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Copa-Cogeca fordert gezielte Maßnahmen zur Entlastung der vom russischen Embargo betroffenen Erzeuger

14. Oktober 2014

In einem hochrangigen Treffen mit der italienischen Ratspräsidentschaft begrüßte Copa-Cogeca das Tätigwerden der EU zur Entlastung der europäischen Obst-, Gemüse- und Milcherzeuger, die in Folge des russischen Embargos für landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 11 Mrd. Euro unter Druck geraten sind. Copa-Cogeca forderte aber auch die Ergreifung weiterer gezielter Maßnahmen auch im EU-Schweinefleischsektor, um die Landwirtschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

logo eu verbondAnlass war die heute in Luxemburg stattfindende Diskussion der Landwirtschaftsminister der EU zu diesem Thema. Copa-Präsident Albert Jan Maat, der in Luxemburg im Namen von Copa-Cogeca das Wort ergriff, warnte: „Die Landwirtschaft der EU ist nicht verantwortlich für diese Krise, und dennoch zahlen die Landwirte die Zeche. Diese Krise ist das Ergebnis internationaler Politik. Die europäischen Landwirte und landwirtschaftlichen Genossenschaften dürfen daher nicht mit dieser Belastung allein gelassen werden. Insbesondere bedarf es zusätzlicher Finanzmittel, die nicht aus dem Haushalt für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) kommen.“
 
„Mit Preisen, die in manchen Fällen um mehr als 50 % eingebrochen sind, hat die Krise gezeigt, dass wir die Nutzung von Krisenmanagementinstrumenten im Falle schwerer Marktstörungen verstärken müssen“, so Maat weiter. „Die Anwendung von Artikel 222 der GAP ist notwendig, um Erzeugerorganisationen wie landwirtschaftlichen Genossenschaften rasches Handeln zu ermöglichen. Insbesondere müssen Exportförderungskampagnen gefördert werden, um neue Nachfrage zu stimulieren und neue Absatzmärkte für unsere Erzeugnisse zu erschließen. Bürokratie muss reduziert und nichttarifäre Handelshemmnisse abgebaut werden.“  

Maat umriss die für jeden Sektor benötigten spezifischen Maßnahmen und sagte weiter: „Da wir normalerweise 24 % des Gesamtwertes der EU-Schweinefleischexporte nach Russland ausführen, leidet der Sektor schon seit Monaten unter dem Embargo. Es müssen Maßnahmen zur Verbesserung der Lage ergriffen werden, insbesondere für spezifische Produkte wie Fett und Nebenprodukte. Es müssen auch Absatzförderungskampagnen für Schweinefleisch eingerichtet werden“.

Mit Blick auf den EU-Obst- und Gemüsesektor sagte Maat: „Die bislang von den EU-Institutionen ergriffenen Maßnahmen im Sektor waren ein Schritt in die richtige Richtung, dank derer die Erzeuger wieder ein bisschen Vertrauen gefasst haben. Das umgesetzte Maßnahmenpaket stellt EU-Finanzmittel für Marktrücknahmen der Produkte zur Verfügung, beispielsweise in Form kostenfreier Abgabe an Wohltätigkeitsorganisationen, Verwendung als Non-Food oder Ernte vor der Reifung. Da aber 29 % der europäischen Obst- und Gemüseexporte normalerweise nach Russland ausgeführt werden und die Preise in manchen Fällen um bis zu 50 % eingebrochen sind, sind zusätzliche gezielte Aktionen essenziell, um einen weiteren Preisverfall und Einkommensrückgänge zu verhindern. Insbesondere müssen die vorübergehenden Maßnahmen für alle förderfähigen Obst- und Gemüsesorten über Dezember 2014 hinaus fortgesetzt werden und sollten rückwirkend gelten. Für spezifische Obstsorten und -arten ist auch ein Rodungsprogramm nötig.“

 

Veröffentlichungsdatum: 14.10.2014

Schlagwörter

Copa-Cogeca, Maßnahmen, Entlastung, Russland, Embargo