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Russland-Embargo führt zu angespannter Situation am österreichischen Apfelmarkt

06. Oktober 2014

Der russische Importstopp und die europaweit gute Ernte haben mittlerweile zu einer sehr angespannten Lage auf dem heimischen Apfelmarkt geführt. Der Druck auf die Vermarkter, ihre Lagerbestände abzubauen und Platz für die neue Ernte zu schaffen, hat sich weiter erhöht. Im August wurde nach Angaben der Agrarmarkt Austria (AMA) mit 18.168 t das höchste Absatzvolumen in der laufenden Saison erreicht. Dennoch verblieben zum Stichtag 01.09.2014 immer noch 5.561 t in den Lagern (davon 5.233 t in der Steiermark). Im Vorjahr waren sie zu diesem Zeitpunkt bereits fast vollständig geleert. Die Räumung war allerdings nur unter erheblichen Preiszugeständnissen möglich. Zusätzlich trug die aktuell laufende Marktentlastungsmaßnahme dazu bei, dass diese großen Mengen abgebaut werden konnten, so das Agrarisches Informationszentrum aiz.info.

Großhandelspreise stark unter Druck geraten

Die Entwicklung der Großhandelsabgabepreise für Äpfel unterstreicht sehr deutlich die schwierigen Marktbedingungen. Die Sorte Golden Delicious kostete im August des Vorjahres im Durchschnitt noch 90 Cent/kg. In der laufenden Saison konnten im Mittel nur mehr 69 Cent erzielt werden. Noch größer sind die Preisdifferenzen bei Idared. Diese Sorte war laut AMA mit einem Rückgang von mehr als 50% am stärksten vom Preisverfall betroffen, wobei hier die Spanne zwischen 21 Cent und 84 Cent/kg lag. Auf den Wiener Märkten kosteten Äpfel im Jahresvergleich um 21% weniger als im Vorjahr, so der Bericht.

Bei Gemüse gerieten die Großhandelspreise ebenfalls stark unter Druck. Kaum eine der von der AMA beobachteten Produktgruppen konnte das Preisniveau des Vorjahres behaupten. Lediglich für Tomaten wurden auf Großhandels- und Erzeugerebene etwas bessere Erlöse als im Vorjahr erzielt. Diese Entwicklung im Inland deckt sich mit den Beobachtungen der Europäischen Kommission.

Differenzierte Einschätzung des EU-Marktes

Im Rahmen des jüngsten Verwaltungsausschusses schätzte die EU-Kommission die Situation auf dem Obst- und Gemüsemarkt sehr unterschiedlich ein. Positive Markttendenzen gebe es bei Tomaten, hier sei die Entwicklung großteils zufriedenstellend, wurde betont. Bei Nektarinen und Pfirsichen pendle der Markt zwischen Stabilität und Erholung.

Europaweit sehr schlecht ist hingegen die Marktsituation bei Äpfeln und Birnen. Bei Äpfeln wurde laut Angaben der Kommission ein deutlicher Rückgang des EU-Durchschnittspreises festgestellt. Dazu hat vor allem der sehr niedrige Erlös in Polen beigetragen - das Land war bekanntlich bisher der wichtigste Lieferant für den russischen Markt. Die Preise für Tafeltrauben konnten sich in den wichtigsten Produktionsländern etwas festigen. Dagegen sind die Gurkenerlöse unter das Dreijahresmittel gerutscht, laut aiz.info.

Mittel für Marktentlastung werden aufgestockt

Angesichts der sehr angespannten Lage auf dem europäischen Obst- und Gemüsemarkt hat die EU-Kommission, wie berichtet, Anfang der Woche weitere Mittel von EUR 165 Mio. für Erzeuger freigegeben, die vom russischen Embargo betroffen sind. Das neue Maßnahmenpaket betrifft nicht nur die Marktrücknahme von Äpfeln und Birnen, sondern zum ersten Mal auch Orangen, Mandarinen und Clementinen. Zudem wurden weitere Gemüsesorten wie Karotten, Gurken, Paprika, Tomaten und Obstsorten wie Kiwi, Pflaumen und Tafeltrauben aufgenommen. Die Sondermaßnahmen sind befristet und können ab sofort bis zum Ausschöpfen der vorgesehenen Menge (in Österreich 3.000 t), längstens jedoch bis 31.12.2014, beantragt werden. Über nähere Details (Antragstellung, Fördersätze usw.) informiert die Agrarmarkt Austria auf ihrer Homepage


Quelle: aiz.info

Veröffentlichungsdatum: 06.10.2014

Schlagwörter

Russland, Embargo, Situation, Apfel, Markt