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Wintergemüse: die regionale Antwort auf den Klimawandel

19. November 2019

Vom Produzenten bis hin zum Händler, vom Vermarkter zum Konsumenten: Alle sind sich der Problematik der neuen Gegebenheiten des nun spürbaren Klimawandels bewusst. Alle sind gefordert, sich diesen neuen Herausforderungen zu stellen, um wieder einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt herzustellen. Eine Antwort auf den Klimawandel ist der Konsum von regionalen und saisonalen Lebensmitteln, wie beispielsweise von heimischem Wintergemüse.

Bildquelle: Shutterstock.com GEmuese
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Oberösterreichische (OÖ) Gemüsebauern eröffnen die Wintergemüse-Saison

„Unsere Gemüsebäuerinnen und -bauern bieten mit dem Wintergemüse eine klimaschonende und nachhaltige Alternative zu Gemüse aus beheizten Glashäusern bzw. importieren Gemüsearten an. Gemeinsam – mit der notwenigen politischen Unterstützung – werden die oberösterreichischen Gemüseproduzenten weiter in vernünftigem Maße produzieren und vermarkten. Somit stellen sie den österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten eine regionale Alternative zu Importpaprika und -tomaten zur Verfügung. Regionale Produktion senkt die Transportkilometer und verbessert somit die Kohlendioxid-Bilanz unseres Lebensmittel-Konsums enorm. Regionaler und saisonaler Einkauf ist zudem die beste Vorbeugung gegen Lebensmittelverschwendung“, betont Michaela Langer-Weninger, Präsidentin der Landwirtschaftskammer Oberösterreich (OÖ) .

Jetzt ist Wintergemüse-Zeit

Zwischen Ende November und Anfang April ist Wintergemüse-Zeit. Als Wintergemüse gilt, was an Gemüse hauptsächlich im Winter aus dem Freiland oder auch den unbeheizten Folienhäusern ohne zusätzlichen Energieaufwand geerntet werden kann. Oft ist das Gemüse auch haltbar gemacht oder wird professionell eingelagert, sodass man den ganzen Winter über auf Karotten, Kraut und Co zurückgreifen kann. Eine gesunde Ernährung im Winter versorgt das menschliche Immunsystem mit Vitaminen und Mineralstoffen, damit sich der Körper besser gegen Viren und Bakterien zur Wehr setzen kann. Heimisches Wintergemüse ist dafür bestens geeignet.

Heimisches Wintergemüse – schmackhaft, vitaminreich, klimaschonend

Der Oktober 2019 brachte viele Tage mit ungewöhnlich warmem Wetter. In der vorläufigen Monatsbilanz liegt der Oktober 2019 im Tiefland Oberösterreichs 1,7 Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel und damit unter den 20 wärmsten Oktober-Monaten seit dem Messbeginn im Jahr 1767. „Die Wintermonate Dezember, Jänner und Februar stehen bevor. In den Regalen der Supermärkte kann man aber oft nur schwer erkennen, dass draußen Spätherbst und Winter ist. Wie auch beim Obst: Viele Regale sind meist mit ausländischer Sommerware befüllt und verlocken so zB dazu, Tomaten das ganze Jahr über zu konsumieren. Dadurch kommt es zu einem klimabelastenden und ressourcenverbrauchenden Konsumverhalten. Die OÖ Gemüsebauern haben den goldenen Herbst 2019 genutzt, um eine bunte Vielfalt an Herbst- und Wintergemüse zu ernten und haben dieses auf Lager gelegt. Den heimischen Konsumenten steht ein breites, vitaminreiches und qualitativ hochwertiges Angebot an Gemüsearten zur Verfügung, welches ab sofort erhältlich ist und in den kalten Wintermonaten für geschmackliche Abwechslung sorgt“, so Langer-Weninger.

Das Herbsterntejahr 2019

Auch das Jahr 2019 zeigt nach den Jahren 2017 und 2018, dass sich die OÖ Obst- und Gemüseproduzenten auf neue Klimabedingungen einstellen müssen. Die positive Seite des eigentlich südländischen Produktionsklimas in den letzten Jahren ist die ausgezeichnete Qualität des heimischen Wintergemüses durch praktisch null Krankheitsdruck durch Pilzerkrankungen. „Bei Wurzelgemüse (Hauptvertreter: Karotten, Sellerie, Rote Rüben und Pastinaken) gab es je nach Bodenbeschaffenheit und ausreichender Bewässerungsmöglichkeit zufriedenstellende bis gute Erträge. Der trockene Witterungsverlauf über die Sommermonate und das damit einhergehende verstärkte Auftreten von tierischen Schädlingen (Insekten, Mäuse, Wild) hat aber so manchen Einbruch bei der Ernteausbeute und somit bei der wirtschaftlichen Gesamtrechnung gebracht. Auch bei Kohlgemüse waren heuer durch das vermehrte Auftreten von tierischen Schädlingen vereinzelt Ausfälle zu verzeichnen. Insbesondere bei Bio-Kraut und Bio-Blattkohl-Arten sind trotz verstärktem Einsatz von Kulturschutznetzen bzw. Bio-Hilfsstoffen deutlich geringere Erträge zu verzeichnen“, erläutert Langer-Weninger. Bei Vertragsgemüse, sowohl bei Wurzel- als auch Kohlgemüse, erwartet man allerdings bis Ende November eine ausreichende Ernte. Die überdurchschnittliche Menge an eingelegten Essiggurken ist dem tollen Sommer zu verdanken.

Gemüseanbaufläche in Oberösterreich ist auf hohem Niveau

Der erwerbsmäßige landwirtschaftliche und gärtnerische Gemüseanbau wird in Oberösterreich von 160 Betrieben auf einer Gesamtanbaufläche von etwa 1.820 Hektar (inkl. Mehrfachnutzung) betrieben, was einer neuen Rekordfläche entspricht. „Somit kann rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre gesagt werden, dass trotz enormem, internationalem Druck die Gemüseanbaufläche auf hohem Niveau gehalten werden konnte. Auch die Anzahl der Gemüseanbaubetriebe hat sich in den vergangenen zehn Jahren halbwegs stabilisiert, weil Betriebe, die aufgehört haben, durch Neueinsteiger abgelöst wurden“, erläutert Ewald Mayr, Obmann des Verbandes der Obst- und Gemüseproduzenten OÖ.

Regionale Stärke – auch im Winter

In Oberösterreich liegt die Stärke in der großen Vielfalt der Gemüsearten zur regionalen Vermarktung und saisonalen Verarbeitung so wie derzeit u. a. Sauerkraut, Rote Rüben und Erdäpfel. Die Gemüseanbaufläche mit etwas mehr als elf Hektar je Betrieb ist im Vergleich zu den Hauptgemüseländern in Europa (Holland, Spanien, Italien, etc.) sehr niedrig und ein Zeichen dafür, dass sehr viele dieser Betriebe den Gemüseanbau im optimalen Fruchtwechsel zu anderen Ackerbaukulturen ausüben.

Hauptgemüsearten im Winter

Die Anbauschwerpunkte für Wintergemüse in OÖ liegen bis dato deutlich bei den Kohlgemüsen und den Wurzelgemüsearten. Innerhalb von Österreich sind die OÖ Gemüseproduzenten beim Anbau von Lager- und Sauerkraut, Karotten, Roten Rüben, Sellerie, Speisekürbis und Erdäpfeln marktführend bzw. marktbedeutend. Vermehrt, und den neuen klimatischen Gegebenheiten angepasst, werden seit dem Jahr 2015 auch Süßkartoffeln angebaut. Derzeit sind, großteils im Eferdinger Becken, 14 Hektar mit diesem köstlichen Gemüse bestellt. „Die OÖ Gemüseproduzenten richten sich nach den Kundenwünschen, so steigt beispielsweise das Angebot an Zuckermais kontinuierlich“, erläutert Obmann Mayr. Zu den Hauptgemüsearten gesellen sich in unterschiedlicher Ausprägung viele Formen von Spezialitäten und Raritäten, welche neben dem Lebensmitteleinzelhandel besonders in der Direktvermarktung angeboten werden.

Quelle: Landwirtschaftskammer Oberösterreich

Veröffentlichungsdatum: 19.11.2019

Schlagwörter

Oberösterreichisch, Gemüsebauern, Wintergemüse, Saison