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Versuchszentrum Laimburg erarbeitet neue Erkenntnisse für den ökologischen Obstbau

20. August 2019

Wie jedes Jahr stellte das Versuchszentrum Laimburg vor Beginn der Erntesaison Anfang, am Donnerstag, 08. August, seine aktuellen Versuche im ökologischen Obstbau vor. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Versuche und neue Erkenntnisse zur Pilzregulierung, zur Bodenpflege und Ergebnisse der Sortenprüfung für den ökologischen Anbau 

Foto © Versuchszentrum Laimburg
Markus Kelderer, Leiter des Fachbereichs Obstbau am Versuchszentrum Laimburg in Südtirol, eröffnet die traditionelle Versuchsbegehungen im ökologischen Obstbau. Foto © Versuchszentrum Laimburg

In Vorträgen und Feldbegehungen in den Versuchsanlagen informierte die Arbeitsgruppe „Ökologischer Anbau“ unter der Leitung von Markus Kelderer die interessierten Teilnehmer.

Sortenprüfung für den biologischen Anbau

Seit nun schon fast 25 Jahren führt die Arbeitsgruppe „Ökologischer Anbau“ Sortenprüfungen durch, um die für den biologischen Anbau interessantesten und geeignetsten Apfelsorten zu identifizieren. Bis heute wurden bereits über 40 Sorten aus der ganzen Welt auf ihre Eignung für den biologischen Anbau unter Südtiroler Bedingungen getestet, momentan stehen etwa 20 Sorten in Prüfung.

Foto © Versuchszentrum Laimburg
Foto © Versuchszentrum Laimburg

„Es ist nicht gesagt, dass eine Sorte, die unter den Bedingungen der Integrierten Produktion gut funktioniert, auch im biologischen Anbau brauchbar ist“, betonte Markus Kelderer, Leiter des Fachbereichs Obstbau am Versuchszentrum Laimburg. „Die Apfelsorten weisen unterschiedliche Empfindlichkeiten auf, was Krankheiten und Schädlinge anbelangt und reagieren unterschiedlich sensibel auf Präparate, die im biologischen Anbau eingesetzt werden, wie etwa Kupfer und Schwefel. Darum führen die Experten der Arbeitsgruppe „Ökologischer Anbau“ in zwei Sorten- und Systemprüfanlagen an den Standorten Laimburg und Latsch einen Systemvergleich durch, in dem sie dieselbe Sorte in einem Block biologisch und in einem anderen unter IP-Bedingungen anbauen und dann untersuchen, wie sich die Sorte in den beiden Systemen jeweils in Bezug auf Ertragsleistung, Schädlingsdruck etc. verhält. „Grundsätzlich ist die Sorte Gala sehr gut auf dem biologischen Markt vertreten, da sie die erste biologische Sorte ist, wenig alternanzempfindlich ist und Kupfer relativ gut verträgt. Außerdem entspricht sie mit ihrem süßlichen Aroma dem Geschmack der jungen Generationen und ist international sehr gefragt. Der Nachteil der Sorte liegt in ihrer Lagerfähigkeit, denn auch in Dynamisch Kontrollierter Atmosphäre lagert sie nur bis in die Monate März-April gut, der Konsument möchte seinen Bioapfel aber natürlich 12 Monate pro Jahr in der gewohnten Qualität genießen“, erläuterte Bio-Experte Ewald Lardschneider.

Bodenpflege mit Einsaaten

Die nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft ist ein wichtiges Thema und grundlegend, um auf dem globalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Vor diesem Hintergrund verfolgt das vom europäischen Förderprogramm für die ökologische Landwirtschaft CORE Organic Plus mitfinanzierte Projekt DOMINO das Ziel die Fruchtbarkeit, Biodiversität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Obstanlagen zu steigern. An dem Projekt beteiligt sind neben dem Versuchszentrum Laimburg noch weitere sechs europäische Forschungseinrichtungen, wobei die Koordination bei der Università Politecnica delle Marche liegt. Im Rahmen dieses Projekts führt die Arbeitsgruppe „Ökologischer Anbau“ verschiedene Versuche zu Begrünungen und Gründüngungen durch, um eine oder mehrere Pflanzenarten zu identifizieren, welche unerwünschte Beikräuter unterdrücken, den Arbeitsaufwand der herkömmlichen Beikrautregulierung verringern sowie die Bodenfruchtbarkeit durch die optimale Versorgung der Kulturpflanzen mit organischer Substanz und somit Nährstoffen verbessern können.

„Wir hoffen, durch unsere Versuche mit Einsaaten eine nachhaltige Alternative zu den konventionellen Bodenpflegemaßnahmen zu finden und dadurch den Einsatz mechanischer Geräte im ökologischen Anbau zu reduzieren, da diese sehr arbeits- und energieaufwändig sind und darüber hinaus auch die Gefahr besteht, Bäume zu beschädigen“, erklärte Projektmitarbeiter Thomas Holtz.

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Quelle: Versuchszentrum Laimburg

Veröffentlichungsdatum: 20.08.2019

Schlagwörter

Versuchszentrum Laimburg, Erkenntnisse, ökologisch, Obstbau