Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Österreich: 35% der Verbraucher kaufen aufgrund des Russland-Embargos regional

12. November 2014

Jedes Jahr wird am zweiten Freitag im November, heuer also am 14. November, der Tag des Apfels gefeiert. Dieses Jahr bekommt dieser mehrfache Aktualität: Einerseits war die Ernte hervorragend, andererseits traf das Russland-Embargo die Apfelbauern als Erste - die Marktsituation ist angespannt. Die EU unterstützt die Marketingmaßnahmen für Obst und Gemüse, die AMA macht mit der Kampagne #apfeldazu Gusto auf frischen Apfelgenuss.

Rund 65.000 t Äpfel verspeisen Herr und Frau Österreicher durchschnittlich im Jahr. Damit ist der Apfel das Lieblingsobst der Österreicher. 5% wurden im vergangenen Jahr in Bio-Qualität gekauft. In einer aktuellen AMA-Motivanalyse geben 28% der Befragten an, mindestens einen Apfel am Tag zu essen. Mehr als ein Drittel genießt mehrmals pro Woche Äpfel. Geschätzt werden deren Vielseitigkeit und Geschmack. 58% schauen gezielt auf heimische Qualität. Die Herkunft ist allerdings nur für ein Drittel klar genug gekennzeichnet. Mehr als die Hälfte der Befragten kauft Äpfel im Supermarkt.

Große Bedeutung hat auch die Direktvermarktung - vor allem zur Erntezeit. Mehr als die Hälfte kaufen frisch geerntete Äpfel direkt beim Bauern oder auf Märken. Interessant: 42% der Haushalte haben sie aus dem eigenen Garten. Den Konsumenten sind die Folgen des Russland-Embargos für die heimische Landwirtschaft bewusst. Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, seitdem bewusst mehr heimische Produkte beziehungsweise Äpfel zu kaufen. 

Heurige Ernte hervorragend

In Österreich werden auf rund 7.000 ha Äpfel kultiviert. Die überwiegende Menge kommt dabei aus der Steiermark mit rund 5.500 ha. Auch in Niederösterreich, im Burgenland und in Oberösterreich gibt es nennenswerte Apfelanlagen. Die heurige Apfelernte ist für die Bauern außergewöhnlich erfreulich. Die stets passende Witterung sorgte für eine überdurchschnittliche Menge und hervorragende Qualität. Die Freude ist jedoch getrübt. Der EU-weite Exportstopp nach Russland hat das bestehende Marktgefüge kräftig durcheinandergewirbelt. "Die Apfelpreise sind für die Landwirte so niedrig wie noch nie. Umso wichtiger ist es, die Konsumenten zu motivieren, noch mehr frische Äpfel zu genießen. Die Apfelbauern bieten heuer eine außergewöhnliche Qualität. Bei der großen heimischen Sortenvielfalt ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei", motiviert Rupert Gsöls, Präsident des Bundesobstbauverbandes, zum frischen Apfelgenuss. 

EU unterstützt AMA-Marketingmaßnahmen für Obst und Gemüse

Bereits im Frühsommer hat die AMA ein Marketingprogramm für Obst und Gemüse bei der EU eingereicht. Vor wenigen Tagen kam die Zusage für die Kofinanzierung durch die Kommission. Das bedeutet eine Aufstockung der Mittel um 100%. Die Laufzeit des Programms beträgt drei Jahre. Es startet im Juli 2015 und schließt nahtlos an das auslaufende Programm an. Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, freut sich über den Zuschlag: "Damit ist es der AMA bereits zum vierten Mal in Folge gelungen, mithilfe von Bund und Land eine Verdopplung der Finanzmittel zu erreichen." 

AMA lädt zum #apfeldazu

Mit der Initiative #apfeldazu will die AMA heimische Unternehmen motivieren, ihren Kunden und Mitarbeitern Gratis-Äpfel anzubieten. Namhafte Firmen nehmen bereits teil. Begleitet wird die Kampagne von umfangreichen Maßnahmen in den sozialen Medien. So werden der kreativste #apfeldazu-Moment und ein außergewöhnliches Apfelrezept gesucht. Alle Postings werden auf www.apfeldazu.at gesammelt. Auch klassische Maßnahmen stellen den Apfel an seinem großen Tag vor den Vorhang. Mehr als 40.000 Volksschüler in ganz Österreich erhalten einen Gratis-Apfel und einen Informationsfolder. Darüber hinaus machen Citylights und eine bundesweite Hörfunkkampagne auf die Stärken des Apfels aufmerksam. Für alle, die Äpfel auch gern verkochen, wurde ein Leporello mit außergewöhnlichen Apfelrezepten zusammengestellt. Dieser ist im Webshop der AMA-Marketing gratis erhältlich.


Quelle/Autor: Redaktion Landwirtschaftskammer Österreich

Veröffentlichungsdatum: 12.11.2014

Schlagwörter

Österreich, Verbraucher, Kaufen, Russland, Embargo, Regional