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Können neue Bio-Pestizide Erträge ohne Schädigung von Honigbienen schützen?

20. November 2014

Ein potentielles neues Bio-Pestizid, das aus Spinnengift und Schneeglöckchenprotein gemacht ist, tötet landwirtschaftliche Schädlinge, aber zeigt minimale Toxizität für Honigbienen, meint eine neue Forschung. Das Lernen und die Erinnerung von Honigbienen, die dem Pestizid ausgesetzt waren, wurden nicht beeinträchtigt, sogar bei Dosen, die höher waren, als sie normalerweise in der Umwelt anzutreffen sind.

Insektenbestäubung ist wichtig für die Lebensmittelproduktion, allerdings gibt es Besorgnisse, dass einige Neonicotinoid-Pestizide, die für Säugetiere sicher sind, Bienen und andere bestäubende Insekten schädigen könnten. Tatsächlich wurde die Verwendung von drei von ihnen vor kurzem von der Europäischen Kommission eingeschränkt.

Für diese Studie entwickelten Forscher ein neues Bio-Pestizid, ein biologisches Toxin, das die Erträge schützen soll, während es zugleich die Bienen nicht schädigt. Die Forscher kombinierten Toxine aus dem Gift der australischen Trichternetzspinne (Hadronyche versuta) mit einem Protein aus der Schneeglöckchenpflanze (Galanthus nivalis), um das Insektizid herzustellen.

Allein ist das Spinnengift nicht toxisch für Insekten, die es aufnehmen, da es das Nervensystem nicht erreichen kann. Allerdings kann das Toxin, wenn es mit einem Trägerprotein kombiniert wird, die Darmwand überwinden. Das ist der Fall bei einigen Insekten (z.B. Schädlingen), aber anderen nicht (z.B. Honigbienen). Wenngleich noch weitere Forschung notwendig ist, um die Wirksamkeit des Bio-Pestizids mit konventionellen Pesiziden zu vergleichen, zeigen die Ergebnisse, dass diese neue Substanz sich als eine vielversprechende Alternative erweisen könnte, sagen die Forscher.

Quelle: Science for Environment Policy, Nakasu, E.Y.T., Williamson, S.M., Edwards, M.G. et al. (2014). Neues Bio-Pestizid basierend auf Spinengiftpeptid zeigt keine negativen Auswirkungen auf Honigbienen. Veröffentlichung der „Royal Society“ B. 281: 20140619. DOI:10.1098/rspb.2014.0619.
Kontakt: a.m.r.gatehouse@ncl.ac.uk.

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Veröffentlichungsdatum: 20.11.2014

Schlagwörter

Bio, Pestizide, Schädigung, Honigbienen, schützen