehmer lagen die Niederlande (285 Millionen Dollar) vor Großbritannien (137 Millionen) und den Vereinigten Staaten (96 Millionen). Erfolgreichstes Produkt waren Melonen mit einer Gesamtmenge von 196.800 Tonnen, gefolgt von Mangos (133.000 Tonnen). Mit einer Jahresobstproduktion von 40 Millionen Tonnen liegt Brasilien weltweit nach China und Indien auf dem dritten Platz, exportiert davon bisher aber gerade einmal rund zwei Prozent.
Foto: Eduardo Caldas, Projektleiter Apex-Brasil. Fruit Logistica

FOTO „Wir treten in diesem Jahr noch zielgerichteter auf“, sagt Eduardo Caldas, Projektleiter von Apex-Brasilauf der FRUIT LOGISTICA. „Unser Fokus liegt noch stärker bei den Frischobstproduzenten. Das heißt nicht, dass wir kein verarbeitetes Obst verkaufen wollen, aber die Charakteristik ganzer Früchte vereinfacht die Logistik und erleichtert den Abschluss von Geschäften.“ 15 Firmen präsentieren sich am Gemeinschaftsstand in Halle 23, darunter viele Stammgäste auf der FRUIT LOGISTICA wie Agricola Famosa, Itaueira und Jaguacy, aber auch neue Unternehmen. Brok Fresh Fruit aus Fortaleza präsentiert hier erstmals die hochwertigen Pura Vida-Bananen in einer neuartigen Banderolen-Verpackung.

Eduardo Caldas sieht ein klares Potential für eine deutliche Steigerung der Ausfuhr von Frischobst. „Wenn wir Zugang zu zusätzlichen Märkten hätten, um dort die Qualität und Zuverlässigkeit unserer Produkte darzustellen, könnten wir die Exportraten bei manchen Früchten verdoppeln. Auf der FRUIT LOGISTICA erhofft man sich hier Fortschritte, denn „sie bringt uns Besucher aus der ganzen Welt. Das ist einer der Gründe, warum wir in Berlin sind.“ Für die brasilianischen Aussteller sei es „eine Pflicht, hier zu sein“.

Die Obstproduktion hat nicht nur eine große Bedeutung für die brasilianische Wirtschaft, sondern auch einen wichtigen sozialen Aspekt, betont Eduardo Caldas. Mit mehr als zwei Millionen Hektar Anbaufläche und mehr als fünf Millionen Beschäftigten sichert sie eine Vielzahl von Arbeitsplätzen und sorgt für Aufschwung in wirtschaftsschwachen Regionen. In einigen Landesteilen ist der Anbau von Früchten die einzige Möglichkeit für wirtschaftliche Entwicklung.

www.fruitlogistica.de

Quelle: Messe Berlin/Fruit Logistica 2015

Veröffentlichungsdatum: 06.02.2015

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Interview, Brasilien, Exporte, Frischobst