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ifo: Freihandel für Landwirtschaft und Lebensmittel könnte EU-Handel stark steigern

09. September 2014

Wenn ein transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) alle Zölle und anderen Handelshemmnisse um 25 Prozent verringert, könnten die EU-Exporte bei Landwirtschaft und Lebensmitteln um 60 Prozent steigen. Die Importe aus den USA könnten jedoch um 120 Prozent wachsen. Dieses würde den EU-Überschuss im Handel von derzeit sechs Milliarden Euro auf null reduzieren. Diese Berechnungen stammen aus einer neuen Studie des ifo Instituts für das EU-Parlament. “Während die Wachstumsraten beeindruckend aussehen, so ist doch der absolute positive Effekt von TTIP auf diese Branche vergleichsweise niedrig, verglichen mit der verarbeitenden Industrie oder den Dienstleistungen“, sagt Prof. Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft. EU-Exporte in die USA in der Agrar- und Ernährungsbranche betragen 15 Milliarden Euro, was nur vier Prozent aller EU-Exporte in dieses Land darstellt.

“TTIP könnte eine hochwillkommene Gelegenheit für EU-Produzenten bei Milch, speziellen Fleischprodukten oder Wein sein“, fügte Felbermayr hinzu. Doch TTIP könnte auch zu Marktverwerfungen führen; nämlich dort, wo der gegenwärtige EU-Zollschutz hoch ist und wo europäische Produzenten einen Kostennachteil wegen strenger EU-Regeln haben. Das betrifft hauptsächlich Rohprodukte, vor allem Geflügel, Rindfleisch, Isoglukose oder bestimmte Getreidesektoren. Weil eine Absenkung der EU-Standards politisch unmöglich erscheint, wird TTIP Mengenbeschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen enthalten für einige Produkte, um derartige Negativ-Effekte zu vermeiden.

Die Schlüsselfrage sind die nicht-tarifären Handelshemmnisse. Sie stammen von Mengenbeschränkungen, Importquoten, regulatorischen Unterschieden und bürokratischen Anforderungen. Die meisten werden begründet mit dem Tier- und Pflanzenschutz sowie mit der Gesundheit der Bevölkerung. Alle begrenzen den Marktzugang und den Handel. Schätzungen des Ausmaßes der nicht-tarifären Handelshemmnisse sind schwierig, aber die meisten Studien schätzen, dass sie im Schnitt einem Zoll von 50 Prozent entsprechen. Die Herausforderung für die Verhandler besteht darin, jene Hemmnisse zu identifizieren und zu beseitigen, die den Handel unnötig behindern.

Eine Aufweichung der US-Inspektionsprozeduren, eine Vereinfachung der US-Lebensmittel-Sicherheitsregeln und geringere bürokratische Anforderungen könnten Handelskosten senken. Ein besserer Schutz von europäischen Herkunftsbezeichnungen könnte ein Marketingvorteil für EU-Produzenten sein.

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Quelle: ifo Institut

Veröffentlichungsdatum: 09.09.2014

Schlagwörter

ifo, Freihandel, Landwirtschaft, Lebensmittel, EU