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Wie kann der Handel sich regional versorgen und mit Regionalität werben?

11. Juli 2018

Laut einer BÖLN-Studie (Gremmer et al. 2016) legen Konsumentinnen und Konsumenten insbesondere bei Obst, Gemüse und Fleisch Wert auf regionale Herkünfte. Aber auch für alle anderen Produkte, die in der Region produziert werden können, sind mehr als die Hälfte der Kundinnen und Kunden in Deutschland bereit, Aufpreise zu bezahlen. In der Kombination Bio und regional werden die Produkte noch attraktiver.

Bildquelle: Shutterstock.com Regional Logo
 

Biostadt: Was heißt das?

Festgelegte Kriterien für den Titel "BioStadt" gibt es in Deutschland nicht. Auch muss sich eine Stadt weder irgendwo bewerben noch gibt es eine offizielle Zertifizierung. Innerhalb Deutschlands haben sich die bestehenden Biostädte zu einem Netzwerk verbunden. Ziel des Netzwerkes ist es, den Ökolandbau beziehungsweise die regionale Vernetzung von Biobetrieben zu fördern und den Einsatz von Bioessen in Kitas, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen zu steigern. Das Biostädte-Netzwerk bestand im Juni 2017 aus 17 Städten. Dazu gehören Augsburg, Bremen, Hamburg, Darmstadt, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Lauf/Pegnitz, München, Nürnberg, Erlangen und Landshut. Ein weiterer Zusammenschluss findet sich auf europäischer Ebene unter anderem mit Paris, Mailand, Wien, Poreč und Nürnberg. Einige der Biostädte, darunter Bremen, legen ein beachtliches Tempo vor.

Wie weist der Handel auf die regionale Herkunft hin?

Einige Bundesländer haben zusätzlich zum EU-Bio-Logo und Bio-Siegel ein regionales Siegel. Auch Labels wie "Regional ist 1. Wahl" oder "Bio von hier" weisen auf die regionale Produktion hin. Dazu kommen Eigenmarken wie "Mien Leevsten", die schon durch die plattdeutsche Namensgebung auf die norddeutsche Herkunft hinweisen. In der BioStadt Bremen beispielsweise wird für Produkte, die in den Aktionsplan der Stadt Bremen eingebunden sind, das Logo der BioStadt Bremen verwendet, das vor allem bei Veranstaltungen verwendet wird.

Regionalsiegel ermöglichen mehr Transparenz

Ein anderes Beispiel aus dem Süden: Edeka Südwest kauft seit mittlerweile drei Jahren Bioschlachttiere aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen und vermarktet die Tiere ausschließlich in diesem Vermarktungsgebiet. So war es möglich, die ökologisch gehaltenen Rinder nun auch in Regionen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu bündeln und als Bioware zu verkaufen. Vorher gab es nicht genügend Abnehmerinnen und Abnehmer, sodass Biorinder in die konventionelle Vermarktung geflossen sind. Die regional erzeugten Bioprodukte, nicht nur Fleisch, tragen die Edeka Regionalmarke "Unsere Heimat – echt & gut" und teilweise das Regionalfenster. Für die Regionalmarke beliefert auch Andreas Renner die Edeka Südwest seit 2012 mit Rucola und Bundzwiebeln in Bioqualität. Weitere Produzentinnen und Produzenten finden sich auf der Homepage. Bei den derzeit 1.500 Erzeugern und Verarbeitungsbetrieben finden sich auch viele Biobetriebe. Auch Bioeier aus der Region für den Handel gibt es seit der Zusammenarbeit von Biohühnerhof Halder mit EDEKA Südwest. Unter der Packstelle Biohühnerhof Halder haben sich mehrere Legehennenbetriebe zusammengeschlossen, die unter der Regionalmarke "Unsere Heimat - echt & gut" Eier produzieren. Nicht jeder Legehennenbetrieb verfügt über die notwendige Technik zum Sortieren und Verpacken der Eier. Daher schließen sich immer mehrere Hühnerhalter zusammen und beliefern eine Packstelle. Das wiederum ist nur möglich, wenn die Abnahme mit entsprechenden Preisen gesichert ist.

Quelle: Ökolandbau.de Newsletter
 

Veröffentlichungsdatum: 11.07.2018

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Handel, Regional, versorgen, Regionalität, Werben, Studie