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Bio ist keine Nische mehr: Demeter-Fachtagung 2014

15. Dezember 2014

Vom 26. bis 27. November 2014 fand die diesjährige Fachtagung „90 Jahre biodynamisch – der Kurs in die Zukunft“ von DemeterBaden-Württemberg gemeinsam mit der Evangelischen Akademie in Bad Boll statt.Rund 60 Teilnehmer beschäftigten sich vor allem mit der Frage, wie die Zukunft des Öko-Anbaus - Bio 3.0 - aussehen wird. Mit Experten-Vorträgen und in gemeinsamen Diskussionsrunden widmeten sich Öko-Landwirte sowie interessiertes Fachpublikum dem Thema. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion war man sich darüber einig, dass Bio längst keine Nische mehr ist. Trotz der Erfolge müssen zukunftsfähige innovative Wege eingeschlagen werden. Für die Stärkung der Öko-Landwirtschaft sind sinnvolle Kooperationen und Netzwerke zwingend erforderlich, so das Fazit der Tagung.
 
Vor 90 Jahren gab Rudolf Steiner auf Gut Koberwitz mit seinem „LandwirtschaftlichenKurs“ der Landwirtschaft eine Neuorientierung – es war die Geburtsstunde des Öko-Landbaus. Dass Rudolf Steiners Gedanken immer noch ein großes Zukunftspotential für die Bio-Branche haben, zeigten Fachexperten in ihren fünf Impulsvorträgen bei der diesjährigen Fachtagung von Demeter Baden-Württemberg auf. Zudem stellten sie ihre Visionen der biodynamischen Zukunft vor allem zu den Themen Wissenschaft, Tierhaltung und Kapitalfinanzierung vor.
 
„Hier passiert wirklich etwas im Boden!“, lobte der Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Urs Niggli (Bild rechts) vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau im schweizerischen Frick die Erfolge der biodynamischen Wirtschaftsweise. Eine bessere Qualität bei Demeter-Lebensmitteln im Vergleich zu konventionellen Produkten lässt sich zudem wissenschaftlich belegen. Trotz den bisherigen enormen Erfolgen dürfe man die Weiterentwicklung des biodynamischen Anbaus nicht aus den Augen verlieren. „Die Nutzung technologischer Innovationen ist dafür unabdingbar. Besonders in den Bereichen Düngung und Pflanzenschutz würden sie die Arbeit wesentlich erleichtern“, so Urs Niggli in seinem Vortrag. Sein Wunsch: „der Demeter-Landwirt als Vorbild für einen verantwortungsbewussten Umgang mit neuen Technologien“.

Bio ist keine Nische mehr

Wie beliebt sind Bio- und Demeter-Produkte bei den heutigen Verbrauchern? Gibt es überhaupt die Öko-Branche? Wo geht die Reise der Bio-Branche hin? „Die heutige junge Generation ist die erste, für die Bio beim Kauf selbstverständlich ist und stellt damit ein enormes Potential, das es zu bedienen gilt," stellte Johannes Ell-Schnurr, Geschäftsführer von Demeter Baden-Württemberg bei der abschließenden Podiumsdiskussion fest.  Abschließend waren sich alle Teilnehmer der Tagung darüber einig, dass Bio längst kein Nischenprodukt mehr sei.

„Demeter ist bei den Verbrauchern als Premiummarke im Bewusstsein, aber noch nicht in jedem Kühlschrank angekommen, meinte Klemens Fischer vom Demeter-Verband. Fischer verwies auf eine kürzlich erschienene Umfrage vom Forsa-Institut, in der Demeter, die zweitbeliebteste Lebensmittelmarke in Deutschland ist. Bernd Eberle, Geschäftsführer der Werbeagentur Eberle, sah für die Bioprodukte eine Chance darin, dass der Verbraucher sich werteorientierter verhalte als früher. „Ethische Kriterien spielen mittlerweile bei der Kaufentscheidung eine große Rolle. Der Kunde will Mehrwert.“

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Quelle: Demeter BW

Veröffentlichungsdatum: 15.12.2014

Schlagwörter

Bio, Nische, Demeter, Fachtagung, Bad Boll