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Grünkohl ist angesagt: Kultgemüse

03. November 2014

Ein Blick über den Tellerrand in die USA zeigt, dort hat ein regelrechter Grünkohlboom eingesetzt hat. In Großstädten wie New-York ist es hip, Grünkohl als Smoothie zu trinken. Die gesundheitsbewussten Trendsetter haben ihn dort für sich entdeckt und verzehren ihn also roh z. B. mit Apfel, Banane und Co. fein püriert im Glas. Die zähen, sehr festen, gekräuselten und ziemlich bitteren Blätter werden in den USA außerdem als Salat serviert oder auch statt Chips gegessen und in allen möglichen weiteren Gerichten verarbeitet. Grünkohl wird in Amerika derzeit als gesündestesLebensmittel der Welt gefeiert. Nach Angaben der dortigen amtlichen Statistik liegt der Anbau in Amerika bei umgerechnet rund 2.500 ha;bemerkenswert an dieser Zahl ist, dass der größte Teil des geernteten Kohls als Frischware auf den Markt kommt.

Im Vergleich dazu liegt die Anbaufläche in Deutschland bei rund 1.100 ha. Hier wird der überwiegende Teil jedoch zu Tiefkühlware, Gläsern und Konserven verarbeitet. Nicht allerdings in Schleswig-Holstein. Hier wird diegesamte Produktion – von allerdings gerade mal rund 30 ha – frisch vermarktet. Nach Angaben des Statistikamtes Nord wurden im Vorjahr rund 470 t geerntet. Wie die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein mitteilt wird er in kleinen Einheiten von unter 1 ha angebaut und ist in Hofläden, auf Wochenmärkten und vereinzelt im regionalen Einzelhandel zu haben. 

Gute Ernte erwartet 

Wie die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein mitteilt, sind die Voraussetzungen für eine gute Ernte gegeben. Nach einem milden, sonnenreichen Anbaujahr präsentieren sich die Bestände in gutem Zustand. Die Haupternte hat jetzt begonnen. Im Anbau ist der Grünkohl im Vergleich zu anderen Kohlarten relativ anspruchslos. Er kann auch auf nährstoffärmeren Standorten erfolgreich angebaut werden. Wegen der schnellen Entwicklung und der erst spät im Jahr einsetzenden Nachfrage lässt er sich gut nach früh räumenden Kulturen wie z. B. Salaten oder Spinat pflanzen. Grundsätzlich kann noch etwa bis März geerntet werden, denn die Kultur verträgt je nach Sorte und Schneebedeckung Temperaturen bis zu minus 15 °C.  

Bundesweit werden jährlich rund 20.000 t Grünkohl geerntet; dahinter steht eine Anbaufläche von knapp 1.100 ha. Davon entfallen etwa rund 530 ha auf Nordrhein-Westfalen und rund 450 ha auf Niedersachsen, vor allem auf den Raum Südoldenburg, daher auch der Begriff „Oldenburger Palme“. In diesen Gebieten läuft die Ernte bereits seit August, da die Ware teilweise zu Konserven verarbeitet wird. Aufgrund der warmen Witterung ist die Entwicklung des Grünkohls weiter als in anderen Jahren. Ob die Erzeuger dadurch tatsächlich mit Mehrerträgen rechnen können, ist derzeit noch nicht absehbar, derzeit scheinen die Chancen auf eine gute Ernte recht gut zu sein. 

Auch andere Kohlarten wie Weißkohl, Rotkohl und Rosenkohl haben jetzt Saison. Die Ernte läuft auf Hochtouren. Hauptkohlanbauregion ist Dithmarschen. In Schleswig-Holstein werden nach Angaben des Statistikamtes Nord rund 3.500 ha Kohl angebaut. 

Die traditionell deftigen Kohlgerichte gelten nicht unbedingt als Inbegriff gesunder Küche, doch mit den vielen wichtigen Inhaltsstoffen machen sie einiges wett. Vielleicht versuchen Sie den gesunden Kohl ja auch mal roh in Form eines exotischen Smoothies?

Nachfrage steigt mit kühleren Temperaturen

Am meisten gefragt ist die Frischware in den Wochen vor Weihnachten, da der Grünkohl nach landläufiger Meinung nach dem ersten Frost richtig gut schmeckt. Wie die Landwirtschaftskammer berichtet, stimmt das zwar heute so nicht mehr, denn die erwerbsmäßig angebauten Sorten brauchen keinen Kältereiz mehr. Nur die älteren samenfesten Sorten, wie zum Beispiel die als besonders schmackhaft geltende ‚Lerchenzungen‘, sind auf Frost angewiesen, doch wächst der Appetit auf Deftiges bei niedrigeren Temperaturen. 


Quelle: Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Veröffentlichungsdatum: 03.11.2014

Schlagwörter

Grünkohl, Kultgemüse, Smoothie, Kartoffeln, New-York, Deutschland, Schleswig-Holstein