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Zitronen: Spanien prägte vor der Türkei das Geschehen

15. November 2018

Argentinien und Griechenland rundeten dieses mit minimalen Zufuhren ab. Die Bewertungen veränderten sich kaum. In Köln und Frankfurt vergünstigten sich spanische Primofiori, die an den übrigen Plätzen häufig kontinuierlich veräußert werden konnten.

Bildquelle: Shutterstock.com Zitronen
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In München verbilligten sich die türkischen Artikel etwas. In Hamburg wirkte sich ein schleppender Zugriff dank einer daran angepassten Bereitstellung nicht auf die Preise aus. In Berlin ließen die spanischen Offerten hinsichtlich ihrer Qualität keine Wünsche offen, heisst es im aktuellen Marktbericht KW 45 / 18 des Bundesanstalts für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Äpfel
Deutschland dominierte mit Elstar, Jonagold, Boskoop und Braeburn. Italien sendete überwiegend Royal Gala und Granny Smith. Aus Frankreich flossen unter anderem Jazz und Granny Smith zu; erste spärliche Pink Lady tauchten auf mehreren Märkten auf. Die Niederlande komplettierten ebenso wie Polen mit geringen Abladungen, wobei die billigeren niederländischen Partien hier und da zunehmend in 11-kg- und 15-kg-Steigen angeboten wurden. Insgesamt herrschte ein ruhiges Treiben vor. Das Interesse konnte problemlos gestillt werden. Dieses steigerte sich punktuell, zeigte sich aber meist recht verhalten. Die Notierungen hatten keinen einheitlichen Kurs: Sie verharrten oftmals auf bisherigem Niveau. Ab und zu tendierten sie auch abwärts. Dabei waren mal die einheimischen und mal die italienischen Produkte von den Vergünstigungen betroffen.

Birnen
Wie zuvor bestimmten italienische Santa Maria, Abate Fetel und Williams Christ die Szenerie. Deutschland spielte mit Alexander Lucas und Conference eine wichtige Rolle und lieferte zudem im kleineren Umfang Boscs Flaschenbirne. Türkische Santa Maria ergänzten, gerieten mancherorts aber wegen ihres fortgeschrittenen Reifegrades unter Druck. In Hamburg traten Offerten aus der Türkei in Größe Jumbo auf, die 10,- € je 7-kg-Packstück kosteten. In Frankfurt gab es französische Passa Crassana in der besonderen Aufmachung Klasse Extra mit Wachstropfen am Stielende, für die man trotz nicht überzeugenden Geschmacks 2,50 € je kg bezahlen sollte. In Berlin rundeten belgische Durondeau zu 1,45 € je kg die Warenpalette ab; aufgrund der sortentypischen Berostung war die Nachfrage aber eher schwach. Der Bedarf konnte generell leicht befriedigt werden. Bezüglich der Bewertungen waren keine gravierenden Veränderungen auszumachen. In München sanken sie für kleinfallende Früchte infolge von Beständen, die sich wegen einer zu schwachen Beachtung angehäuft hatten.

Tafeltrauben
Italien dominierte mit Italia, Crimson Seedless und Michele Palieri. Aus der Türkei stammten vorrangig Sultana und nachgeordnet Crimson Seedless. Griechische Thompson Seedless und französische Alphonse Lavallée hatten mehr oder weniger komplettierenden Charakter. Die Artikel stießen insgesamt auf einen freundlichen Zuspruch. Die Unterbringungsmöglichkeiten schränkten sich trotzdem punktuell ein, da die Kunden ihren Fokus auf andere Obstarten legten. Türkische Sultana im Winterpack wurden in Frankfurt indes recht flott platziert. Die Preise bewegten sich nur selten; in Köln kletterten sie jedoch mengeninduziert oftmals aufwärts. Die Importe aus Übersee weiteten ihre Präsenz zwar aus, generierten aber bloß verhaltene Beachtung, da sie im Gegensatz zu der europäischen Konkurrenz einfach zu teuer waren. So sollte man für peruanische Sugraone bis zu 29,- € je 8,2-kg-Karton bezahlen. Und auch die brasilianischen Chargen, mitunter Arra 30 und Arra 15, interessierten angesichts ihrer hohen Bewertungen kaum.

Bananen
Die Marktsituation war sehr uneinheitlich. Zum einen stiegen die Bewertungen von Zweit- und Drittmarken an, zum anderen brachen sie dem entgegen aufgrund einer verstärkten Präsenz ein. Manchmal verzeichnete man eine regelrechte Schwemme bei weniger gefragten Marken, die dann augenscheinlich unter Notiz verkauft werden mussten. So kosteten reichliche Importe von Rosy aus Guatemala örtlich bloß 11,50 € je 18-kg-Karton. Ein hinlänglicher Bedarf bescherte der Erstmarke oftmals relativ stabile Preise, die sich aber kraft der überschaubaren Verfügbarkeit der Produkte teilweise auch nach oben bewegten oder infolge von über die Maße ausgedehnten Mengen leicht absanken.

Blumenkohl
Die Bereitstellung der überwiegenden einheimischen und ergänzenden belgischen Partien passte ziemlich gut zu den Unterbringungsmöglichkeiten. Punktuell waren die Abladungen aus Belgien jedoch begrenzt, sodass die Händler ihre Aufrufe massiv heraufsetzen konnten. Von diesen Verteuerungen konnten die inländischen Chargen bezüglich ihrer Preise aber nur etwas profitieren. Insgesamt gestalteten sich die Geschäfte eher ruhig und unaufgeregt. In Berlin vervollständigten zunächst spärliche niederländische Anlieferungen zu 6,- bis 7,- € je 6er-Aufmachung das Geschehen, eher sie zum Wochenende hin die einheimischen Artikel von der Bedeutung her überholten.

Salat
Die Saison von einheimischem Eissalat bog offensichtlich auf ihre Zielgerade ein: Die Zufuhren schränkten sich augenscheinlich ein. An manchen Plätzen versiegten sie im Wochenverlauf. Die spanischen und niederländischen Zuströme konnten die Lücke nicht immer schließen und so stiegen die Notierungen auf allen Märkten an. Die Kunden griffen daher verstärkt auf Kopfsalat zurück. Dieser stammte hauptsächlich aus Deutschland und nachgeordnet aus Italien und Belgien. Auch in diesem Segment kletterten die Bewertungen bei einer konstanten Nachfrage aufwärts. Die Verfügbarkeit von Bunten Salaten überragte das Interesse. Oftmals gelang daher keine glatte Räumung und die Vertreiber waren gezwungen, ihre Aufrufe nach unten zu korrigieren. So kosteten sie beispielsweise in Frankfurt nur 4,50 € je 9er-Steige. Endivien wurden stetig abgewickelt. Sie kamen dominierend aus dem Inland und komplettierend aus Italien und Belgien. Die Versorgung dehnte sich generell ein wenig aus. Die Preise von einheimischen Feldsalat veränderten sich nicht wesentlich.

Gurken
Die Bereitstellung begrenzte sich merklich. Vorrangig die einheimischen Anlieferungen verminderten sich enorm. Aber auch die Präsenz der spanischen, belgischen und niederländischen Offerten verringerte sich. Einzig Griechenland gewann an Bedeutung. Der Bedarf konnte nicht vollends gedeckt werden und die Bewertungen tendierten unisono nach oben. Dies hatte jedoch Auswirkungen auf die Unterbringung, die sich etwas verlangsamte. In Frankfurt tauchten eigentlich unübliche kleine Produkte mit 250/300 g auf. In München waren schwere Früchte knapp. Die Minigurken verteuerten sich im Soge ihrer großen Schwestern. Die niederländischen, spanischen und inländischen Erzeugnisse intensivierten sich zwar, dennoch musste man bei einem kontinuierlichen Verkauf mehr als zuvor zahlen.


Weitere Informationen
Frankfurt
Mittlerweile trafen im Bereich der Orangen spanische Navelina in diversen Aufmachungsarten ein. Ebenso neu waren französische gelegte Kiwis zu 11,- bis 12,- € je 20er-Steige, sowie frische israelische Feigen. Die Überseesaison von südafrikanischen Pfirsichen und Nektarinen begann am Mittwoch mit 2,5-kg-Kartons. Der Verkauf von Maronen und Walnüssen konnte durchaus befriedigen, der von Haselnüssen und Erdnüssen hingegen kaum. Einheimische Bio-Süßkartoffeln fanden zu 12,50 € je 5-kg-Kiste eine schnelle Aufnahme; die Artikel aus den USA, Ägypten und Italien wurden mühelos geräumt. Wie in den vergangenen Jahren vermarkte man zu dieser Zeit peruanischen weißen Spargel zu Preisen von 1,25 bis 1,50 € je 500-g-Bund. Italien schickte neuerdings Mangold, weiße Hybridrettiche und Kohlrabi. Der Kräuterbedarf wurde weiter durch einheimische Erzeugnisse gedeckt. Bei Dill, glatter Petersilie und Minze kamen kleinere Ergänzungen aus Italien und Spanien.
Hamburg
Die Präsenz von Blaubeeren verstärkte sich und die Notierungen bröckelten ab. Kiwis aus Frankreich eröffneten zu 11,- € je 3-kg-Steige und zu 25,- € je 10 kg. Litschis aus Südafrika sowie Grapefruits aus den USA sollen demnächst verfügbar sein. Für frische violette Artischocken aus Italien bezahlte man 13,20 € je 24 Stück. Für knappe Auberginen und Zucchini aus Südeuropa wurden die Forderungen angehoben. Lauch aus den Niederlanden kostete 1,15 € je kg.
Köln
Noch immer dominieren bei den Orangen die südafrikanischen Chargen, aber die spanischen weiteten ihre Bedeutung aus. Erste Navelina trafen zum Ende der Woche ein. Neu am Platz war italienischer Kohlrabi, er kostete ähnlich viel wie der einheimische.
München
Witterungsbedingt stieß Beerenobst auf wenig Zuspruch. Die aus Spanien und Portugal stammenden Himbeeren sowie die peruanischen und argentinischen Kulturheidelbeeren fanden nur noch Aufnahme in der Gastronomie sowie im gehobenen Fach- und Einzelhandel. Belgische Erdbeeren ließen sich bloß begrenzt abwickeln. Orangen, Navelina aus Spanien und Navel aus Italien, traten in leicht ausgedehnten Mengen auf; mit ersten türkischen Zuströmen wird in der 46. KW gerechnet. Neben südafrikanischen Pfirsichen waren inzwischen Nektarinen gleicher Provenienz greifbar. Für das verminderte Angebot an Zucchini sowie für Auberginen zogen die Notierungen kontinuierlich und spürbar an. Süddeutscher Blattspinat deckte den schwachen Bedarf. Italienischer Radicchio machte sich etwas stärker bemerkbar. Aus Italien setzen die Lieferungen mit Kohlrabi und Radieschen ein. Dill und Petersilie blieben stabil bewertet. Spanische Minze verteuerte sich.
Berlin
Erdbeeren kamen nur noch aus deutschem Anbau und wurden peu à peu zum Nischenartikel. Spanische Blondorangen, ausschließlich Navelina, eroberten in toller Qualität die Gunst der Käufer. Stangenbohnen aus Marokko tauchten in unzureichender Menge auf und litten zudem unter Verderb, sodass divergierende Aufrufe der Vertreiber die Regel waren. Temporär ergänzten spanische Partien, allerdings mussten dafür rund 5,- € je kg gezahlt werden. Zucchini aus Italien und Spanien verteuerten sich infolge eingeschränkter Abladungen. Weißer Spargel aus Peru begeisterte weiter mit seiner Güte und wurde konstant nachgefragt.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 45 / 18
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Veröffentlichungsdatum: 15.11.2018

Schlagwörter

Zitronen, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin