Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Bio Bauern besorgt und sauer über den derzeitigen Preisdruck

18. August 2014

Viel früher als in anderen Jahren hat die bundesweite Ernte von Bio Kartoffeln begonnen. Nachdem alle Kartoffeln gepflanzt waren, ist klar, es gibt nicht mehr Fläche, aber eine Sortenverschiebung von der Lagerware zu frühen/mittelfrühen Kartoffeln.

Zusätzlich gab es überdurchschnittliche Importmengen und ein Rückgang des Mengenabsatzes von 17% in den ersten 6 Monaten dieses Jahres.

Durch das milde Frühjahr konnte in diesem Jahr schon zeitig mit der Ernte in den Frühkartoffelgebieten begonnen werden. Das wird uns jetzt zum Verhängnis: Es entsteht der Eindruck, es gibt Biokartoffeln ohne Ende und der Preis rutscht ins bodenlose.

Wir können Kartoffeln, …..aber nicht zu diesem Preis !!!!!

„Die Qualitäten sind super und damit das auch so bleibt, beginnen die meisten Landwirte zur Qualitätssicherung deutlich früher mit der Ernte“, sagt Monika Tietke vom Bio Kartoffel Erzeuger Verein.

Noch vor wenigen Jahren galt: Der beste Lagerplatz für die Kartoffel ist der Acker. Das hat sich grundlegend verändert, da es in der Vergangenheit immer wieder große Probleme mit Schädlingen gegeben hat. Besonders der Drahtwurm, die Larve des Schnellkäfers, sucht Anfang September nach Nahrung und bohrt dabei Löcher in die Knollen. An diesen Stellen bilden sich dunkle Ringe und die Kartoffel kann nicht mehr vermarktet werden. Im ökologischen Landbau wird auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet. Die einzige Chance, die Knolle zu schützen, ist eine zügige Ernte.

Das heißt aber nicht, dass diese Bio-Kartoffeln alle für den Frischmarkt bestimmt sind. In der Vergangenheit wurde uns von unseren Handelspartnern immer wieder signalisiert, dass großes Interesse an heimischer Ware besteht.

Wir können unsere Kartoffeln über einen langen Zeitraum von ca. 10 Monaten anbieten, bei den derzeitigen Erzeugerpreisen ein wirtschaftliches Desaster.

Für die Mitglieder des Bio Kartoffel Erzeuger Vereins ist klar: „Wir fahren erst einmal alle Kartoffeln ins Lager und warten ab. Erst dann wissen wir, welche Mengen tatsächlich zur Verfügung stehen“, sagt Monika Tietke.

Anders als im konventionellen Kartoffelanbau gibt es seit 2007 keinen Flächenzuwachs, aber eine stetig steigende Nachfrage, ausgenommen das letzte Jahr. Und es gibt auch keinen Exportdruck, alle Bio Kartoffeln, die wir anbauen, können auch hier vermarktet werden.Der Handel hat in diesem Jahr einmal mehr bewiesen, dass Zusagen auch gehalten werden, es wurden so lange heimische Bio Kartoffeln gehandelt, bis sie alle waren.

logo grootWir erzeugen ein hochwertiges Lebensmittel, aber das hat seinen Preis. Kartoffelanbau ist nicht nur sehr kapitalintensiv, es ist auch viel Arbeitszeit nötig, bis die Kartoffel vom Vorkeimen im Januar bis zum März oder April des Folgejahres in den Handel kommt. Da ist es auch verständlich, dass viele Bauern stinksauer sind, wenn jetzt unverschämte Preisangebote und Gerüchte den Preis für alle Landwirte in den Keller treiben. Doch die Saison ist noch lang und man trifft sich bekanntlich immer zweimal oder auch öfter im Leben.

www.bke-verein.de

 

Veröffentlichungsdatum: 18.08.2014

Schlagwörter

Flächendeckend, Deutschland, Bio-Kartoffeln, Ernte