Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Vizepräsident des Julius Kühn-Instituts (JKI) geht in den Ruhestand

01. Juni 2015

Zum 31. Mai 2015 tritt der Vizepräsident Dr. jur. utr. Gerhard Gündermann nach mehr als 21 Jahren im Dienste des heutigen Julius Kühn-Instituts und seiner Vorgängereinrichtung, der ehemaligen Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA), in den Ruhestand ein. Anfang der 1990er Jahre war es durch die wachsenden Anforderungen im Vollzug der gesetzlich übertragenen Aufgaben der BBA nötig geworden, dem traditionell mit einem Naturwissenschaftler besetzten Präsidentenposten eine juristisch qualifizierte Vizepräsidentschaft zur Seite zu stellen. So trat der Volljurist Dr. Gündermann, der vorher u. a. als Staatsanwalt und Richter am Landgericht im oberpfälzischen Amberg gearbeitet hatte, zum Oktober 1993 seinen Dienst in der BBA an.

Foto: Auf dem Festkolloquium zur Verabschiedung: Dr. Gündermann (r.) mit dem Festredner Prof. Dr. Kristian Fischer (l.) (SZA Schilling; Zutt & Anschütz Rechtsanwalts AG) am 22.4. anlässlich der Verabschiedung. [Foto: Stefanie Hahn, JKI]
Foto: Auf dem Festkolloquium zur Verabschiedung: Dr. Gündermann (r.) mit dem Festredner Prof. Dr. Kristian Fischer (l.) (SZA Schilling; Zutt & Anschütz Rechtsanwalts AG) am 22.4. anlässlich der Verabschiedung. [Foto: Stefanie Hahn, JKI]

In seine Amtszeit fiel die schwierige Aufgabe, gemäß den politischen Vorgaben, die Trennung von Bewertung und Management im Bereich der Pflanzenschutzmittelzulassung und die Herauslösung der Abteilung für die Prüfung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln aus der „alten BBA“ vorzubereiten und umzusetzen. Das wurde durch die Gründung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 2002 abgeschlossen.

Im Arbeitsalltag bearbeitete der Vizepräsident alle anfallenden juristischen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung und vor allem Fragen des Pflanzenschutz- oder Gentechnikrechts. Er war beteiligt an Gesetzgebungsverfahren auf europäischer und nationaler Ebene; wie z. B. Novellierungen des Pflanzenschutzgesetzes, verschiedener Rechtsverordnungen im Bereich des Pflanzenschutzes, der Pflanzengesundheit und der Gentechnik oder Richtlinien und Verordnungen der Europäischen Union. Aufgrund seiner juristischen Kompetenz leitete er den Lenkungsausschuss „Prüfungs- und Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel“ des JKI, und er führte und koordinierte die Zusammenarbeit mit den am Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel beteiligten Behörden.

Hinzu kamen viele Managementaufgaben in Vertretung des Präsidenten, wie z. B. in Gremien von Bund und Ländern, bei internationalen Kongressen oder auf Messen. So repräsentierte Dr. Gündermann über Jahre BBA und JKI in der ForschungRegion Braunschweig. Der Aktivität von Dr. Gündermann ist es zu verdanken, dass der XVIII. International Plant Protection Congress (IPPC) im Jahr 2015 in Deutschland stattfinden wird und zwar vom 24. - 27. August 2015 in Berlin.

In den vergangenen Jahren betreute und leitete Dr. Gündermann Twinning-Projekte, u. a. mit der Türkei und zuletzt mit der Ukraine mit einem multinational besetzten Team. Die Türkei und die Ukraine sollen durch solche Projekte an die europäischen Standards herangeführt werden.

Logo InstitutDiese vielfältigen Aufgaben und Funktionen zeugen von einem reichen und bewegten Arbeitsleben. Vom JKI wurde Dr. Gündermann mit einem Festkolloquium verabschiedet, das bereits am 22. April 2015 im JKI am Messeweg in Braunschweig stattfand. Unter den 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung waren Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), den Ministerien der Länder, des Deutschen Pflanzenschutzdienstes, von Bundesbehörden, Fachverbänden, Universitäten und Hochschulen sowie aktive und ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des JKI und der ehemaligen BBA. JKI-Präsident Dr. Georg Backhaus eröffnete und moderierte die Veranstaltung und hielt die abschließende Laudatio. Die Verabschiedung durch das BMEL nahm Staatssekretär Dr. Robert Kloos vor.

Nachbemerkung: Den Posten eines Vizepräsidenten wird es in dieser Form am JKI nicht mehr geben. Prof. Dr. Frank Ordon, der in Quedlinburg das JKI-Fachinstitut für Resistenzforschung und Stresstoleranz leitet, wird künftig den Präsidenten vertreten.




Quelle: JKI Bund

Veröffentlichungsdatum: 01.06.2015

Schlagwörter

Vizepräsiden, Julius Kühn-Institut, JKI, Ruhestand