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Der Apfel: Karriere von der verbotenen Frucht zur Nummer eins unter den Obstarten

28. Oktober 2014

A wie Apfel – das Obst steht nicht nur im Alphabet sondern auch in der Verbrauchergunstganz vorn. Im Durchschnitt isst jeder Deutsche 25,9 Kilo pro Jahr. Die Auswahl ist groß: Da findet jeder seine Lieblingssorten. Ernährungswissenschaftler raten, Äpfel nicht zu schälen, sondern nach dem Waschen auf jeden Fall mit Schale zu essen. Damit die Früchte lange lagerfähig bleiben, müssen sie schonend geerntet und anschließend in einen „Winterschlaf“ gelegt werden.

Weltweit gibt es schätzungsweise 20 000 Apfelsorten. In Deutschland sind es immerhin etwa 1 500. Jede Sorte hat ihr spezielles Aroma und ihre besonderen Eigenschaften. Erwerbsanbauer haben insgesamt knapp 70 Sorten im Sortiment, davon erreichen etwa 30 eine größere Marktbedeutung. Zu den beliebtesten zählen der aromatisch-saftige Elstar, der süß-säuerliche Braeburn, der süße Gala und der feinsäuerliche Jonagold. Der lateinische Gattungsname für unseren Apfel lautet Malus, was übersetzt „schlecht, böse“ bedeutet.

Anbau

Während in größeren Gärten oder auf Streuobstwiesen hauptsächlich Hochstämme zu finden sind, setzen die Erwerbsanbauer auf sogenannte Niederstämme. Diese Bäume werden nur etwa zwei Meter hoch und stehen sehr dicht in der Reihe, sodass sie schon nach wenigen Jahren eine Hecke bilden. Damit die Bäume klein bleiben, wird ein schwach wüchsiger Wurzeltrieb („Unterlage“) mit der gewünschte Sorte („Edelreis“) veredelt. Gepflanzt wird im Herbst an frostfreien Tagen, wobei die Veredlungsstelle zehn Zentimeter über dem Boden liegen sollte. Zehn bis zwanzig Mal mehr Bäume als im Hochstammanbau bedeuten auch deutlich größere Investitionen. Doch die rechnen sich: Schon nach zwei bis vier Jahren liefern die Anlagen hohe und gleichmäßige Erträge sowie beste Qualitäten. Ein weiterer Pluspunkt: Auch normalgroße Pflücker benötigen keine Leiter. Hobbygärtner sollten daran denken, dass der Apfel ein Fremdbefruchter ist. Es muss also ein zweiter Baum in der Nähe zeitgleich blühen, damit Früchte entstehen können.  

Pflanzenschutz und Düngung

Ohne gewissenhaften Pflanzenschutz ist ein wirtschaftlicher Anbau nicht möglich. Die Qualitätsanforderungen der Verbraucher sind hoch, und die Liste der schädlichen Pilze, Insekten oder Bakterien ist lang. Apfelschorf, Apfelmehltau, Apfelwickler, Fruchtfäule, Obstbaumkrebs oder Feuerbrand seien als Beispiele genannt. Gut ausgebildete Anbauer beugen je nach Schaderreger mit unterschiedlichen Maßnahmen vor, entfernen befallene Pflanzenteile und setzen gezielt chemische Pflanzenschutzmittel ein. Sie überprüfen regelmäßig die Nährstoffgehalte des Bodens. Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalk und Magnesium zählen zu den wichtigsten Nährstoffen. Überschuss ist dabei ebenso ungünstig wie Mangel. Ein zu reichliches Stickstoffangebot etwa führt zu starkem Wachstum und Stippigkeit

Zahlen

In Deutschland wuchsen 2013 auf 31 647 Hektar Äpfel, die Erntemenge betrug 803 800 Tonnen. Den größten Anteil haben Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Der Pro-Kopf Verbrauch lag 2011/2012 bei 25,9 Kilogramm. Damit liegt der Apfel deutlich vor der zweitbeliebtesten Obstart – die Banane kommt gerade einmal auf 10,5 Kilogramm (Quelle: Statistisches Bundesamt).

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Quelle: iva.de/profil-online

Veröffentlichungsdatum: 28.10.2014

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