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Versuchszentrum Laimburg: Verbreitung der Marmorierten Baumwanze in Südtirol

08. April 2019

Seit 2016 wird sie in Südtirol beobachtet; inzwischen ist sie in vielen Gebieten in Südtirol zu finden: die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), ein invasiver Schädling, der sich von Asien ausgehend in vielen Ländern ausgebreitet hat. In Südtirol wird befürchtet, dass die Wanze in der Landwirtschaft große Schäden anrichten könnte.

Nymphen auf Apfel (September 2017, Auer). Foto © Versuchszentrum Laimburg
Nymphen auf Apfel (September 2017, Auer). Foto © Versuchszentrum Laimburg

Die Marmorierte Baumwanze wurde unter anderem auf Granatäpfeln, Wilden Reben und Zitrusfrüchten im Garten, an Hausmauern oder an Tomaten- und Paprikapflanzen auf Terrassen gefunden.

Biologie und Verhalten des Schädlings studieren

Die Marmorierte Baumwanze hat ein breites Nahrungsspektrum: Unter den über 200 weltweit bekannten Wirtspflanzen befinden sich viele wichtige Kulturpflanzen wie Stein-, Kern- und Beerenobst, aber auch Gemüse, Mais oder Soja. „Wie groß die Gefahr für den Südtiroler Obstbau tatsächlich ist, ist derzeit noch nicht abschätzbar“, erklärt Klaus Marschall, Leiter des Instituts für Pflanzengesundheit am Versuchszentrum Laimburg. Aus diesem Grund ist die Marmorierte Baumwanze aktuell eines der zentralen Forschungsaktivitäten am Institut für Pflanzengesundheit des Versuchszentrums Laimburg.

„Damit man einen Schädling gezielt regulieren kann, gilt es zuallererst dessen Biologie und Verhalten in Südtirol zu verstehen. Wir müssen also zuerst einmal untersuchen, wo sich die Baumwanze bevorzugt ansiedelt, welche Kulturen sie befällt und welche Faktoren gegeben sein müssen, damit sie sich fortpflanzt und verbreitet“, betont der Experte.

Hilfreich bei dieser Arbeit ist auch der wissenschaftliche Austausch mit Fachkollegen aus anderen Regionen und Ländern wie etwa dem Pflanzenschutzdienst der Region Friaul-Julisch Venetien, der italienischen Forschungsinstitution CREA (Consiglio per la ricerca in agricoltura e l’analisi dell’economia agraria) oder dem CABI (Centre for Agriculture and Bioscience International) Schweiz, wo die Marmorierte Baumwanze bereits schon länger beobachtet wird als in Südtirol. Anhand der dort gewonnenen Erkenntnisse und Beobachtungen hinsichtlich Biologie und Verhalten sowie erprobter Bekämpfungsstrategien können die Experten am Versuchszentrum Laimburg wichtige Ansätze für Südtirol entwickeln.

 

Um Aufschluss über die effektive Ausbreitung der Wanze auf Landesebene zu erhalten, hat das Versuchszentrum Laimburg gemeinsam mit dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau, dem Pflanzenschutzdienst Bozen und dem Beratungsring für Berglandwirtschaft BRING ein intensives Monitoringprogramm gestartet, in welchem ausgewählte Flächen periodisch mit Hilfe von Lockstofffallen und visuellen Kontrollen beobachtet werden.

„Citizen Science“ – Versuchszentrum Laimburg bedankt sich für Mithilfe der Bevölkerung!

Darüber hinaus hat das Versuchszentrum Laimburg im Mai 2018 die Bevölkerung um Mithilfe gebeten und dazu aufgerufen, Sichtungen von Baumwanzen zu melden. Diesem Aufruf sind auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger gefolgt: Insgesamt sind Meldungen und Funde aus 32 Südtiroler Gemeinden eingegangen, die zu wertvollen Erkenntnissen zum Auftreten des Schädlings im Land geführt haben. „Diese Daten aus der Bevölkerung und die Ergebnisse unseres Monitorings zeigen, dass sich die Besiedlung der Baumwanze im Vergleich zum Vorjahr 2017 deutlich ausgeweitet hat“, berichtet Stefanie Fischnaller von der Arbeitsgruppe „Entomologie“.

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Quelle: Versuchszentrum Laimburg

Veröffentlichungsdatum: 08.04.2019

Schlagwörter

Versuchszentrum Laimburg, Verbreitung, marmorierten Baumwanze, Südtirol