Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 45 / 14 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

13. November 2014

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte: Spanische Clementinen drängten mit einer enormen Kraft in wesentlich gewichtigerem Umfang als in der Vorwoche auf den Markt. Als Beispiele sind da Marisol, Oronules und Clemenpons zu nennen in vielfältigen Abpackungsgrößen von 2,3 bis 10 kg. Mit jeder neuen Lieferung hatte sich das Aroma verbessert. Immer mehr Chargen wurden nicht künstlich entgrünt. Die niedrigen Temperaturen verstärkten den Bedarf und die Verkaufszahlen stiegen an. Gleichwohl war die Versorgung so hoch, dass die Händler ihre Forderungen sukzessive nach unten schrauben mussten. Güteinduziert lagen weite Spannen vor. Italien rundete in diesem Bereich ab, oft durch Aufmachungen mit Blatt. Spanische Satsumas hatten merklich an Bedeutung verloren. Dafür stockte man die Produktpalette aus der Türkei augenscheinlich auf. In Folge mangelnden Geschmacks konnten gerade diese Offerten kaum überzeugen, was häufig in Vergünstigungen mündete. Für den Vertrieb von Mandarinen steuerte die Türkei punktuell Murcott bei, die zu 1,- € je kg flott umgeschlagen wurden.

Äpfel
Deutschland und Italien standen hinsichtlich der abgeladenen Mengen an der Spitze des Angebotes. Einheimische Golden Delicious und Elstar sowie italienische Golden Delicious und Granny Smith dominierten. Aus Italien kamen mittlerweile Fuji und Pink Lady, die sich in einem kleinen Rahmen beteiligten. Erste französische Pink Lady tauchten in Hamburg zu 2,- € je kg auf; mit einer zunehmenden Präsenz wird in der 46. KW gerechnet. Spanien partizipierte unter anderem mit Camspur und Golden Delicious am Geschäft; die Früchte wurden aber nur verhalten nachgefragt. Die Verfügbarkeit dehnte sich aus und war mancherorts für die Unterbringungsmöglichkeiten zu üppig. Die Bewertungen blieben dennoch für gewöhnlich halbwegs stabil. Lediglich in Berlin sanken die Kurse für inländische und italienische Zufuhren generell, während die für französische das bisherige Niveau bestätigten. Bezüglich ihrer Kondition nachlassende Ware, die insbesondere in München auftrat, musste verbilligt abgegeben werden.

Birnen
Italien bestimmte mit Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ das Geschehen. Aus Deutschland stammten vorrangig Alexander Lucas und Conference. Die Niederlande schickten Conference und Gute Luise. Der Bedarf konnte nicht immer komplett gedeckt werden, weshalb sich die Preise bei einzelnen Varietäten nach oben verschoben. So verteuerten sich in München beispielsweise italienische Santa Maria mit reiner Schale, da diese recht knapp waren. Bei einer steten Vermarktung änderten sich die Notierungen in der Regel nicht wesentlich. In Köln hob man die Forderungen für italienische Williams Christ an. In Hamburg musste für italienische und einheimische Produkte grundsätzlich tiefer in die Tasche gegriffen werden. In Frankfurt stieß die Clubsorte Sweet Sensation ® aus den Niederlanden bloß auf wenig Interesse. Auch bereits zu weit gereifte Red Bartlett aus Italien generierten unzureichenden Zuspruch.

Tafeltrauben
Türkische Sultana, italienische Italia sowie griechische Thompson Seedless prägten die Szenerie. Aus Italien standen zudem unter anderem Crimson Seedless, Sugrone und Red Globe parat. Brasilien beteiligte sich mit etablierten Sugraone und Thompson Seedless sowie ersten Crimson Seedless, für die man in Frankfurt 21,- bis 23,- € und in Köln 25,50 € je 4,5 kg zahlen musste. Trotz einer verringerten Versorgung gelang es für gewöhnlich, die Nachfrage zu befriedigen. Lediglich in Berlin schränkten sich die Anlieferungen zu sehr ein, was zu anziehenden Kursen führte. In Frankfurt wurden die Bewertungen für italienische Partien generell erhöht. Ungenügend ausgefärbte türkische Sultana mussten hingegen in Hamburg Vergünstigungen hinnehmen, da das Verkaufstempo ins Stocken geriet.

Kiwis
Italien und Neuseeland beherrschten das Geschäft. Griechische Offerten verknappten sich und waren tageweise nicht mehr verfügbar. Dennoch verbilligten sich in Hamburg die in 10-kg-Kartons abgepackten Früchte. Die italienischen und neuseeländischen Abladungen orientierten sich an den Unterbringungsmöglichkeiten, weshalb sich die Notierungen in der Regel wenig änderten. Mit französischen Chargen wird in Kürze gerechnet.

Orangen
Spanische Navelina sprangen dank kräftig ausgedehnter Anlieferungen an die Spitze des Angebotes. Sie verdrängten somit südafrikanische Valencia Late. Ihre Ausfärbung überzeugte allerdings nicht vollends, weshalb sich die Nachfrage in Grenzen hielt. Trotzdem tendierten die Preise eher auf- als abwärts. Südafrika schickte die meisten Varietäten. Simbabwe war hier und da mit Valencia Late am Handel beteiligt. Insgesamt wurden die Forderungen der Vorwoche bestätigt, nur bei kleinfallenden Produkten kam es zu mengeninduzierten Vergünstigungen.

Zitronen
Die Präsenz der dominierenden spanischen Ware verstärkte sich. Die Zufuhren standen nicht im Einklang mit der Abnahme, woraus sich unweigerlich niedrigere Bewertungen ergaben. Die komplettierenden türkischen Abladungen wurden weniger beachtet. Es bildeten sich Überhänge, die schnell an Konditionsschwächen litten. Auch in diesem Sektor konnten Verbilligungen nicht vermieden werden: zum einen aufgrund von Anpassungen an die spanischen Mitstreiter, zum anderen wegen der Qualitätsminderung. Letzte argentinische Partien wurden zu 20,- € je 18-kg-Karton ausverkauft.

Bananen
Das Angebot ließ kaum Veränderungen hinsichtlich des Markenvorkommens oder der Herkünfte erkennen. Die Händler hatten die Bereitstellung weitgehend auf das in ruhigen Bahnen verlaufende Interesse abgestimmt. Die Notierungen verharrten für gewöhnlich auf dem bisherigen Niveau. Ein witterungsbedingt bescheiden angewachsener Zuspruch ermöglichte vereinzelte minimale Verteuerungen, die im Anschluss auf den Zugriff keinen schmälernden Einfluss hatten.

Blumenkohl
Die Verfügbarkeit inländischer Produkte schränkte sich merklich ein. In der Regel glänzten sie mit überzeugenden Eigenschaften, sodass die Preise angehoben werden konnten. Im Folgenden zeigten sich jedoch gelegentlich leichte Einbrüche seitens der Nachfrage. Ergänzende Importe aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden wurden trotz höherer Einstände in den meisten Fällen ohne Verzögerungen untergebracht. Italienische Abladungen waren inzwischen auf dem Münchener und Frankfurter Markt vorrätig. In Hamburg setzte die Konkurrenz von den britischen Inseln die französischen Offerten unter Druck, was sukzessive Vergünstigungen auslöste.

Salat
Spanien gab beim Eissalat klar den Ton an. Italien, die Niederlande und Deutschland waren nur vereinzelt vertreten. Die Anlieferungen konnten mit dem Bedarf nicht Schritt halten, sodass insbesondere spanische Ware einen satten Bonus erzielte. Den Verkauf von Kopfsalat teilten sich hauptsächlich Belgien und das Inland, wobei die einheimischen Köpfe bezüglich der Qualität nicht immer die Ansprüche erfüllten. Italien und die Niederlande rundeten mit überschaubaren Chargen ab. Nach und nach zeichnete sich ein Versorgungsengpass ab und es musste generell stufenweise mehr gezahlt werden. Obwohl sich der Nachschub von inländischen Bunten Salaten einschränkte, kam es aufgrund von sich anbahnender Konditionsschwäche zu Verbilligungen. Die Angebotslücke schlossen Ankünfte aus Italien und Belgien, für die man güteinduziert tiefer in die Tasche greifen musste. Endivien stammten vorwiegend aus einheimischer Ernte; Italien komplettierte. Die Einfuhren konnten mit einer besseren Frische punkten und wurden flotter gehandelt als die deutschen Partien.

Gurken
Das Gros hatte Spanien zur Verfügung gestellt. Das Gesamtvolumen genügte, um das Interesse zu stillen. Spanische und griechische Abladungen lagen im unteren Preisbereich, während niederländische und einheimische Produkte am teuersten waren. Belgische Erzeugnisse blieben nahezu unverändert bewertet. Türkische Minigurken bestimmten vor inländischen und niederländischen das Geschehen. Am meisten musste für niederländische Offerten aufgewendet werden, türkische waren indes am günstigsten.

Tomaten
Bei den Rispentomaten dominierten die Niederlande und Belgien. Bei einem kontinuierlichen Handel modifizierte man die Forderungen in der Regel lediglich in einem geringen Ausmaß. Runde Tomaten kamen vorherrschend aus Spanien und ergänzend aus den Niederlanden. Die Räumung erfolgte eher zögerlich, sodass hier und dort Nachlässe bewilligt wurden. Hauptsächlich aus Belgien stammten Fleischtomaten. Marokko gewann jedoch mit ausgedehntem Nachschub an Wichtigkeit. Der Markt war gut bestückt und der Warenabfluss geriet ab und an ins Stocken. Kleinere finanzielle Einbußen konnte man nicht vermeiden. Kirschtomaten aus niederländischer Ernte befanden sich im Fokus. Italien und Spanien hatten hinsichtlich der Mengen etwas weniger vorzuweisen. Bloß mancherorts verharrten die Notierungen auf bisherigem Niveau. In den häufigsten Fällen musste die Chargen wegen verhaltenen Zugriffs mit Verbilligungen abgegeben werden.

Gemüsepaprika
Spanien hatte die größte Auswahl von roten, grünen und gelben Varietäten. Aber auch die Türkei beteiligte sich bei den grünen Typen ansehnlich am Geschehen, während es bei den roten und gelben die Niederlande waren. Niederländische Anlieferungen mussten sich schon anfangs dem Druck der spanischen Konkurrenz beugen und die Preise anpassen. Aufgrund der unbefriedigenden Nachfrage hatten sich in der ersten Wochenhälfte die Aufrufe der meisten Anbieter angeglichen. Danach nahm das Geschäft langsam Fahrt auf, wovon niederländische und belgische Offerten am ehesten profitierten. In Frankfurt und Köln wurden türkische Erzeugnisse von Tag zu Tag günstiger; ansonsten bewegten sich deren Notierungen nur marginal.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln stammten ausschließlich aus Spanien. Man hatte die Importe hinreichend auf die Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmt. Die Bewertungen verharrten daher durchgängig auf einem konstanten Niveau. Erwartete Verteuerungen, z. B. wegen angehobener Frachtraten, fassten bisher keinen Fuß. Bei Haushaltsware herrschten deutsche Produkte vor, wurden oft sogar alleinig abgeladen. Weniger üppige Partien hatten ihren Ursprung in den Niederlanden oder in Österreich. Der Verkauf verlief in der Regel völlig unaufgeregt. Da sich die Versorgung angemessen an der ruhigen Order orientierte, traten keine wesentlichen Veränderungen der Notierungen auf.


Weitere Informationen

Frankfurt
Südafrika verstärkte die Lieferungen an Aprikosen, Nektarinen und Pfirsichen, doch die Nachfrage konzentrierte sich auf andere Obstarten. Das wieder angewachsene Angebot an Heidelbeeren aus Chile, Argentinien, Uruguay, Peru und Mexiko traf hingegen auf ein freundliches Interesse. Himbeeren in 250-g-Schalen aus der Treibhauserzeugung des Inlands bewegten sich preislich fast gleichauf mit den 125-g-Offerten aus Spanien. Trotz mangelnden Bedarfs stiegen die Einstände deutscher Erdbeeren. Am Donnerstag gelangten niederländische Früchte der Klasse II an den Platz, die nur zwischen 0,90 und 1,20 € je 250 g kosteten und flott aufgenommen wurden. Lauchzwiebeln und Radieschen aus dem Inland verloren sukzessive an Güte, daher hatten erste italienische Chargen bessere Vermarktungschancen. Das Geschäft mit Dill und Petersilie lag nun in italienischer und spanischer Hand. Der Zuspruch bei Rosenkohl, Steckrüben, Schwarzwurzeln und Grünkohl blieb verhalten. Waren grüne Zucchini auch sehr günstig, so musste man aber für besondere Varietäten tief in die Tasche greifen: spanische runde schlugen mit 10,- € und belgische gelbe längliche mit maximal 16,- € zu Buche. Auberginen verbilligten sich zur Wochenmitte merklich auf 0,90 bis 1,10 € je kg. Der Höhenflug der Kurse französischer Artischocken setzte sich fort. Für die 15/20er-Kiste musste der Kunde bis zu 40,- € zahlen.

Hamburg
Schmackhafte Heidelbeeren aus Argentinien und Mexiko sowie Himbeeren aus Spanien wurden gern geordert. Südafrikanische Aprikosen wussten zu Beginn der Saison qualitativ zu gefallen und erzielten 32,- € je 5-kg-Steige. Knappe osteuropäische Steinpilze verteuerten sich kräftig auf 23,- € je kg. Sauber aufbereitete Buschbohnen aus Ägypten starteten zu 12,50 € je 4-kg-Karton. Frischer Kohlrabi aus Italien zu 0,55 € je Stück war schnell geräumt. Demnächst werden Muster aus Spanien erwartet.

Köln
Für Beerenobst im Allgemeinen brachte man eher bescheidenes Kaufinteresse auf. Infolge des kleinen, jedoch recht ansprechenden Sortimentes an Erdbeeren mussten bis zu 6,- € je kg bezahlt werden. Die ersten Kisten mit Nektarinen aus Südafrika waren vorrätig. Deren Beachtung hielt sich indes noch in engen Grenzen. Die Importe von Maronen aus spanischem und chinesischem Anbau vergrößerten sich stetig.

München
Die diesjährige Kampagne von einheimischem Beerenobst war praktisch beendet, qualitativ abfallende Sendungen an Kulturheidelbeeren und Himbeeren stammten ausschließlich aus den Lagern der Erzeuger und der am Markt ansässigen Händler. Bei herbstlichem Wetter stieg die Nachfrage nach Ananas wieder an. Der Absatz von Melonen aus dem mittel- und südamerikanischen Raum pendelte sich langsam auf ein schwächeres, aber konstantes Niveau ein. Aus Florida trafen erste Grapefruits ein; induziert durch eine flotte Aufnahme waren sie teurer als die Konkurrenz. Bei türkischen Feigen vollzog sich der Wechsel von frischer auf getrocknete Ware. Italien weitete sein Angebot aus: Ab Mitte der Woche stand neuerdings Brokkoli zur Verfügung. Italienischer Kohlrabi kompensierte die stark rückläufigen Mengen des inländischen. In anwachsendem Maß substituierten Radieschen aus Italien jene aus Deutschland; dies galt ebenso für Bundzwiebeln. Steinpilze aus Rumänien und Pfifferlinge aus Weißrussland wurden nur sporadisch in sehr überschaubarem Umfang bereitgestellt. Zu erheblich höheren Kursen offerierte man inzwischen Steinpilze aus Südafrika.

Berlin
Erdbeeren kamen kontinuierlich partienweise aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland. Das Interesse an den Früchten war jedoch verhalten. Die Zufuhren an peruanischem Spargel intensivierten sich sichtbar. Weiße Stangen wurden zu 5,- bis 5,50 € je kg vertrieben, grüne brachten etwa 0,50 € mehr für das Kilogramm. Die Order entsprach den Erwartungen.

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
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Veröffentlichungsdatum: 13.11.2014

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin