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TOMRA Food:Technologien und Trends, die den Supermarkt der Zukunft prägen

27. Mai 2019

Lebensmittelunternehmen müssen sich verändern, um wettbewerbsfähig zu bleiben - online, im Laden sowie in den Sortier- und Verarbeitungsanlagen. Bjorn Thumas, Director Business Development Food bei TOMRA Food, hat untersucht, was uns erwartet.

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Bjorn Thumas – Director Business Development Food bei TOMRA Food. Foto © TOMRA

Auf die Supermärkte kommt ein disruptiver Wandel zu, mit einem Domino-Effekt auf die gesamte Lieferkette in der Lebensmittelindustrie. Technische Innovationen - sowohl online als auch im Laden - und die sich verändernde Verbrauchernachfrage werden den Supermarkt der Zukunft neugestalten. Und diese Zukunft rückt schnell näher.

Den Beweis, dass wir bei den Supermärkten vor einer Revolution stehen, lieferte letztes Jahr der E-Commerce-Riese Amazon, als er 13,7 Milliarden $ (11,7 Milliarden €) in den Erwerb der Supermarktkette Whole Foods Market investierte. Dies verspricht, ein entscheidender Wendepunkt im Lebensmitteleinzelhandel zu werden. Und nicht nur in den hippen Büros in Seattle wird der Supermarkt neu interpretiert: Spezialisierte Unternehmen führen durch direkte Anlieferung an die Haustür des Kunden Online-Lebensmittelbestellungen aus, und weitere Firmen werden auf den fahrenden Zug aufspringen.

Traditionelle stationäre Supermarktketten, die Gefahr laufen, in dieser Revolution an Marktmacht und Gewinn zu verlieren, verstärken ihre eigenen e-Commerce-Kapazitäten. Der Wert, den Amazon dem Neuerwerb Whole Foods Market beimisst, wirkt wie ein Weckruf – etablierte Lebensmitteleinzelhandelsketten müssen CRM-Daten einsetzen, um die Umsätze zu steigern. Zwar trifft es zu, dass Whole Foods Market nur über Filialen in den USA und im Vereinigten Königreich verfügt, und die derzeitigen Online-Innovatoren wie Instacart hauptsächlich in den USA ansässig sind – jedoch wird sich die Verlagerung hin zu mehr Lebensmittelverkäufen online in den entwickelten Ländern rasch ausbreiten.

Prognosen gehen davon aus, dass der weltweite E-Commerce-Markt für Lebensmittel im nächsten Jahrzehnt bis 2025 von derzeit 43 Mrd. Euro mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 13,5% auf 135 Mrd. Euro anwachsen wird. Business-Analysten stellen fest, dass E-Commerce-Unternehmen zwar darum bemüht sind, in den USA und in Europa Fuß zu fassen, sich hier aber enormen Herausforderungen gegenübersehen, weil der bestehende Lebensmittelmarkt gesättigt und die Margen niedrig sind. Das bedeutet, dass das globale Wachstum im Online-Lebensmittelhandel durch Asien vorangetrieben wird, wo die Bereitschaft der Verbraucher, Lebensmittel online zu kaufen – in Kombination mit einer rasanten Urbanisierung, niedrigen Arbeitskosten und einem relativ unentwickelten Einzelhandelsmarkt - am höchsten ist.

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Prognosen gehen davon aus, dass der weltweite E-Commerce-Markt Lebensmittel jährlich bis 2025 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 13,5% anwachsen wird. Foto © TOMRA

In China, dem bevölkerungsreichsten Land der Welt, beträgt der Online-Anteil am Lebensmittelmarkt derzeit nur 4,2%, um nur ein Beispiel für das Wachstumspotenzial zu nennen. In Relation gesetzt: Im benachbarten Japan liegt dieser Anteil bei 7,2% und in Südkorea bereits bei 16,6%. Dies ist ein sicherer Indikator dafür, dass Unternehmen wie der chinesische multinationale Konzern Alibaba Group, Eigentümer von Alibaba.com, an der Spitze großer Veränderungen stehen werden.

Die Erwartungen der Verbraucher werden steigen

Der weit verbreitete Online-Einkauf von Lebensmitteln und schnelle Lieferungen an die Haustür des Kunden markieren nur den Beginn dieser schönen neuen Welt. Computercodes und -algorithmen werden die Supermärkte in die Lage versetzen, ihr Angebot an die Kunden zu personalisieren. Das erfolgt mithilfe von Daten, die sie über die individuellen Gewohnheiten und Vorlieben der Käufer erheben. Die den Käufern von Produkten wie Büchern und Elektroartikeln bereits bestens vertraute Webseite „Für Sie empfohlen“ kann die Verbraucher auch zu den von ihnen bevorzugten Lebensmitteln leiten.

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Computercodes und -algorithmen werden die Supermärkte in die Lage versetzen, ihre Angebote an die Kunden zu personalisieren. Foto © TOMRA

Im Gegenzug entwickeln die Käufer von Lebensmitteln höhere Erwartungen und einen kritischeren Blick beim Kauf von frischem Obst oder Gemüse. Immer mehr Verbraucher werden wissen wollen, wie frisch die Produkte sind und ob oder wann sie bereit zum Verzehr sind. Die weltweit wachsende Zahl der Menschen mit mittlerem Einkommen und entsprechendem Lebensstil wird im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit zunehmend bewusster – mit der Folge, dass die Beschaffung und Kontrolle von Nahrungsmitteln deutlicher hinterfragt wird. Anspruchsvolle ‚Feinschmecker‘ werden sogar Informationen über die Herkunft und den Nährwert der Produkte abrufen und sich Vorschläge für Rezepte und Kombinationen von Lebensmitteln anzeigen lassen können. Das zieht mehr Kunden an, schafft eine hohe Kundenbindung und vermittelt dabei jedem Einzelnen auf geschickte Weise das Gefühl, dass er individuell behandelt wird.

Die durch diese Online-Impulse geschaffene Ad-hoc-Nachfrage wird die traditionelle Lieferkette in Frage stellen. Die Verarbeitungslinien müssen im Detail wissen, was aus dem Anbau geliefert wird und was im Bestand gelagert ist, um die Nachfrage zu erfüllen. Gleichzeitig werden die Qualitäts- und Sicherheitsstandards höher denn je sein müssen. In der Vergangenheit haben Verbraucher einen Mangel ignoriert oder eventuell eine Beschwerde vorgebracht, die lediglich von der Lebensmittelkette intern oder dem Lebensmittelhersteller wahrgenommen wurde – dies wird sich durch die sozialen Medien ändern. Ein Foto wie zum Beispiel von einem Frosch im Salatbeutel kann sich schnell viral und global verbreiten und damit genug Menschen erreichen, um das Image einer Marke zu schädigen.

Technologie zur Gewährleistung von Qualität und Sicherheit

Die von TOMRA, dem führenden Anbieter optischer Lebensmittelsortier- und Schälanlagen, hergestellten Maschinen spielen in Bezug auf diese Chancen und Risiken eine zunehmend wichtigere Rolle, damit die Erwartungen der Kunden erfüllt und der Ruf der Lieferanten geschützt werden. Sortier- und Kontrollanlagen – eingesetzt am Herkunftsort, vor dem Versand an den Supermarkt oder im Online-Versandlager – können gewährleisten, dass die Erzeugnisse die gewünschten Spezifikationen ohne Beschädigungen oder Defekte wie Schimmel aufweisen. Darüber hinaus machen Sortieranlagen in unterschiedlichen Stadien der Lieferkette wichtige Informationen über Größe, Güteklasse und andere Qualitätsmerkmale verfügbar.

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Mit Sensoren in den Ladenregalen werden die Artikel, welche die Kunden in ihren Einkaufswagen legen, nachverfolgt und über das mobile Zahlungssystem in Rechnung gestellt, sobald die Kunden den Laden verlassen. Foto © TOMRA

Entwickelt für diese Anforderungen, sind die Sortiermaschinen der TOMRA Gruppe in der Lage, Daten auszutauschen, um die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Diese Maschinen werden auch in Bezug auf die Datenerfassung und -anwendung optimiert, um den Verarbeitern dabei zu helfen, das richtige Eingangsmaterial auszuwählen, um auf effizienteste Weise zum Endprodukt zu gelangen.

Traditionelle Supermärkte wehren sich gegen die Online-Störfaktoren – und Informationen über die Vorlieben und Gewohnheiten der Käufer werden dabei eine wichtige Waffe sein. Verbraucherorientierte Technologien wie auf dem Einkaufswagen montierte Geräte oder Smartphone-Apps führen die Käufer dann zu den Gängen und Regalen, wo sie am ehesten Einkäufe tätigen werden. Mit Sensoren in den Ladenregalen werden die Artikel, welche die Kunden in ihren Einkaufswagen legen, nachverfolgt und über das mobile Zahlungssystem in Rechnung gestellt, sobald die Kunden den Laden verlassen.

Diese Live-Daten werden es Supermärkten ermöglichen, sich in stärkerem Maße auf ‚Just-in-Time‘-Lieferungen zu verlassen, wodurch die Kosten und der Platzbedarf für die Lagerhaltung vor Ort minimiert werden. Live-Daten werden auch den Lieferanten helfen, die Verpackung und den Transport von Lebensmitteln zeitsparender zu gestalten. Supermärkte und spezialisierte Lebensmittelgeschäfte werden dadurch dann die Möglichkeit haben, ihre Betriebskosten vor Ort durch Verkleinerung der Fläche zu senken und dabei gleichzeitig einen größeren Teil ihrer Regalfläche für die Präsentation von Frischeprodukten nutzen.

Ebenso wahrscheinlich ist es, dass Supermärkte ihre Größe beibehalten, aber ihr Konzept ändern und zu Zielorten für Click-and-Mortar Shopping werden, d.h. sie sind sowohl online als auch vor Ort präsent. Da die Einzelhändler den Konsumenten eine konsistente Omnichannel-Erfahrung bieten müssen, werden die Läden die physische und die digitale Welt miteinander verbinden. Hier wird es den Verbrauchern ermöglicht, die Produkte zu sehen und zu fühlen, die sie online bestellen können. Zusätzlich könnte hier auch das Online-Produktangebot über interaktive Bildschirme verfügbar sein.

Diese Veränderungen stehen im Einklang mit der Prognose einer wachsenden Verbrauchernachfrage nach gesünderen, qualitativ hochwertigeren Produkten, nach mehr Auswahl und mehr Komfort – einer Nachfrage, die mit steigendem Haushaltseinkommen in den Entwicklungsländern, das jährlich weltweit 70 Millionen mehr Menschen ein mittleres Einkommen beschert, massiv zunehmen wird.

Weitere Informationen zu TOMRA finden Sie auf unserer Webseite www.tomra.com.

Quelle: TOMRA

Veröffentlichungsdatum: 27.05.2019

Schlagwörter

Tomra Food, Technologien, Trends, Supermarkt, Zukunft