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Schleswig-Holstein: Kartoffelernte ist eingefahren - Innovative Vermarktungskonzepte sind gefragt

10. Oktober 2014

Die Vermarktung der Kartoffellagerware steht an. Der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein Peter Levsen Johannsen gab am Donnerstag die Ernteergebnisse der Kartoffelernte in Schleswig-Holstein auf dem Betrieb Thies Burmeister in Wakendorf I (SE) bekannt.

Dieser Betrieb ist bereits seit mehr als 25 Jahren jedes Jahr mit dem Güte-zeichen Schleswig-Holstein für seine hochwertigen Speisekartoffeln ausge-zeichnet worden. Der Kartoffelanbau spielt in Schleswig-Holstein eine bedeutende Rolle, denn etwa 80 % der produzierten Kartoffeln werden in Schleswig-Holstein von den Landwirten direkt oder über den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet. Die Anbaufläche betrug in diesem Jahr rund 5.700 ha.

Deutschlandweit ist eine gute Kartoffelernte eingefahren worden. Das Statistische Bundesamt geht von einer Gesamterntemenge von ca. 11,5 Mio. t Kartoffeln aus. Das sind etwa 12,1 % mehr als im Vorjahr. Die Gründe für die höhere Menge liegen bei einer Flächenausdehnung von etwa 3,1 % und einer Ertragssteigerung durch guten Knollenansatz von ca. 8,7 %. Demzufolge stehen die Kartoffelpreise unter Druck und liegen auf historisch niedrigem Niveau unterhalb der Gestehungskosten. Vielerorts machen die Qualitäten und die Lagerfähigkeit der Kartoffeln Sorgen.

Kartoffelstatistik

In Schleswig-Holstein werden auf rund 5.700 ha Kartoffeln angebaut. Davon sind rund 3.400 ha Speisekartoffeln, 2.150 ha Pflanzkartoffeln und 150 ha für sonstige Verwertung. Ca. 180 Kartoffelbetriebe gibt es in Schleswig-Holstein, davon sind rund 91 Gütezeichenbetriebe. 2014 sind rund 100.000 t Gütezeichenkartoffeln geerntet worden. Die gesamte Ernte an Speisekartoffeln lag 2014 bei einem Durchschnittsertrag von knapp 40 t/ha bei rund 228.000 t in Schleswig-Holstein. Es wurde eine um etwa 10 % höhere Ernte eingefahren als im Jahr zuvor. Die wichtigsten späten Kartoffelsorten sind die Sorte ‚Belana‘, ‚Allians‘, ‚Krone‘ und ‚Lilly‘.

Schleswig-Holstein war in diesem Jahr in der glücklichen Lage, dass außerordentlich gute Wachstumsbedingungen über die gesamte Vegetationsperiode vorlagen. Qualitäts- und Lagerprobleme, wie sie vielerorts in der übrigen Bundesrepublik bestehen, waren in Schleswig-Holstein nicht vorhanden. Diese guten Qualitäten liegen jetzt im Kartoffellager und warten auf die Ver-marktung. Da der Kartoffelfrischverzehr im vergangenen Jahr um fast 10 % zurückgegangen ist, macht man sich dennoch Sorgen, dass die produzierten guten Qualitäten zu Dumpingpreisen vermarktet werden müssen.

Kartoffelfest auf dem Hof Burmeister

Der Betrieb Burmeister ist in der Vermarktung besonders innovativ. Zum Beispiel durch sein Hoffest an diesem Sonntag, 12. Oktober, schafft er eine besondere Bindung des Kunden an den Betrieb und die Urproduktion der Kartoffeln. Hierzu werden in jedem Jahr besondere Kartoffelgerichte vorgestellt, die den Kunden Lust auf den Kartoffelgenuss machen. In Zusammenarbeit mit dem Koch Markus Schalkalwies von der Fachschule für ländliche Hauswirtschaft in Hademarschen werden drei schmackhafte Kartoffelgerichte, die auch von Singlehaushalten und jungen Familien mit Kindern einfach zuzubereiten sind, kreiert. Mehr Informationen zum Betrieb und zum Kartoffelfest im Internet unter www.hof-burmeister.de

Versorgung aus der Region

Die Landwirte in Schleswig-Holstein sind auch in diesem Jahr in der Lage, ganzjährig hiesige Kartoffeln anzubieten. Durch Nutzung von computergesteuerten Lagern und Kühlhäusern kann ohne Weiteres die Versorgung aus der Region mit sehr kurzen Transportwegen bis zum Beginn der Frühkartoffelsaison in Schleswig-Holstein und darüber hinaus sichergestellt werden. Die außerordentlich guten Qualitäten im Geschmack und im Aussehen der Kartoffeln stehen gerade für den schleswig-holsteinischen Verbraucher ganzjährig zur Verfügung.

Auf Frische und Qualität kommt es an

Gerade bei einem Produkt wie der Kartoffel kommt dem Qualitätsmanagement eine wichtige Rolle zu. Das Ziel der Landwirtschaftskammer und des Gütezeichen Schleswig-Holsteins ist es, Verbrauchern zu vermitteln, dass Kartoffeln eben nicht gleich Kartoffeln sind, sondern dass in Herkunft und Qualität gravierende Unterschiede bestehen. Das Gütezeichen der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein bürgt hier wegen objektiver Kontrollen für ausgezeichnete Qualität.

Nachhaltiges Qualitätsmanagement

Das Gütezeichen der Landwirtschaftskammer steht für weit mehr als nur ausgezeichnete Qualität. Transparente Produktion mit Rückverfolgbarkeit bis auf den Acker sorgen für Vertrauen. Das Gütezeichen bietet dem Verbraucher eine ganz besondere Freiheit: Sich mit dem Kauf von Gütezeichen-Produkten für eine Stärkung des eigenen, regionalen Wirtschaftsraums einzusetzen und dank kurzer Transportwege ganz nebenbei einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Erfüllung besonderer Qualitätsansprüche stellt in der Landwirtschaft einen erheblichen Arbeits- und Kostenaufwand dar. Nur wenn dieser Aufwand durch den Kunden auch honoriert wird, kann eine nachhaltige, ökologisch sinnvolle und gesunde Nahrungsmittelproduktion sichergestellt werden.

Regionale Produkte liegen im Trend

Auch für Kartoffeln gilt, dass regionale Ware verstärkt nachgefragt wird. Die heimische Gastronomie setzt auf die moderne, zeitgemäße Regionalküche. Zum Teil findet eine Rückbesinnung auf die eigene Küchenkultur und auf Geschmackserfahrungen aus der eigenen Region statt.


Quelle: LWK SH

Veröffentlichungsdatum: 10.10.2014

Schlagwörter

Kartoffel, Ernte, innovativ, Vermarktungskonzept