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Portugal: Russisches Verbot schadet „Rocha“-Erzeugern

25. September 2014

In der Obstanbauregion um Bombarral wird rund die Hälfte des Birnenertrages exportiert. Portugals knackige „Rocha“-Sorte erzielt in Brasilien, Britannien und Frankreich einen hohen Preis, die Hauptmärkte im Ausland. Letztes Jahr gingen 10% auch nach Russland, sagte Antonio Maria Martins, Geschäftsführer von Bombarrals Landwirtschaftskooperative dort. Die Exporte von Äpfeln und Birnen sind wichtig für die lokale Wirtschaft in dem Gebiet um diese westportugiesische Stadt. Die portugiesische Birnenindustrie behauptet nun, dass Lieferanten von anderen Ländern, die dringend ihre Früchte verkaufen wollen, ihren großen Exportmarkt Brasilien anvisieren. Auch Russland war ein wichtiger Markt, bis Putin europäische Landwirtschaftsprodukte als Reaktion für die westlichen Sanktionen verboten hat. Nun sind die Preise gefallen und die Lebensgrundlagen der Erzeuger sind in Gefahr.

„Alle anderen sind verboten, sodass wir Birnen aus Belgien und den Niederlanden haben, die normalerweise nach Russland gehen, welche nun unsere Märkte in Europa überfluten.“ Er sagte, die portugiesischen Erzeuger erhalten aktuell weniger als 9 Cent pro Pfund für ihre Birnen, weniger als die 15 Cent letztes Jahr.

EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos sagte während einer Notfalldebatte in dem Europäischen Parlament letzte Woche: „Der Boykott betrifft Millionen Erzeuger in der Europäischen Union, wir stehen vor einer europäischen Krise.“

Pablo Iglesias, Leiter von Spaniens schnell wachsender, weit linker Partei „We Can“, erzählte dem Europäischen Parlament Berichten zufolge: „Die EU-Außenpolitik kann nicht mit den Interessen der europäischen Erzeuger spielen, die eine friedliche und verantwortungsbewusste Beziehung mit Russland verdienen.“ 

Quelle: globalpost.com

Veröffentlichungsdatum: 25.09.2014

Schlagwörter

Portugal, Russland, Verbot, Rocha