Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 39 / 14 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

01. Oktober 2014

Pfirsiche und Nektarinen: Die Kampagne stand kurz vor ihrem Ende, was man sowohl an den kleiner werdenden Zufuhren als auch an einer merklich nachlassenden Qualität ablesen konnte. Das Interesse an den tonangebenden spanischen und italienischen sowie den ergänzenden französischen Partien verringerte sich zusehends. Eine Räumung gelang nicht immer, sodass mancherorts versucht wurde, dem Geschäft mittels Vergünstigungen neuen Schwung zu verleihen. Überzeugte die Güte, hielt man die bisherigen Forderungen in Berlin, Frankfurt und Hamburg aufrecht. In München mussten die Kunden für exklusive Spätsorten sogar etwas tiefer in die Tasche greifen als zuvor. Konditionell schwache Früchte konnten hingegen kaum untergebracht werden.

Äpfel
Deutschland und Italien beherrschten augenscheinlich das Geschehen. Royal Gala und Elstar dominierten vor Golden Delicious und Granny Smith. Frankreich schickte unter anderem Granny Smith und Braeburn. Die sehr umfangreiche und vielfältige Produktpalette wurde durch erste einheimische Kanzi, die man gelegt und lose in 10-kg-Kartons offerierte, abgerundet. Erste inländische Welland und Red Prince trafen in Hamburg ein; in den nächsten Tagen sollen Fiesta auf den Plan treten. Aus den Niederlanden kamen komplettierende Topaz, die in Größe 60 bis 70 mm zu 0,60 € je kg die Saison eröffneten. Mängelfreie Chargen wurden genügend nachgefragt, sodass die Notierungen für gewöhnlich das Niveau der Vorwoche bestätigten. Importe aus Übersee, vorrangig aus Neuseeland und Chile, spielten nur noch eine Nebenrolle. Selbst gesenkte Bewertungen sorgten nicht für einen flotten Umschlag.

Birnen
Wie zuvor überwogen italienische Partien: Es konnte hauptsächlich auf Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ zugegriffen werden. Deutschland beteiligte sich insbesondere mit Williams Christ, Alexander Lucas und ergänzend mit Gellert am Geschäft. Erste lose aufgemachte einheimische Abate Fetel kosteten in Hamburg 1,- € je kg. Aus der Türkei stammten Santa Maria sowie Deveci, deren Güte aber lediglich der Klasse II entsprach. In der Regel orientierte sich die Bereitstellung am Interesse, sodass die Kurse normalerweise konstant blieben. Bloß in Frankfurt bröckelten diese leicht ab, während sie in Hamburg für italienische Ware marginal aufwärts kletterten. Bei zu weit gereiften Erzeugnissen, in Berlin etwa bei italienischen Santa Maria und Williams Christ, waren die Händler zu Verbilligungen gezwungen.

Erdbeeren
Deutsche Anlieferungen beherrschten die Szenerie; italienische, niederländische und belgische spielten nur eine Nebenrolle. Die Verfügbarkeit hatte sich kaum verändert. Die Nachfrage war zunächst ziemlich gedämpft und verbesserte sich, in Erwartung des angekündigten schönen Wetters, erst ab Donnerstag. Trotzdem konnten die bisherigen Bewertungen nicht aufrecht erhalten werden. Eine Räumung klappte dennoch selten. Je nach Qualität pendelten sich die Preise zwischen 1,- und 1,95 € je 500-g-Schale für einheimische Freilandofferten ein. Für Produkte aus dem Glashaus musste man bis zu 2,40 € je 500 g zahlen.

Pflaumen
Die Saison neigt sich ihrem Ende entgegen, zum einen an eingeschränkten Abladungen und zum anderen an abschwächender Güte erkennbar. Inländische Zufuhren überwogen im Sortiment: Hauszwetschgen, Presenta und President standen an dessen Spitze. Italien, Polen, Spanien und Frankreich komplettierten. Insbesondere die einheimischen Früchte präsentierten sich oftmals zu weich, weshalb sie sich merklich vergünstigten. In Frankfurt verlangte man für deutsche Hauszwetschgen 13,- € je 10-kg-Karton, was viel zu hoch gegriffen war. Einzig in Berlin verteuerten sich aufgrund einer begrenzten Versorgung die inländischen Chargen auf bis zu 1,20 € je 1 kg. Diese stolzen Forderungen lockten verstärkt polnische Erzeugnisse auf den Markt, die nur 0,90 € je kg kosteten. Die italienischen, französischen und spanischen Partien an Susinen stießen generell auf genügend Beachtung und ihre Notierungen kletterten aufwärts.

Kiwis
Neuseeländische Anlieferungen dominierten offensichtlich, italienische hatten ergänzenden Charakter. In München tauchten einige griechische Offerten auf, für die man lediglich 1,- € je kg zahlen musste. In Frankfurt traten am Montag spanische gelegte Produkte in Erscheinung, die zu 6,- bis 7,50 € je 3-kg-Kiste veräußert wurden. Das Interesse der Kunden richtete sich vorrangig auf die qualitativ einwandfreie neuseeländische Ware aus, deren Bewertungen sich mengenbedingt häufig verfestigten. Infolge einer angewachsenen Bereitstellung verbilligten sich indes die italienischen Importe; deren Kursspanne befand sich in Abhängigkeit der organoleptischen Eigenschaften in einer weiten Spanne zwischen 14,50 und 23,- € je 10-kg-Karton.

Zitronen
Früchte aus Spanien prägten das Geschehen. Primofiori verdrängten mehr und mehr die etablierten Verna. Wegen ausgedehnter Abladungen vergünstigten sich die spanischen Partien oftmals. Es trafen erste türkische Enterdonato ein: Während man sie in Frankfurt in 9-kg- und 14-kg-Kartons anbot, gab es sie in Berlin in 13-kg-Steigen. Argentinische und südafrikanische Eureka komplettierten das Sortiment und zeigten mancherorts konditionelle Mängel; die Forderungen mussten daher gesenkt werden.

Bananen
Die Märkte waren grundsätzlich bedarfsgerecht bevorratet. Bei einer kontinuierlichen Unterbringung blieben die Bewertungen überwiegend unverändert, lediglich in München stiegen sie infolge einer verbesserten Nachfrage etwas an. Ausschließlich in Frankfurt herrschte eine leichte Überversorgung, die allerdings noch keinen ermäßigenden Einfluss auf das Preisbild hatte. In Berlin notierte die Erstmarke auffällig knapp über der Zweitmarke.

Blumenkohl
Im Mittelpunkt befanden sich deutsche Partien, die sehr umfassend anzutreffen waren. Das Aufkommen an Köpfen aus französischer Ernte hatte sich gegenüber der Vorwoche zwar deutlich ausgedehnt, spielte aber im Vergleich zu den einheimischen Abladungen bloß eine kleine Rolle. Obwohl summa summarum eher lebhaft zugegriffen wurde, genügte dies nicht für eine völlige Räumung. Das ein oder andere Qualitätsproblem bei inländischen Produkten wirkte sich zudem verkaufshemmend aus. Die bisherigen Forderungen mussten deshalb oftmals vermindert werden.

Salat
Einheimischer Eissalat war tonangebend, während niederländischer ergänzte. Die Haltbarkeit der inländischen Chargen hatte mancherorts ihre Grenzen erreicht; der Absatz gestaltete sich dann nur mit verringerten Bewertungen freundlich. Das Angebot von Kopfsalat bestand hauptsächlich aus deutschen und komplettierend aus belgischen Erzeugnissen. Die Bereitstellung fiel nicht zu üppig aus und bei einer kontinuierlichen Beachtung konnten die Aufrufe der 38. KW in der Regel bestätigt werden. Belgische Offerten erzielten hier und da einen Bonus, weil sie sich hinsichtlich Gewicht und Volumen hervorhoben. Die Zufuhren von Bunten Salaten, fast ausschließlich aus deutscher Ernte, verstärkten sich. Die Güte entsprach teilweise nicht den Erwartungen und die Kurse begannen zu bröckeln. Die Unterbringung einheimischer Endivien verlief ohne Schwierigkeiten zu häufig unveränderten Preisen, da die wohldosierten Ankünfte auf stetiges Interesse stießen.

Gurken
Schlangengurken aus dem Inland bestimmten das Geschehen, jedoch hatte sich der Nachschub reduziert. Spanien, die Niederlande und Belgien gewannen dadurch an Bedeutung. Insbesondere Spanien war mit merklich mehr Mengen, lose und in Folie verpackt, vertreten. Die Vermarktung ging im Allgemeinen flott vonstatten, zumal sich die Importe sukzessive verbilligten. Einheimische Partien mussten sich diesem Trend anpassen, konnten aber aufgrund der knappen Abladungen immer noch am meisten geltend machen. Minigurken kamen aus dem Inland, den Niederlanden und der Türkei. Die Versorgung orientierte sich an der Nachfrage, die Forderungen blieben daher konstant.

Tomaten
Die Niederlande waren Hauptlieferant von Rispentomaten. Erzeugnisse aus Belgien und Deutschland traf man etwas weniger an. Belgien stellte das Gros an Fleischtomaten und die Niederlande ergänzten. Runde Tomaten stammten vorwiegend aus den Niederlanden, Spanien und dem Inland; Polen folgte mit erheblich ausgedehntem Angebot. Bei den Kirschtomaten befanden sich niederländische Früchte vor italienischen und einheimischen im Fokus. Inländische Offerten hatten sich eingeschränkt. Das Defizit glichen verstärkte Zufuhren aus den Niederlanden, Belgien und Polen aus. Die Preise bewegten sich häufig in ihren bisherigen Spannen, wobei mancherorts eine geringfügige Abwärtstendenz sichtbar wurde. Lediglich Kirschtomaten präsentierten sich begrenzt und schlossen mit festen Notierungen ab.

Gemüsepaprika
Bei allen Farbvarianten dominierten die Niederlande. Mit grünem Paprika konnte sowohl Spanien als auch die Türkei großzügig bedienen, während bei den roten und gelben Sorten Spanien den zweiten Platz inne hatte. Ungarn und Belgien traten ebenso mit beachtlichen Mengen in Erscheinung. Deutschland spielte nur eine Nebenrolle. Spanische Partien griffen zunehmend ins Marktgeschehen ein, waren jedoch an die niedrigen Forderungen der niederländischen Konkurrenz gebunden. Knappe türkische Chargen wurden auf höherem Niveau als zuvor gehandelt. In München musste für ungarischen Tomatenpaprika am meisten aufgewendet werden.

Speisezwiebeln
Spanische Gemüsezwiebeln zeigten sich recht üppig und stellten lückenlos die Versorgung sicher. Hier und da gelang eine Räumung nicht, was aber auf die Bewertungen ohne Einfluss blieb. Haushaltszwiebeln trafen bedarfsgerechter, und zwar hauptsächlich aus dem Inland, ein. Österreich und die Niederlande waren lediglich mit überschaubaren Abladungen vor Ort. Wie bei den Gemüsezwiebeln veränderten sich die Aufrufe auch bei diesen Erzeugnissen nicht wesentlich.


Weitere Informationen

Frankfurt
Ausgedehnte Anlieferungen von italienischen und spanischen Kakis, die zu 2,- bis 2,70 € je kg angeboten wurden, prägten das Bild. Die Präsenz Kleinfruchtiger Zitrusfrüchte verstärkte sich täglich. Okitsu, Iwasaki und Clemenrubi aus Spanien ergänzten in immer umfangreicheren Mengen Nadorcott und ClemenGold™ aus Argentinien, Peru und Südafrika. Ab Donnerstag standen italienische grünschalige Myagawa bereit. Hochpreise südafrikanische Tangerinen, Kiyomi, rundeten das Sortiment ab. Südafrika war bei Orangen mit den Varietäten Delta Seedless, Midknight und Valencia Late vertreten. Am Montag gab es wohlschmeckende Aprikosen, Jennycot aus der Schweiz, zu 2,50 € je kg. Überraschend traf nochmals eine Partie Sekerpare aus der Türkei ein; hier musste man sich aber von den üblicherweise zu erzielenden 14,- bis 17,- € je 5-kg-Karton schnell verabschieden: Die faden weichen Produkte wollte kaum jemand, sodass sie für klägliche 5,- € je 5 kg veräußert wurden. Bei Melonen vollzog sich im Wochenverlauf der Wechsel von spanischen Chargen zu brasilianischen. Die Verfügbarkeit von niederländischem Rosenkohl stieg stetig an; der Verkauf war befriedigend. Ab Donnerstag tauchten belgische Offerten auf. Erste Zierkürbisse, riesige Halloweenkürbisse sowie Butternut, Bischofsmützen und anwachsende Zufuhren mit den beliebten Hokkaidokürbissen läuteten endgültig den Herbst ein.

Hamburg
Die Saison von spanischen Clementinen startete: Clemenruby und Marisol wussten in Puncto Ausfärbung und Aroma zu gefallen. Neue abgenetzte Satsumas zeigten in dieser Hinsicht hingegen Schwächen. Für frische Blaubeeren aus Argentinien verlangte man 2,- € je 125-g-Schale. Für Grapefruits aus Israel mussten 15,- bis 17,- € je 16-kg-Karton mit 40 bis 60 Stück gezahlt werden. Von früh gepflückten und blass aussehenden Kakis von der iberischen Halbinsel in 16er-Sortierung zu 6,- € je 2,5-kg-Kollo distanzierten sich die Kunden. Rosenkohl aus den Niederlanden in der weniger beachteten kleinen B-Größe verbuchte bloß über Vergünstigungen Zuspruch. Da spanische Auberginen lediglich 6,- € je 5-kg-Pack kosteten, bröckelten die Bewertungen bei den Mitstreitern ab.

Köln
Bei Orangen beherrschte Südafrika mit Valencia Late, Midknight und Delta Seedless das Geschehen.

München
Beim Beerenobst machte sich das immer näherkommende Saisonende sowohl in der geringer werdenden Nachfrage als auch in den augenscheinlich verminderten Qualitäten bei Himbeeren aus dem Freiland bemerkbar. Südamerikanische Kulturheidelbeeren waren noch nicht verfügbar. Bei Melonen vollzog sich bereits der Wechsel von europäischen Produkten auf Überseeimporte; spanische Galiamelonen und Honigmelonen tauchten nur in Restmengen auf. Weißkohl und Rotkohl standen aufgrund umfassender Anlieferungen unter starkem Preisdruck, zudem stockte der Verkauf. Trotz des Oktoberfestes war bei Rettichen und Radieschen kein flotterer Absatz zu spüren. Krause Petersilie blieb deutlich höher gefordert als glatte; letztere brachte man meist frühzeitig unter. Der Bedarf an üppig vorrätigen Pfifferlingen und Steinpilzen diverser Herkünfte war reichlich, was in Verteuerungen mündete.

Berlin
Es konnte auf Mandarinen, südafrikanische Nadorcott und argentinische Murcott, zugegriffen werden.Der Handel mit ersten spanischen Satsumas und Clementinen begann. Die Güte war insgesamt akzeptabel bis beachtlich. Die Satsumas überzeugten hinsichtlich ihres Geschmack nicht gänzlich; man brauchte daher je 1-kg-Netz bloß 0,70 € zu zahlen. Dagegen erwiesen sich die Clementinen als recht ansprechend, insbesondere in den kleineren Kalibern. Clemenrubi in Größe 2 kosteten etwa 19,50 € je 6 kg. Im Schnitt war die 6-kg-Steige zu ca. 8,50 € zu haben. Einheimische Hokkaidokürbisse wurden zu 0,70 bis 0,90 € je kg schnell umgeschlagen. Mit den rückläufigen Temperaturen schränkten sich die Zufuhren von Waldpilzen ein, die Kurse stiegen kräftig an. In der Vorwoche waren Steinpilze aus Polen für unter 10,- € je kg zu haben, in der 39. KW lagen die Bewertungen jedoch bei 13,- bis 14,- € je kg. Pfifferlinge aus dem Baltikum und Polen stießen zu 7,- bis 9,- € je kg infolge von Verschmutzungen auf eher wenig Interesse.

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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
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Veröffentlichungsdatum: 01.10.2014

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin