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BASF: Studie belegt unterschiedliche Auffassungen von Landwirten und Verbrauchern über nachhaltige Landwirtschaft

22. September 2014

Weltweit bekraftigen sowohl Verbraucher (81 %) als auch Landwirte (78 %), dass Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft sehr wichtig ist. Beide Gruppen haben jedoch sehr unterschiedliche Auffassungen davon, was Nachhaltigkeit bedeutet. Wahrend Landwirte Nachhaltigkeit als ein detailliertes, mehrdimensionales Thema betrachten, definieren Verbraucher den Begriff hauptsachlich mit Umweltfreundlichkeit. Dies ist eines der wichtigsten Ergebnisse der aktuellen BASF Farm Perspectives Study. In dieser zweiten Befragung seit 2011 analysiert die Studie Antworten von 2100 Landwirten und 7000 Verbrauchern aus sieben Landern zu einer Auswahl von Themen rund um die Nahrungsmittelherstellung. Die Ergebnisse wurden mit den Ergebnissen aus den Vorjahren verglichen. Die Studie ergab, dass nicht nur die Ansichten von Landwirten und Verbrauchern uber die Landwirtschaft deutlich auseinander gehen, sondern auch Unterschiede zwischen den einzelnen Landern bestehen.

Die Farm Perspectives Study wurde von Marz bis April 2014 in Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Spanien und in den USA durchgeführt. Dafür beauftragte BASF das in Belgien ansässige, internationale Marktforschungsinstitut Market Probe.

Verständnis von Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

Verbraucher definieren nachhaltige Landwirtschaft hauptsächlich als „umweltfreundlich“ (22 %) oder als „Fähigkeit ausreichend Nahrungsmittel für die gesamte Bevölkerung zu produzieren“ (18 %). Weltweit nennen Verbraucher zum Begriff der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft einen oder zwei Aspekte. Landwirte zeigen hingegen ein viel spezifischeres und komplexeres Verständnis. Sie gehen insbesondere auf Umweltaspekte wie „Bodenschutz“ (40 %), „Landnutzung“ (27 %), „Wassernutzung“ (27 %) oder den „Schutz der Biodiversität“ (25 %) ein und beziehen auch wirtschaftliche Aspekte wie „faire Löhne in der Landwirtschaft“ (25 %) ein.

„Diese Ergebnisse helfen uns, die unterschiedliche Wahrnehmung nachhaltiger Landwirtschaft besser zu verstehen“, erklärt Dr. Kristina Winzen, Vice President Global Communications & Public Government Affairs für den BASF-Unternehmensbereich Crop Protection. „Landwirte und Konsumenten haben kein einheitliches Verständnis von nachhaltiger Landwirtschaft. Das macht es für Landwirte schwieriger, den Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden.“

Der hohe Stellenwert von Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ist sowohl Landwirten als auch Verbrauchern deutlich klar. In allen untersuchten Ländern stimmt die Mehrzahl der Verbraucher (81 %) zu, dass „Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft für sie sehr wichtig ist“. Bei der Frage nach speziellen landwirtschaftlichen Methoden gehen die Ansichten beider Gruppen jedoch auseinander. Während 82 % aller Landwirte angeben, dass Pflanzenschutzmittel verantwortungsvoll angewendet werden, teilen nur 37 % der Verbraucher diese Ansicht.

Meinungen zu Regulierungen in der Landwirtschaft

Weltweit stimmen 49 % der Landwirte der Antwort zu, dass momentan „zu viele Regulierungen in der Landwirtschaft zur Anwendung kommen“. Ganz im Gegensatz dazu sind 38 % der Verbraucher in den untersuchten Ländern der Meinung, dass „die Landwirtschaft nicht ausreichend reguliert ist“. Bei Betrachtung der einzelnen Länderergebnisse fällt auf, dass sich Landwirte in den europäischen Ländern – Frankreich (83 %), Deutschland (72 %) und Spanien (77 %) – durch immer mehr Vorschriften stark unter Druck gesetzt fühlen. In Asien ist das Gegenteil der Fall: Indische und chinesische Landwirte sehen einen Mangel an Gesetzen für die Landwirtschaft. Aus ihrer Sicht sollte es mehr Regulierungen geben (jeweils 54 %).

Höhere Zufriedenheit mit landwirtschaftlicher Produktion

Obwohl allgemeine Übereinstimmung herrscht, dass die Nahrungsmittelproduktion - aufgrund steigender Verbraucher-Anforderungen sowie der Globalisierung der Märkte und einer Verknappung von Ressourcen - zu einer immer größeren Herausforderung wird, geben 76 % der Landwirte an, dass sie mit ihrer aktuellen beruflichen Situation zufrieden sind (2011: 62%). Die zufriedensten Landwirte leben in den USA (89 %), gefolgt von China (85 %) und Indien (75 %).

Wenn Verbraucher in den jeweiligen Ländern die aktuell angewendeten Methoden der Nahrungsmittelproduktion bewerten, ist mehr als die Hälfte (58 %) mit der Art und Weise, wie Landwirtschaft betreiben wird, zufrieden. Die Zufriedenheit der Verbraucher in Deutschland ist am höchsten (68 %), gefolgt von Indien (65 %) und den USA (63 %).

Ausblick für die Zukunft

Gefragt nach der Zukunft ihres Berufsstands teilen Landwirte weltweit ähnliche Erwartungen. Für die kommenden fünf Jahre machen sie als Trends das „Verschwinden landwirtschaftlicher Kleinbetriebe“ (45 %), eine „strengere Regulierung“ (23 %), „technologische Verbesserungen“ (22 %), „Wassermangel“ (21 %) und den „Anstieg der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (19 %) aus. „Die Ergebnisse der Farm Perspectives Study untermauern die Bedeutung der Landwirtschaft von heute. Sie ermöglichen es, unsere Initiativen und geschäftlichen Entwicklungen noch besser mit den Bedürfnissen der Landwirte zu verknüpfen“, so Dr. Winzen. Da Verbraucher und Landwirte ein so unterschiedliches Verständnis von Landwirtschaft haben, unterstreicht BASF die Bedeutung, einen offenen Dialog zwischen den zwei Gruppen anzuregen. „Als Unternehmen, das moderne und nachhaltige Landwirtschaft unterstützt, liegt es auch in unserer Verantwortung, die bedeutsame Rolle, die Landwirten für das Leben und Wohlbefinden von Menschen in der ganzen Welt zukommt, zu fördern und anzuerkennen“ erklärt Dr. Winzen abschließend.

Weitere Informationen zum Studienaufbau, Ergebnissen und Materialien sind online verfügbar: www.farmperspectivesstudy.com (nur in Englisch).
 

Veröffentlichungsdatum: 22.09.2014

Schlagwörter

BASF, Studie, Landwirten, Verbrauchern, Nachhaltig