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Wie weiter nach dem Extremjahr? - Start in die Spargelsaison 2019

01. April 2019

Die Spargelsaison 2019 hat begonnen. Ende März wurden auch auf Spargelfeldern ohne Heizung die ersten Stangen gestochen. Da sich die Sonne im März noch nicht allzu häufig gezeigt hat, hat sich das Angebot zunächst noch etwas verhalten entwickelt. Das gilt aber auch für die Nachfrage, die in der Regel von frühlingshafter Witterung profitiert, heißt es in einer Meldung von Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).

Bildquelle: Shutterstock.com Gemüse Spargel
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Noch gut in Erinnerung, wenn auch nicht in guter Erinnerung, ist die vergangenen Spargelsaison 2018. Sonnenschein und hohe Temperaturen ab Mitte April haben eine Rekordernte heranwachsen lassen. Die Preise lagen über einen langen Zeitraum auf einem niedrigen Niveau. Wird es 2019 eine ähnliche Situation geben, oder reichen die geplanten Flächeneinschränkungen aus, um den Markt besser im Gleichgewicht zu halten?

Bereits Ende Februar hat in Deutschland die Spargelsaison mit ersten Mengen aus dem beheizten Anbau begonnen. Allerdings fiel dieser Start ausgerechnet in die Karnevalstage und noch dazu in eine Phase mit wenig frühlingshaften Witterungsbedingungen. Entsprechend war die Nachfrage nach dem ersten Spargel nur verhalten. In anderen Jahren hatten sich hohe Startpreise von rund 18,- EUR/kg auf Großhandelsebene meist über die ersten Vermarktungswochen gehalten. Das war 2019 nicht der Fall. Ohnehin lag der Startpreis an den Großmärkten etwa 2,- EUR/kg niedriger als in anderen Jahren. In der Folge haben die Preise Woche für Woche nachgegeben.

Mit dem Start der folienverfrühten Freilandernte und insbesondere mit dem Einstieg des Lebensmitteleinzelhandels in die Vermarktung, werden die Karten neu gemischt. Der späte Termin des Osterfestes in der 16./17. Woche bietet einen ersten Nachfragehöhepunkt, zu dem, je nach Witterungsverlauf, bereits ein ausreichend großes Angebot an deutschem Spargel zur Verfügung stehen dürfte. Bis Ende März war in den Angebotsaktionen des LEH ausschließlich Importware beworben worden. In der 13. Woche tauchte erstmals, regional begrenzt, auch deutscher Spargel in einem Werbezettel auf.

Spargel ist Freilandgemüse Nr. 1 in Deutschland

Obwohl Spargel ein klassisches Saisonprodukt ist, und sich die Ernte in Deutschland nur über etwas mehr als drei Monate hinzieht, dominiert der Spargel doch den Freilandgemüseanbau in Deutschland. Mit einer Ertragsfläche von 23.400 ha im Jahr 2018 macht Spargel fast 19 % der gesamten Freilandgemüsefläche in Deutschland aus. Wird auch die Fläche an Junganlagen, die noch nicht im Ertrag stehen, mitberücksichtigt, erhöht sich dieser Anteil sogar auf fast 23 %. Im vergangenen Jahr war nicht nur die Spargelanbaufläche so groß wie nie zuvor, mit 133.000 t wurde auch eine Rekordmenge an Spargel geerntet.

Das große Angebot hat nicht nur Vorteile. Während sich Verbraucher über niedrige Preise freuen können, stellt der anhaltende Preisdruck die Produzenten vor Probleme. Steigende Produktions- und Lohnkosten sollten sich eigentlich in höheren Preisen widerspiegeln. Das war zuletzt aber nicht immer der Fall. Nachdem die Spargelfläche in den vergangenen Jahren immer weiter ausgeweitet wurde, hat die Saison 2018 zu einer Trendwende geführt. Es gibt zwar noch keine konkreten Zahlen, aber viele Produzenten haben nach der Saison 2018 signalisiert, die Spargelflächen 2019 einschränken zu wollen. Ob sich das dann auch entsprechend auf die Erntemengen und das Angebot in der Saison 2019 auswirken wird, hängt im Wesentlichen von der Witterung in den kommenden Wochen ab.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 29.03.2019)

Veröffentlichungsdatum: 01.04.2019

Schlagwörter

Extremjahr, Spargel, Saison