Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Händler und Verbraucher in Russland stark von Embargo betroffen

05. Februar 2015

Für die Obst- und Gemüsewirtschaft Russlands ist die Fruit Logistica in diesem Jahr eine echte Herausforderung. Die Spannungen im Ukraine-Konflikt haben nicht nur Sanktionen des Westens gegenüber Russland zur Folge. Umgekehrt hat Russland auch ein Embargo über Agrarprodukte aus der EU, den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und Norwegen verhängt. Während in diesen Regionen lediglich die Produzenten sinkende Preisen hinnehmen müssen, trifft es in Russland sowohl die Wirtschaft, weil ihr Umsatz zu großen Teilen wegbricht, als auch die Verbraucher, die einige Produkte einfach nicht mehr kaufen können.

Ksenia Gorovaya Direktorin des russischen Agrarmarketing- und Logistikunternehmens CrispConsultingNormalerweise falle die Messe mit dem Ende der Saisonversorgung aus den USA zusammen, sagt Ksenia Gorovaya, die Direktorin des russischen Agrarmarketing- und Logistikunternehmens CrispConsulting (Foto links).  „In diesem Jahr hat die Versorgung wegen des Embargos nicht stattgefunden. Deshalb konzentrieren wir uns auf die Pflege der Handelsbeziehungen in der Hoffnung, dass die Krise bald zu Ende ist.“

Für einige Drittstaaten erweist sich das Embargo auch als Exportmotor. Gorovaya nennt als Nutznießer Moldawien, Serbien, die Türkei, China, Israel, Iran und Neuseeland sowie Staaten Afrikas und Lateinamerikas. „Recht viele Regionen haben Gewinn aus dem Embargo ziehen können.“

Zur Mangelware gehören der Managerin zufolge „hochwertige Äpfel und Birnen“. Auch beim Gemüse sei zu bestimmten Jahreszeiten nur die EU in der Lage, Kohl, Kartoffeln und Tomaten zu liefern. „Wenn die politischen Fragen gelöst sind, wird der Handel die Wege wiederfinden, auf denen er früher stattfand, wenn auch vielleicht mit einigen Änderungen“, sagt Gorovaya. 

Verschärft wird die Situation insgesamt durch die Abwertung des Rubels. Zwar sagt Gorovaya: „Unser Geschäft ist stärker von dem Embargo als von der Abwertung betroffen“, da Russland ohnehin keine Agrarprodukte aus dem Westen einführt. Wenn der Handel wieder beginnt, werden die Äpfel ihrer Ansicht nach mindestens doppelt so teuer wie vorher - vorausgesetzt, der Wert des Rubels bleibt auf dem derzeitigen Stand. Selbst heimische Ware werde teurer, da die russische Nahrungsmittelindustrie beispielsweise Dünger, Maschinen oder Saatgut importiert. „Niemand will Geld verlieren. Wenn das Getreide auf dem Weltmarkt in Dollar so und so viel kostet, wird es im russischen Inland dasselbe kosten.“
 
www.fruitlogistica.de

Quelle: Messe Berlin/Fruit Logistica 2015

Veröffentlichungsdatum: 05.02.2015

Schlagwörter

Händler, Verbraucher, Russland