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Chile: Nicht genug Obstbestände für „unmittelbare Reaktion“ auf russisches Embargo

12. August 2014

Da die Spekulationen darüber weitergehen, wer den Stillstand durch Russlands Verbot von Obst und Gemüse von einer Reihe von westlichen Ländern aufnehmen wird, glaubt ein Experte aus der größten Obstexportnation der südlichen Hemisphäre, der Zeitpunkt ist nicht so gut. Der Präsident von „Decofrut“, Manuel Jose Alcaino, der in der chilenischen Hauptstadt Santiago sitzt, erzählte www.freshfruitportal.com, sein Land hat infolge der Auswirkungen von Frost und Trockenheit geringere Bestände zur Hand. Er sagte, die vorläufigen Schätzungen zeigen, der russische Markt importierte rund 6 Millionen Tonnen Obst und Gemüse jährlich, von denen 1,6 Millionen Tonnen aus den Ländern mit Verbot kamen.

„Also kommt mehr oder weniger ein Viertel von dem, was sie [Russland] an frischem und getrocknetem Obst und Gemüse imporiteren aus den Ländern mit Embargo. Wenn solch eine große Lücke in dem russischen Markt betrachtet wird, haben Länder wie Chile und Argentinien, die etwa 100.000 Tonnen und 200.000 Tonnen jährlich nach Russland exportieren, relativ kleine Positionen. Ecuador, das vor allem Bananen und etwas Ananas exportiert, hat einen Anteil von 1,2 Millionen Tonnen. Ecuador hat einen sehr starken Anteil“, sagte Alcaino. „Andere Länder wie Brasilien und Peru haben eine kleine Menge“, fügte er hinzu, wobei er klarstellte, dass Peru im Oktober infolge seiner starken Produktion von „Red Globe“-Trauben, die bei den russischen Verbrauchern sehr gut ankommen, größere Möglichkeiten finden kann.“

Der Industrieveteran sagte, es wäre wichtig, die Auswirkungen des Verbots auf die europäischen Apfelerträge zu betrachten und was übrig bleibt, sobald die chilenische Saison nächstes Jahr wiederkommt. „Es darf nicht vergessen werden, dass die Äpfel in der Europäischen Union, die zuvor nach Russland geschickt wurden, nun wahrscheinlich vor allem in Europa bleiben werden“, sagte er. „Und wegen der Bestände, werden wir, wenn Chile auf dem europäischen Markt eintrifft, einen gefüllteren Markt vorfinden. Der europäische Markt macht rund 40% von seinem [Chiles] Anteil aus. Wir können dem europäischen Markt nicht ausweichen“, sagte er abschließend, wobei er erwähnte, dass die Früchte auf andere Märkte als Russland gehen müssen.

Quelle: freshfruitportal.com

Veröffentlichungsdatum: 12.08.2014

Schlagwörter

Chile, Obstbestände, Russland, Embargo