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"Trotz Verzögerung, gute Ernteaussichten bei Mangos in Peru"

29. November 2019

Christoph Buchner, Geschäftsführer der Hausladen Fruchthandelsgesellschaft mbH in München ist vor kurzem von einer Reise nach Peru zurückgekehrt. fruchtportal.de sprach mit ihm über die Ernte-Aussichten bei Mangos.

Foto © Hausladen Fruchthandelsgesellschaft mbH
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fruchtportal.de: Vorab, bevor wir auf Peru kommen. Wie sieht es mit der Mango-Saison in Brasilen aus?

CB:
Die Mango-Saison in Brasilien geht langsam zu Ende. Die letzten größeren Exporte werden wohl in der 49. Kalenderwoche verschickt und kommen in Europa in der 51. Kalenderwoche an. Danach werden die Exporte aus Brasilien stark zurückgehen.

fruchtportal.de: Wie bewerten Sie die diesjährige Saison in Brasilien?

CB:
Insgesamt blieb die Saison leider hinter den Erwartungen zurück. Bei der Sorte Palmer waren die Qualitäten schwächer als erwartet, sodass wir die schlechteren Qualitäten bereits während bzw. kurz nach dem Reifeprozess aussortieren mussten. Beim Verbraucher sind diese Qualitäten gar nicht erst angekommen.

Foto © Hausladen Fruchthandelsgesellschaft mbH
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fruchtportal.de: Wie lief die meist kritische Keitt-Saison in Bezug auf die Qualitäten?

CB:
Die Keitt lief erfreulich gut. Wir hatten aufgrund verschiedener Änderungen in der Produktion auch keine Probleme mit „internal browning“.  Die unkalkulierbaren Ausfallmengen der letzten Jahre durch den inneren Verderb treten bei uns überhaupt nicht auf. Auch wenn Keitt vom Volumen her hinter den Erwartungen blieb, so war der Markt immer ausreichend versorgt.

fruchtportal.de: Sie waren auch in Peru in der Region Sullana/ Tambogrande sowie in Jayanca / Motupe. Was waren Ihre Eindrücke?

CB:
Grundsätzlich kann man von einer starken Saison in der nördlichen Region Perus ausgehen – mit einer Einschränkung: Die Kaliber fallen dieses Jahr eher klein aus. Aktuell werden über 50% in Kaliber 10 und kleiner geerntet. Das wird sich zwar im Laufe der Saison ändern, aber die Anteile verschieben nur um ein Kaliber.

fruchtportal.de: Wie sieht es insgesamt mit der Saison in Peru aus?

CB:
Ursprünglich hatte man von einem Start in der 45./46. Kalenderwoche gesprochen. Das hat sich jetzt um zwei Wochen verschoben. Wir hatten bei meinem Besuch aber klare Nächte und Tagestemperaturen von „nur“ 30 Grad. Normal wären 35 Grad und mehr gewesen. Das führt zu Verzögerungen in der Ernte. Aktuell gehen wir davon aus, dass das Exportvolumen erst ab der 51. Woche signifikant zunimmt.

Foto © Hausladen Fruchthandelsgesellschaft mbH
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fruchtportal.de: Wie sehen die Prognosen für die Casma-Saison aus?

CB:
In der Region Casma, deren Produkte in den Kalenderwochen 8 – 14 vor allem auf den Markt kommen, gehen wir von 20 % mehr aus als im Vorjahr. Das ist zwar grundsätzlich positiv zu bewerten, allerdings lagen die Prognosen Mitte des Jahrs noch bei 50 % Zuwachs.

fruchtportal.de: Letzte Frage: Wie sieht es mit der Fruchtfliege aus?

CB:
In diesem Jahr sind neue Bestimmungen zur Bekämpfung der Fruchtfliege in Kraft getreten, die den Export beinträchtigen können. Das gilt vor allem für die Region Motupe, die hier stark gefährdet ist. In dieser feuchten Gegend tritt die Fruchtfliege besonders häufig auf. Hier müssen wir abwarten, denn die Exporte aus Motupe werden erst in den Kalenderwochen 6-9 in 2020 verladen.


Quelle: Hausladen Fruchthandelsgesellschaft mbH

Veröffentlichungsdatum: 29.11.2019

Schlagwörter

Ernteaussichten, Mango, Peru, Christoph Buchner, Geschäftsführer, Hausladen Fruchthandelsgesellschaft mbh