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Volkert Engelsman fordert in "Nachhaltiger Thronrede" erneut neues Wirtschaftsmodell

25. September 2018

Volkert Engelsman, Geschäftsführer von Eosta BV, fordert in seiner Funktion als aktuelle Nummer 1 im renommierten Nachhaltigkeitsranking der niederländischen Zeitung TROUW erneut ein Wirtschaftsmodell, welches auch ökologischen, sozialen und kulturellen Reichtum bewertet. 

Foto © Lars van den Brink
Foto © Lars van den Brink

In der „Nachhaltigen Thronrede“, die der Unternehmer vor der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments in Den Haag hielt, legte er seine Beweggründe dafür offen: „Wenn sich alles um Gewinn dreht, dann lasst uns bitte auch ehrlich rechnen“.

Es wache niemand morgens auf mit dem Ziel, das Klima zu verpesten oder asiatische Kinder für einen Hungerlohn zur Arbeit zu zwingen, so Engelsman – „und doch geschieht genau das, jeden Tag.“ Ein Fehler im System, der laut Engelsman auf ein bankrottes Wirtschaftsmodell zurückzuführen sei, das noch immer denjenigen belohnt, der möglichst wenig Verantwortung für unseren Planeten übernimmt – und in dem eine Gewinndefinition hochgehalten wird, die weder gesellschaftlichen noch ökologischen Kosten Rechnung trägt. Ob Klimawandel, Ressourcenverknappung oder der Verlust unserer Artenvielfalt – die Auswirkungen menschlichen Handelns auf den Planeten sind höchst alarmierend und nicht mehr von der Hand zu weisen.

Wohlstand abseits ausgetretener Wege neu denken

In Anbetracht der zugrundeliegenden sozialen Ungleichheiten und der größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich müsse man sich deshalb fragen, was das für unser BIP-getriebenes Wachstumsparadigma bedeutet. Engelsman schlägt vor, das BIP-Wachstum hinten anzustellen und nach einem alternativen Modell zu suchen. Eines, das auch ökologischen, sozialen und kulturellen Reichtum bewertet und damit Mensch und Planeten an oberste Stelle setzt. Denn: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“, greift Engelsman ein Zitat von Albert Einstein auf und ermutigt dazu, Wohlstand abseits ausgetretener Wege neu zu denken. Als Quelle der Inspiration dient ihm dabei Bhutan, das Land mit dem Glücksindex. Hier wird versucht, dem herkömmlichen Bruttosozialprodukt einen ganzheitlichen humanistischen Bezugsrahmen gegenüberzustellen: „Im Mittelpunkt dieses Wohlstandsverständnisses steht Karma: ein spirituelles Konzept, nach dem alles mit allem verbunden ist und jede Handlung unweigerlich eine Folge für alle hat. Daraus ergibt sich eine komplett neue Perspektive auf unser Wirtschaftssystem: Profit auf Kosten anderer ist dann plötzlich nicht mehr erstrebenswert, denn der Schaden kommt von selbst zu dir zurück.“

Nachhaltigkeit ist in der Finanzwelt angekommen

Eine neue Ökonomie kann nur aus einer engen Zusammenarbeit zwischen Finanzwelt und Nachhaltigkeitssektor hervorgehen: „Der Paradigmenwechsel hat bereits begonnen, Nachhaltigkeit ist in der Finanzwelt angekommen“, hebt Engelsman in seiner Rede positiv hervor. „Investmentgesellschaften nehmen nun auch Nachhaltigkeitskriterien in ihre Risikoanalysen und Kreditbewertungen mit auf; immer öfter muss in den Jahresbilanzen auch Rechenschaft über den Verbrauch sozialer und natürlicher Ressourcen abgelegt werden. Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur die exklusive Domäne des grünen Sektors“, macht Engelsman deutlich. Das konnte der Geschäftsführer des Bio-Handelsunternehmens Eosta mit der transparenten Eigenmarke Nature & More eindrucksvoll durch die Kampagne „Was unser Essen wirklich kostet“ beweisen. Darin wurden die versteckten Kosten für eine Reihe von Lebensmitteln ermittelt und Bio-Produkte mit konventionellen Produkten verglichen. „Nicht Bio ist teuer, sondern Konventionell viel zu billig“, lautete die Schlussfolgerung in allen Fällen, erklärt Engelsman. „So konnten wir ein zweites Preisschild mit dem echten Preis an die Produkte heften und dieses Wissen auch den Verbrauchern an der Ladentheke zugänglich machen.“ Die Kampagne „Was unser Essen wirklich kostet“ gab auch vor knapp einem Jahr den Ausschlag zur Wahl von Engelsman auf Platz 1 im Nachhaltigkeitsranking der renommierten niederländischen Zeitung TROUW.

Auf die nächsten Jahre blickend, wünscht sich Engelsman neben mündigen Bürgern und tatkräftigen Mitstreitern vor allem eine Ernährungswende auf Basis von vollständiger Transparenz, Realwerten und fairen Marktverhältnissen.  

Die vollständige Rede von Volkert Engelsman finden Sie unter: https://www.natureandmore.com/de/aktuell/die-nachhaltige-thronrede-2018 

Quelle: Quelle: Eosta / Nature & More

Veröffentlichungsdatum: 25.09.2018

Schlagwörter

Volkert Engelsman, Nachhaltig, Thronrede, Wirtschaftsmodell