Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 26 / 14 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

02. Juli 2014

Spargel: Die diesjährige Kampagne fand ein ruhiges, unspektakuläres Ende. Aufgrund des frühen Erntebeginns hatten sich viele Produzenten weit vor dem Stichtag Johannis aus dem Geschäft verabschiedet. Somit waren zum Anfang der Woche lediglich begrenzte Mengen aus Deutschland vorrätig. Spärlich wurden diese durch niederländische, polnische und ungarische Importe ergänzt. Infolge der lang andauernden Vermarktungszeit konnte zum Schluss beim Kunden eine merkliche Interessenermüdung festgestellt werden. Diese ermöglichte nur marginale Umsätze. Für akzeptable Bewertungen von einheimischer Standardware mussten die Verkäufer einiges an Verhandlungsgeschick aufbringen. Gering verfügbare ansehnliche Offerten verbuchten indes mit Leichtigkeit Kursgewinne. Die ausländische Konkurrenz verteuerte sich in den meisten Fällen ebenso sukzessiv. Am Freitag gab es dann zum Saisonausstieg letztmalig vereinzelte Angebote aus den Niederlanden und Polen.

Äpfel
Neuseeland hatte das Geschehen im Griff und beteiligte sich vorrangig mit Braeburn, Royal Gala und Jazz. Chile sendete unter anderem Royal Gala, Granny Smith sowie Elstar. Aus Argentinien kamen überwiegend Royal Gala und wenige Cripps Pink. Südafrika steuerte Braeburn und Pink Lady zum Sortiment bei. Die Nachfrage war nicht besonders stark ausgeprägt. Sie genügte aber in der Regel, um die Notierungen stabil zu halten. Bloß in Frankfurt wurden die Forderungen häufig reduziert, um den Umschlag zu beschleunigen. In Hamburg waren speziell brasilianische und südafrikanische Früchte von Vergünstigungen betroffen. Bei der europäischen Erzeugnispalette hatten einheimische Jonagold und Jonagored sowie italienische Golden Delicious und Granny Smith die Nase vorn. Bei einem gemächlichen Zuspruch bewegten sich die Preise oftmals nicht wesentlich; in Frankfurt zogen die für inländische Elstar etwas an. Hier tauchten im Wochenverlauf neuerntige Lodi von der Bergstraße zu 1,90 € je kg auf; mit Summerred wird in der 27. KW gerechnet.

Birnen
Packham`s Triumph und Abate Fetel bildeten das Gros des Angebotes: Sie stammten aus Südafrika, Argentinien und Chile. Daneben wurden Forelle zugeführt, die eher abrundenden Charakter hatten. Europa war vor allem mit italienischen Abate Fetel vertreten. Einige Sommerbirnen aus Italien und Spanien, welche meist auf eine freundliche Beachtung stießen, ergänzten. Qualitätsbedingt fand man in Frankfurt frische Abate Fetel aus Argentinien nur noch als Klasse II aufgemacht. Packham`s Triumph gleichen Ursprungs in 15-kg- und 18-kg-Gebinden wussten hier zu gefallen und wurden flott geordert. Bei einer hinreichend auf den Bedarf abgestimmten Versorgung veränderten sich die Kurse generell nicht nennenswert.

Tafeltrauben
Die italienischen und spanischen Anlieferungen dehnten sich aus und setzten sich an die Spitze des Sortimentes. Ägyptische Früchte weiteten ihre Präsenz ebenso aus. Dagegen verloren chilenische, südafrikanische und marokkanische Partien an Wichtigkeit und verabschiedeten sich zunehmend aus dem Geschäft. Die Bereitstellung italienischer Victoria und Black Magic wuchs an; Bestände konnten nicht durchgängig vermieden werden. Oftmals wurden die Forderungen gesenkt, um die Nachfrage zu stimulieren. Auch spanische Sugraone trafen in verstärktem Maße ein, was Vergünstigungen nach sich zog. In Frankfurt waren Superior Seedless aus Spanien zu klein; sie kosteten daher bloß 9,- bis 12,- € je 5-kg-Karton. Ägyptische Sugraone sowie Flame Seedless gewannen an Bedeutung und wurden gerne gekauft.

Erdbeeren
Es konnte ausschließlich auf inländische Chargen zugegriffen werden. Die Niederlande und Belgien beteiligten sich nicht mehr am Geschehen. Die Verfügbarkeit stieg an und genügte, um den steten Bedarf zu decken. Neben den schon etablierten Elsanta, Florence und remontierenden Everest gab es erste Ware aus Frigokultur, für die man bis zu 1,40 € je 500 g zahlte. Das Erscheinungsbild der Offerten war mancherorts uneinheitlich, was sich aber nicht grundlegend auf den Handel auswirkte. Das Interesse verbesserte sich sukzessive. Zum Wochenende hin beschleunigte sich der Umschlag, sodass man die Bewertungen häufig erhöhen konnte. Eine Räumung gelang in der Regel trotzdem mit Leichtigkeit.

Aprikosen
Das Angebot weitete sich immens aus: An der Spitze befanden sich Frankreich und die Türkei, gefolgt von Spanien, Italien und Griechenland. Österreichische und ungarische Abladungen komplettierten in München. In für den frühen Saisonstand ungewöhnlich großen Mengen tauchten einheimische Früchte auf: Hinsichtlich Aussehen, Struktur und Geschmack überzeugten die Produkte, die in Frankfurt meist den Kaliber 40-50 mm aufwiesen. Da sie auf hinreichenden Zuspruch stießen, kosteten sie ca. 3,- € je kg. Wegen der angewachsenen Versorgung konnten die Forderungen oftmals nicht aufrecht erhalten werden. Konditionell abbauende Partien musste man unter Notiz veräußern. Türkische Sekerpare waren vielfach zu kleinfallend, sodass sich ihre Unterbringung problematisch gestaltete.

Kirschen
Die Verfügbarkeit dehnte sich kräftig aus. Sowohl die türkischen als auch italienischen, deutschen und spanischen Anlieferungen verstärkten sich. Einheimische Offerten wurden mittlerweile nicht nur in 6-kg-, sondern zudem in 12-kg-Holzsteigen aufgemacht. Griechische Zufuhren zeigten speziell in München Präsenz. Importe aus Frankreich, der Slowakei, Belgien und Bulgarien ergänzten. Das Sortiment war für die aufnehmende Hand zu gewaltig. Sukzessiv gesenkte Preise beschleunigten zwar mancherorts den Umschlag, eine Räumung gelang trotzdem sehr selten. Chargen ab 28 mm ließen sich noch am besten absetzen und konnten daher ab und an die bisherigen Kurse behaupten. Qualitativ exklusive türkische Napoleon generierten in München freundliche Beachtung und wurden kontinuierlich platziert. Mit 7,25 € je kg musste man in Hamburg für inländische Ware am tiefsten in die Tasche greifen.

Pfirsiche und Nektarinen
Italien und Spanien lagen von den abgeladenen Mengen her fast gleichauf an der Spitze. Frankreich befand sich auf dem dritten Rang. Die Versorgung wuchs an und überragte in der Regel die Nachfrage. Reduzierte Forderungen sollten die Unterbringungsmöglichkeiten erhöhen, was aber nicht überall der Fall war. Eine Leerung der Vorräte glückte kaum, obwohl die Früchte hinsichtlich ihrer organoleptischen Eigenschaften durchaus überzeugten. In Frankfurt tauchten am Donnerstag erste türkische Angebote auf; wegen eines Transportfehlers und einer daraus resultierenden schwachen Güte konnte an eine reguläre Abwicklung indes nicht gedacht werden.

Pflaumen
Inländische Produkte standen inzwischen im Zentrum der Vermarktung. In ansteigendem Umfang drängten Partien von Ruth Gerstetter und Herman in den Verkauf. Schon ab Donnerstag waren erste Katinka verfügbar. Auch wenn sich Geschmack und Optik leicht verbessert hatten, so ließen die den Zuspruch bestimmenden, organoleptischen Merkmale immer noch Wünsche offen. Infolge der geringen Räumungsgeschwindigkeit bröckelten die Kurse rapide ab.

Kiwis
Neuseeland beherrschte den Absatz. Da die Früchte mittlerweile etwas reifer waren, wurden sie in der Regel relativ gut aufgenommen. Man bevorzugte häufig 5,2-kg-Kartons mit 25 oder 27 Stück. Chile ergänzte das Angebot überwiegend mit loser Aufmachung, die trotz niedriger Forderungen kaum großes Interesse weckte. Da die Händler die Bereitstellung weitgehend auf den Bedarf ausgerichtet hatten, veränderten sich die Notierungen nur unwesentlich. Einzig in Hamburg etablierten sich Verteuerungen.

Zitronen
Nach wie vor prägten maßvolle spanische Zufuhren von Verna das Geschäft. Die Qualität der Produkte konnte für gewöhnlich kontinuierlich überzeugen. Hinzu kam, dass sich die Versorgung an den Verkaufsmöglichkeiten orientierte. Somit verharrten die Kurse vielfach auf bisherigem Niveau. Auf den Plätzen, wo zudem Importe aus Südafrika oder Argentinien eine Rolle spielten, tendierten die Bewertungen, insbesondere die der Konkurrenz aus Übersee, mengenbedingt zur Schwäche.

Bananen
Der Umfang der Anlieferungen aus den Reifereien wurde meistens an die ruhige Nachfrage angepasst. Teilweise hielten sich dadurch die Preise auf konstanter Basis. In Berlin sackte die Umschlagsgeschwindigkeit im Verlauf der Tage weiter ab, sodass man sich zu Vergünstigungen gezwungen sah, die diesen Vorgang aber nicht umkehren konnten. Je nach Herkunft verbilligte sich in Köln die Erstmarke oder wurde etwas teurer abgegeben. In Hamburg sanken die Forderungen lediglich im oberen Gütebereich der Zweitmarken minimal ab.

Blumenkohl
Den Handel gestalteten differenzierte Entwicklungen. Einerseits blieben die Notierungen bei bedarfsgerechten Abladungen häufig unverändert, andererseits dehnte sich die Kursspanne qualitätsinduziert enorm aus. In der unteren Sektion fanden sich vernachlässigte Produkte mit gelblicher, lose stehender Blume wieder; Topseller bildeten weiße, sehr dichte Erzeugnisse, die zügig geordert wurden. In Frankfurt zeichnete sich zunächst eine Verkaufsflaute ab. Zum Schluss verbesserte sich dann jedoch der Zugriff, sodass eine 6er-Steige bis zu 5,50 € kostete. In Hamburg verlangte man für die Ware hingegen zu Beginn der Woche mehr als zum Ende.

Salat
Eissalat stammte vorwiegend aus einheimischen Provenienzen und die Niederlande ergänzten. Das Sortiment war nicht zu knapp bemessen, sodass sich die Kunden auf die einwandfreien Angebote fokussierten. Nur diese konnten in der Regel die Forderungen bestätigen, während die von konditionsschwache Zufuhren reduziert werden mussten. Bei Kopfsalat dominierte Deutschland. Daneben trat Belgien mit nicht unerheblichen Mengen in Erscheinung. Da sich die Versorgung an der Nachfrage orientierte, spielte bei der Preisfindung das Gewicht die entscheidende Rolle. Köpfe aus Belgien bewegten sich hierbei auf höherem Niveau. Endivien aus dem Inland wurden verstärkt offeriert. In kleinerem Rahmen stellten belgische Partien eine Alternative dar. Bunte Salate aus regionalem Anbau gab es reichlich. Die Unterbringung verlief dennoch reibungslos, sodass Verbilligungen selten waren. Deutscher Feldsalat wurde in Frankfurt ab Donnerstag von den Händlern nicht mehr disponiert, da die Aufrufe deutlich gesunken waren.

Gurken
Inländische Abladungen bestimmten bei den Schlangengurken das Marktgeschehen. Die Niederlande und Belgien komplettierten. Das Interesse für die ausgedehnten Ankünfte hielt sich in Grenzen und Vergünstigungen waren an der Tagesordnung. In Berlin konnten niederländische Chargen aufgrund der zu geringen Stückzahlen zum Wochenbeginn etwas mehr geltend machen. Minigurken aus Deutschland und den Niederlanden weiteten ihre Präsenz aus. Die Türkei war lediglich vereinzelt vertreten. Wegen zu üppiger Anlieferungen gerieten die Bewertungen in Bedrängnis.

Tomaten
Rispenware aus den Niederlanden bildeten das Gros. Belgien, Deutschland und Italien hatten ihr Sortiment ausgebaut. Die Aufrufe waren in der Regel höchstens marginalen Abweichungen unterworfen, da das Aufkommen keine Lücken aufwies. Nur in Frankfurt und München wurde ab Donnerstag nachfrageinduziert ein merklicher Zuschlag für niederländische und belgische Ankünfte verlangt. Speziell belgische Fleischtomaten verteuerten sich deutlich. Von dieser Konstellation profitierten auch die wesentlich seltener anzutreffenden niederländischen Produkte. Der Bedarf an Runden Tomaten wurde vorrangig von den Niederlanden und Belgien abgedeckt, während bei den Kirschtomaten neben den dominierenden niederländischen die italienischen den zweiten Platz belegten. Die anfangs noch bröckelnden Kurse konnten sich wieder halbwegs erholen, da die Beachtung kontinuierlich zunahm.

Gemüsepaprika
Die beherrschenden Abladungen aus den Niederlanden wurden durch Importe aus diversen Mittelmeerregionen, insbesondere aus der Türkei, und aus verschiedenen mitteleuropäischen Ländern, darunter wenige Chargen aus Deutschland, abgerundet. Erstmals stellte man großfallende spitze gelbe Offerten aus Serbien bereit. Die gesamte Zeit über grundsätzlich offensichtlichen Schwankungen unterworfen, stiegen die Bewertungen zum Freitag hin mengenbedingt und nahezu durchweg in eklatantem Maße an. Einzig grüne Früchte machten diesen Prozess nicht mit: deren Preise blieben stabil oder sanken sogar ab.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln stammten vorwiegend aus Spanien, ergänzend aus Chile. Genügend nachgefragt, verzeichneten sie für gewöhnlich konstante, manchmal anziehende Notierungen. Bei Haushaltsware verlor Australien an Bedeutung, Italien gewann leicht dazu. Anwachsende Zufuhren aus inländischer Produktion zeigten sich noch sehr jung und kaum schalenfest. Aufrufe von bis zu 17,- € je 25 kg schreckten die Kunden häufig ab. Österreich lieferte 5-kg- und 25-kg-Säcke in weiter Kaliberspanne, zum Teil gemüsezwiebelähnlich in 80 mm+. Im Sektor der roten Zwiebeln komplettierte Italien mit länglichen Angeboten aus dem kalabrischen Tropea. Ihre Süße hängt mit dem Klima und den Böden der tyrrhenischen Küste zusammen. Sie waren in Zöpfen geflochten und kosteten das Doppelte regulärer Partien.


Weitere Informationen

Frankfurt
Himbeeren gab es ohne Ende und die Kurse stürzten regelrecht ab. So konnten 250-g-Schälchen ab 0,65 € geordert werden. Auch anderes Beerenobst verbilligte sich mit ansteigender Verfügbarkeit. Wassermelonen aus Spanien standen im Überfluss bereit. Zusätzliche Rückläufer aus dem LEH verstärkten dabei den Verkaufsdruck und zur Entlastung waren Preise ab 0,35 € je kg nötig. Trotz breitgefächerten saisonalen Sommerobstes konnten Satsumas und Clementinen aus Argentinien, Peru und Südafrika vermarktet werden. Am Montag trafen die ersten deutschen Wachsbohnen in 4-kg- und 5-kg-Gebinden ein. Stangenbohnen aus dem geschützten Anbau büßten an Präsenz ein; die kleine Versorgungslücke bewirkte zum Wochenschluss aufwärts tendierende Bewertungen. Manuell gepflückte Bobby-Bohnen wurden zu maximal 13,- € je 4 kg gehandelt, maschinell eingebrachte schon ab 8,80 €. Die inländische Ernte von Zucchini bescherte zu umfangreiche Mengen, sodass sich die Forderungen meist zwischen niedrigen 3,- und 4,- € bewegten. Steinpilze mit wenig stabiler Kondition bekam man ab 16,- € je kg. Pfifferlinge aus Osteuropa konnten überzeugen und räumten flott zu 7,- bis 9,- € je kg, je nach Sortierung.

Hamburg
Erste südafrikanische Orangen wurden am Platz zu 14,- bis 14,50 € je 15-kg-Karton umgeschlagen.

Köln
Zumindest zum Wochenende hin war man mit dem Verkauf von Stachelbeeren zufrieden. Die Versorgung mit Pfifferlingen fiel weiter größer als der Bedarf aus. Bedingt durch anwachsende Zufuhren wurden Stangenbohnen aus inländischem Anbau immer niedriger aufgerufen.

München
Inländische Kulturheidelbeeren und Himbeeren trafen sehr umfangreich ein. Dank der temperaturbedingt äußerst lebhaften Nachfrage hielten sich Überhänge aber in Grenzen. Polen sendete inzwischen kontinuierlich gut und gleichmäßig aufbereitete Waldheidelbeeren und hatte aufgrund fehlender Konkurrenz keine Unterbringungsschwierigkeiten. Artischocken aus Frankreich wurden bei üppigem Angebot günstiger. Bei ruhigerem Geschäftsverlauf sanken die Preise von Auberginen. Italien lieferte neben den üblichen, violetten länglichen auch violett-weiß-gestreifte Produkte, die etwas höher bewertet wurden. Mit zunehmenden Abladungen verbilligten sich moderat Stangenbohnen und Buschbohnen sowie die stattlich vorrätigen Zucchini. Erster frischer Knoblauch und zu 2 Stück gepackter Zuckermais aus einheimischer Erzeugung wurden offeriert. (Foto: Kreklau/DFHV)
 

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Quelle: BLE
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 02.07.2014

Schlagwörter

Marktbericht, BLE, Woche, Obst, gemüse, Südfrüchte