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Copa-Cogeca begrüßt Maßnahmen für verderbliches Obst und Gemüse

20. August 2014

Copa-Cogeca begrüßte am Donnerstag das rasche Handeln des europäischen Landwirtschaftskommissars Cioloş zur Einführung von Unterstützungsmaßnahmen für verderbliches Obst und Gemüse der EU als Reaktion auf die durch das russische Embargo gegen landwirtschaftliche Erzeugnisse verursachte Krise. „Dies war unsere Forderung, um einen vollständigen Preisverfall im Sektor zu verhindern“, so Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen.  

„Die Preise für diese verderblichen Erzeugnisse wurden durch die Krise stark beeinträchtigt und sind in manchen Fällen um bis zu 90 % eingebrochen. Auch die Preise anderer von dem Embargo betroffener Produkte geraten unter enormen Druck.“

„Daher begrüßen wir das rasche Handeln der Europäischen Kommission heute, nachdem das Vorhaben letzten Donnerstag von den Mitgliedstaaten im Verwaltungsausschuss diskutiert worden war.“  

Zu den von den heute angekündigten Maßnahmen betroffenen Produkte zählen Tomaten, Karotten, Weißkohl, Paprika, Blumenkohl, Salat- und Einlegegurken, Pilze, Äpfel, Birnen, rote Früchte, Tafeltrauben und Kiwis. Die Märkte für diese Produkte haben Hochsaison und für die meisten dieser Erzeugnisse besteht weder eine Lagermöglichkeit noch ein unmittelbar verfügbarer Alternativmarkt. Die Kommission hat auch Maßnahmen für Pfirsiche und Nektarinen ergriffen.

Die heute angekündigten außerordentlichen Maßnahmen umfassen Marktrücknahmen insbesondere für die kostenlose Verteilung der Produkte z.B. an Wohltätigkeitsorganisationen sowie eine Entschädigung für die Nicht-Ernte und Grünernte. Die Beihilfe steht allen Erzeugern unabhängig davon, ob sie in Erzeugerorganisationen organisiert sind oder nicht, zur Verfügung. Die Maßnahmen gelten ab dem 18. August. Das bedeutet, dass alle ab heute vom Markt genommenen (oder grün geernteten oder unter die übrigen Maßnahmen fallenden) Mengen bereits von diesen Zusatzmaßnahmen abgedeckt sind, die Gegenstand von Kontrollen sein werden. Sie gelten bis Ende November mit einem Haushalt von 125 Mio. €.

Weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Landwirte und landwirtschaftlichen Genossenschaften werden am Freitag in einer wöchentlichen Sitzung mit den Experten der Mitgliedstaaten und Experten des Europäischen Parlaments in Brüssel diskutiert.

Copa-Cogeca fordert die Ergreifung außerordentlicher Marktmaßnahmen wie z.B. die Rücknahme von Produkten aus dem Markt und ihre Abgabe an Wohltätigkeitsorganisationen, eine Vorverlegung des Auszahlungsdatums für Direktzahlungen, eine Beschleunigung von Absatzförderungskampagnen zwecks Ankurbelung der Nachfrage sowie ein rascheres Voranbringen einiger Freihandelsabkommen mit Nicht-EU-Staaten zwecks Erschließung ihrer Märkte.

Die Folgen des russischen Embargos werden die Landwirtschaft weit über ein Jahr lang stark beeinträchtigen. Copa-Cogeca nimmt bereits eine Berechnung des Schadensausmaßes vor.

Pesonen betonte: „Schätzungen zufolge liegen die Kosten weit über den im Krisenfonds der GAP vorgesehenen 400 Mio. Euro. Wir sind für diese Situation nicht verantwortlich und dennoch ist unser Sektor am stärksten getroffen. Daher darf die Unterstützung nicht ausschließlich aus dem GAP-Haushalt kommen, sondern auch aus anderen Fonds. Mit Blick auf das Ausmaß dieser Krise ist eine Überwachung der Gewinnspannen innerhalb der Lebensmittelkette auch von größter Bedeutung, um Spekulation zu reduzieren. Die Kommission muss zudem sicherstellen, dass die Maßnahmen unter den Mitgliedstaaten koordiniert werden, und garantieren, dass zusätzliche nationale Mittel freigesetzt werden, um die Krise zu bewältigen.“

 

Veröffentlichungsdatum: 20.08.2014

Schlagwörter

Copa-Cogeca. Unterstützung, Maßnahmen, Obst, gemüse