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BLE: Weiki - Mini-kiwi aus Deutschland

30. Oktober 2014

Gegen Ende der 43. Kalenderwoche präsentierte ein Händler im Frischezentrum Frankfurt deutsche Mini-Kiwis in offenen 125g-Faserformschalen. In jeder Schale war eine Sortenmischung mit sowohl grünfleischigen als auch rotfleischigen Kiwis enthalten. Die aus dem Breisgau stammende Bio-Ware sollte 1,90 € pro Schale kosten. Leider waren die Früchte schon sehr weich und leicht schrumpelig, was ihre Verkaufschancen minderte, nicht aber ihren Geschmack. Die Messungen mit dem Refraktometer ergaben für die grünen Kiwis Werte von 16,1 bis 20,2°Brix; für die roten Früchte 18,9 bis 20,7°Brix. Gekennzeichnet war die Umverpackung zwar mit „Weiki‘“, es waren aber mindestens noch zwei weitere Sorten in den Schälchen enthalten.
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Foto: BLE

Mini-Kiwis (Actinidia arguta) gehören zur Familie der Strahlen-griffelgewächse (Actinidiaceae), die in Asien (China, Japan, Ko-rea) beheimatet ist. Neben den großfrüchtigen Kiwis der Arten A. deliciosa und A. chinensis führten sie bisher eher ein Schattenda-sein. Der Vorteil gegenüber den herkömmlichen Kiwis ist aller-dings die gute Frostverträglichkeit der Pflanze, wodurch sie auch in Gegenden mit kalten Wintern im Freien angebaut werden kann. Mittlerweile nimmt der Anbau der Mini-Kiwi in Europa zu, sie wird zum Beispiel in Polen, Italien, Frankreich, Portugal, Belgien und auch in Deutschland angebaut. 

weikie mini kiwie bleAm Institut für Obstbau der TU München-Weihenstephan wurde vor mehr als 30 Jahren eine der ersten Sorten aus Actinida arguta ausgelesen und als Weiki (Weihenstephaner Kiwi) in den Han-del gebracht. Weiki ist nicht nur der Sortenname, sondern auch ein geschützter Handelsname. Die Weiki wurde über Jahre in Weihenstephan an der TU, aber auch an der Hochschule Weihen-stephan-Triesdorf (HSWT, früher FH Weihenstephan) erprobt und untersucht. Sie ist eine attrak-tive Schlingpflanze, ihre Blätter haben ein sehr schönes, sattes Dunkelgrün auf rötlichen Blatt-stielen; die Blüten sind weiß. Die Weiki-Pflanze verträgt Temperaturen bis zu minus 30 °C! Sie ist relativ anspruchslos, was den Boden betrifft, widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und pflegeleicht. (Foto: BLE)

Wie viele Mini-Kiwi-Sorten ist die Weiki zweihäusig, d. h. männliche und weibliche Blüten wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Man benötigt also mindestens zwei Pflanzen, eine männli-che für die Bestäubung und eine weibliche, die die Früchte trägt. Die Blütezeit ist Ende Mai. 

Bis zur ersten Blüte und zur ersten Fruchtbildung vergehen bei der Mini-Kiwi oft vier bis sechs Jahre – man benötigt also etwas Geduld. Weiki-Früchte reifen spät im Jahr (September/Oktober). Sie sind etwa stachelbeergroß und unbehaart. Erntereif sind sie, wenn die Schale eine bräun-lich/rötliche Farbe aufweist und die Früchte etwas weich sind. Ein junger weiblicher Weiki-Strauch kann 5 kg Früchte hervorbringen, ältere Pflanzen sogar bis zu 30 kg. 

Die Früchte schmecken fruchtig-süß, aromatisch mit relativ wenig Säure. Inzwischen wurden bis zu 70 Aromastoffe in A. arguta-Sorten identifiziert, während es in der gängigen Sorte Hayward nur etwa 15 sind. Mini-Kiwis haben einen hohen Vitamin C-Gehalt und enthalten viele sekundä-re Pflanzenstoffe, darunter phenolische Verbindungen und Carotinoide (ß-Carotin, Lutein). 

Die Früchte der Mini-Kiwi eignen sich nicht nur gut zum Naschen (Rohverzehr mit Schale), sie können auch zu Marmelade, Saft oder Dessertwein verarbeitet werden. Im Kühlschrank, gegen Verdunstung geschützt, halten die Früchte etwa drei Wochen; im Kühllager bei 0 °C und hoher relativer Luftfeuchtigkeit ca. zwei Monate. 


Quellen: BLE-hen/eis., TUM Fachgebiet Obstbau, obstbau.wzw.tum.de, gartensaison.de

Veröffentlichungsdatum: 30.10.2014

Schlagwörter

Weiki, Mini-kiwi, Deutschland, BLE