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JKI: Extreme Wetterereignisse und ihre Auswirkungen auf Schaderreger in Obst und Gemüse

10. Oktober 2014

Der Weltklimarat IPPC geht in einem Statement aus dem Jahr 2012 davon aus, dass infolge des Klimawandels extreme Wetterereignisse wie Dürre, Hitze oder Starkregen wahrscheinlich häufiger und intensiver vorkommen, auch wenn belastbare Daten noch fehlen. Welche Auswirkungen auf die Erträge wichtiger Kulturpflanzen sind zu erwarten? Ein starker Hagelschauer oder ein Spätfrost zum falschen Zeitpunkt kann einen Großteil der Ernte vernichten. Noch unklarer ist, wie sich solche Extreme auf Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter auswirken. Eine umfassende Literaturrecherche des Julius Kühn-Instituts (JKI) untersuchte die seit 1945 erschienene Fachliteratur zu Extremwetterereignissen und ihre Auswirkungen auf Schaderreger. In mehr als einer Million Abfragen bei wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen fand man lediglich 66 verwertbare Quellen. 664.000 Abfragen für die Sonderkulturen Apfel, Spargel, Wein und Hopfen erbrachten ebenfalls nur 13 verwendbare Fundstellen. „Das zeigt die enormen Wissenslücken auf“, so Petra Seidel vom Julius Kühn-Institut (JKI) bei ihrer Präsentation auf der 59. Deutschen Pflanzenschutztagung 2014 in Freiburg.

Fokus vor allem auf Obst, Hopfen, Gemüse und Wein

Wissenschaftler/innen des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz in Neustadt/W. und des JKI in Kleinmachnow präsentieren auf der Tagung die von ihnen untersuchten potenziellen Risiken von Extremwetterlagen für Wein, Obst, Hopfen und Freilandgemüse. Mit Hilfe umfangreicher Befragungen unter Beratern und Praktikern verschafften sie sich zunächst einen Überblick zur Relevanz in den genannten Kulturen und versuchten entsprechende Schwellenwerte zu definieren. Die bisherigen Analysen ergaben, dass im Bereich der Sonderkulturen besonders hohe Risiken von Hagel, Spätfrost und Trockenheit ausgehen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden mit vorhandenem Wissen abgeglichen. Beispielhafte Datenanalysen sollen helfen mögliche Auswirkungen zu quantifizieren. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) geht es nun darum, das bisherige und zukünftige Auftreten solcher Extremwetterlagen abzuschätzen und daraus jahreszeitliche und regionale Wahrscheinlichkeiten für das Überschreiten der Schadschwellen abzuleiten.

In der danach geplanten letzten Etappe gilt es, in Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut und anderen Verbundpartnern beispielhaft Anpassungsstrategien, wie die Anschaffung von Hagelnetzen oder einer Frostberegnung, zu entwerfen und zu bewerten.

Veranstalter: Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e. V., Pflanzenschutzdienst Baden-Württemberg, in enger Kooperation mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Kurzfassung der Vorträge zum Thema im Tagungsband zur 59. Deutschen Pflanzenschutztagung (Julius-Kühn-Archiv, Band 447, 2014)

www.pflanzenschutztagung.de


Quelle: JKI

Veröffentlichungsdatum: 10.10.2014

Schlagwörter

Deutschland, Pflanzenschutztagung, JKI, Wetterereignisse, Schaderreger