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Deutschland/Holland: Projektpartner präsentieren Projekt "Gezonde Kas"

01. August 2014

Nach vierjähriger Forschungsarbeit werden die Ergebnisse des Interreg-Projektes „Gezonde Kas“ (Gesundes Gewächshaus) nun der Öffentlichkeit präsentiert. Am 1. und 2. Oktober stellen die niederländischen und deutschen Projektpartner im niederrheinischen Straelen ein völlig neues und ganzheitliches Pflanzenschutzkonzept vor.

Forschungsteam entwickelt ein völlig neues, integriertes Pflanzenschutzprogramm

logo projektDie Produktionssysteme im modernen Unterglas-Gartenbau sind mit der Zeit immer größer und spezialisierter geworden. Das bringt viele Vorteile, erschwert aber auch die tägliche Kontrolle der Pflanzenkulturen. Wie kann der Kultivateur es dennoch schaffen, seine Pflanzen punktgenau und qualitativ hochwertig zu produzieren? Mit dieser Frage haben sich niederländische und deutsche Experten vier Jahre lang intensiv im Rahmen des Interreg-Projektes „Gezonde Kas“ (Gesundes Gewächshaus) befasst. Sie haben dabei an den Beispielkulturen Tomaten und Cyclamen geforscht. Und die Antwort, die sie gefunden haben, ist ein völlig neues und in sich geschlossenes System. „Die unterschiedlichen Komponenten greifen nahtlos ineinander – und ermöglichen so innovativen Pflanzenschutz auf dem neuesten Stand der Technik“, sagt Projektleiterin Dr. Carolien Zijlstra vom niederländischen Wageningen University & Research Centre (WUR).

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„Chlorophyll Fluorescence (CF)-Kamera fotografiert die Pflanzen und macht gestresstes Gewebe sichtbar." Foto © Gezonde Kas

Das Gezonde-Kas-System umfasst über 25 technische Bausteine, die in verschiedenen Schritten für ein gesundes Gewächshaus sorgen. Im ersten Schritt werden die Pflanzen und die Umgebung (Wasser, Luft, Substrat) schon beim Eintreffen im Gewächshaus gescannt und auf mögliche Schaderreger untersucht. Dazu werden stichprobenartig (Gewebe-)Proben entnommen, deren DNA isoliert und auf Erreger getestet wird. Somit kann man sicherstellen, dass sich in der Umgebung und in den Pflanzen keine Erreger aufhalten. Ein gesunder Start ist somit garantiert.

Im zweiten Schritt erfolgt ein Monitoring: zunächst auf der Makroebene über den Pflanzenbestand. Bei Bedarf dann auch auf der Mikroebene der einzelnen Pflanze, wo der eventuell anwesende Schaderreger entdeckt und diagnostiziert werden kann. Dabei werden beispielsweise Aufnahmen mit einer Chlorophyll Fluorescence (CF)-Kamera gemacht. Diese erkennt, ob das Gewebe der Pflanze geschwächt ist. Ist der Befund positiv, wird die Untersuchung auf der Mikro-Ebene fortgesetzt. Treten keine Auffälligkeiten auf, setzt das System seine Arbeit auf Makroebene fort.

In einem dritten Schritt interpretiert das intelligente System die Ergebnisse des Monitorings und leitet daraus Entscheidungshilfen und Empfehlungen für den Kultivateur ab. Der kann dann im letzten Schritt Maßnahmen ergreifen, die sehr gezielt die diagnostizierten und lokalisierten Krankheiten bekämpfen. So werden etwa im Bedarfsfall sensorgesteuerte Düsen eingesetzt, die mehr als 50 Prozent der Wirkstoffe einsparen. Davon profitieren alle: die Kultivateure, die Kunden und nicht zuletzt die Pflanzen und die Umwelt. Anschließend beginnt das System wieder von vorn und setzt das Monitoring fort.

projekt logoEine Live-Demonstration des Systems können Besucher am Mittwoch, 1. Oktober, zwischen 10 und 17 Uhr und am Donnerstag, 2. Oktober, von 11 bis 17 Uhr erleben. Sie sind dann zur Präsentation des Systems im Versuchszentrum Gartenbau im niederrheinischen Straelen eingeladen. Dabei werden die verschiedenen Teile des Systems mit Videos, Postern und Softwareprogrammen erläutert.

Im Rahmen des Projektes „Gezonde Kas“ haben zehn Forschungseinrichtungen und 22 Unternehmen aus dem deutschniederländischen Grenzgebiet geforscht. Dabei wurden sie mit einem Budget von rund zehn Millionen Euro von der Europäischen Union sowie von nationalen und regionalen Financiers gefördert.

Weitere Informationen: www.gezondekas.eu
 

Veröffentlichungsdatum: 01.08.2014

Schlagwörter

Deutschland, Niederland, Projekt, Gezonde Kas, Partner