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Thüringen: Das Angebot an heimischer Ware bleibt begrenzt

04. September 2019

Das heimische Angebot passt aber zur ruhigen Konsumnachfrage. Teils ist das Angebot auch reichlicher, weil viele Landwirte zeitgleich Proberodungen durchführen. Meist bleiben die Erträge sowie die Knollengröße unterdurchschnittlich. Dies geht aus dem "Marktinformation Ostdeutschland 35. KW 2019 " des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffel
Bildquelle: Shutterstock.com

Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln wurden zurückgenommen. Für vorwiegend festkochende Sorten werden Erzeugerpreise zwischen 20 und 28 EUR/dt, für festkochende und mehlig kochende zwischen 22 und 28 EUR/t genannt. Mit der Einlagerung wird weiter abgewartet und auf kühlere Temperaturen gehofft. Die Abgabepreise für rohe Schälkartoffeln gaben zur Vorwoche im Schnitt 5 EUR/dt nach.

Mecklenburg-Vorpommern
Die aktuell zufriedenstellende Nachfrage nach Speisekartoffeln entspricht dem Angebot aus regionalem Anbau. Die Nachfrage spiegelt das Ferienende wider, andererseits bleiben die Urlauberzahlen anhaltend hoch. Die Erzeugerpreise sind im Schnitt um 5 EUR/dt zurückgenommen worden und liegen damit haargenau auf dem Niveau der vergleichbaren Vorjahreswoche. Die Rodungen setzen sich kontinuierlich unter Beregnung fort. Frühe Sorten sind teilweise sehr zeitig abgereift, spätere Sorten zeigen noch Grünblatt. Bei günstigen Witterungsbedingungen wird noch auf Ertragszuwachs bei späten Sorten gehofft. Flächen, die beregnet werden konnten, weisen Ertragsunterschiede zu nicht beregneten Flächen auf. Das ist zwar zu erwarten gewesen, die Unterschiede differieren aber erheblich. Für rohe Schälkartoffeln wurden ebenfalls niedrigere Preise gemeldet.

Brandenburg
Die Ernte der frühen Sorten schreitet nur langsam voran. Bei der aktuellen Hitzewelle wird nur für den unmittelbaren Bedarf gerodet. Die bislang geernteten Knollen lassen auf deutlich niedrigere Erträge schließen, als erwartet. Es wird von Zwiewuchs und einem hohen Drillingsanteil berichtet. Das Angebot aus heimischem Anbau bleibt begrenzt. Feste und mehlig kochende Sortentypen werden ergänzend aus Sachsen-Anhalt zugeführt. Vorbereitungen für die Einlagerung laufen, es wird auf Abkühlung gewartet. Die Erzeugerpreise über alle Kochsorten haben weiter nachgegeben. Die Abgabepreise für rohe Schälkartoffel konnten ihr Preisniveau ebenfalls nicht halten.

Sachsen
Die Versorgung mit regionaler Ware bleibt angespannt. Erntearbeiten werden bei den aktuell warmen Temperaturen nur unter Beregnung fortgesetzt. Die geernteten Knollen sind kleinfallend bei gleichzeitig geringen Flächenerträgen. Im Speisekartoffelbereich gab es für festkochende und mehlig kochende Sortentypen Preisrücknahmen. Die Erzeugerpreise liegen für vorwiegend festkochende Sorten zwischen 20 und 28 EUR/dt. Für die beiden anderen Sortentypen wird 1 EUR/dt mehr bezahlt. Damit liegen Speisekartoffeln im Schnitt 2 EUR/dt über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Die Abgabepreise für rohe Schälkartoffeln gaben im Schnitt 3,50 EUR/dt nach.

Sachsen-Anhalt
Bei großer Trockenheit und Temperaturen über 30 Grad setzen sich die Rodungen mit regionalen Unterschieden fort, um den dringendsten Bedarf zu decken. Gleichfalls sinken die Nachttemperaturen kaum unter 20 Grad. Analog dem Vorjahr müssen Rodungen teils ausgesetzt werden, da die Beschädigungen durch den Ernteprozess zu hoch sind. Bereits im Juli hat die Hitzeperiode für eine starke Erwärmung der Kartoffeldämme geführt. Kartoffelkraut ist vorzeitig verbrannt. Statt einer Ruhephase setzt sich der Hitzestress fort. Auf unberegneten Flächen sind wegen des vorwiegend großen Knollenansatzes und der kleinen Kartoffeln die Ertragserwartungen gedämpft. Die Erzeugerpreise sind im Vergleich zur Vorwoche um 2,50 bis 3 EUR/t gesunken. Im Schälbereich wurden die Abgabepreise für rohe Kartoffeln ebenfalls zurückgenommen, gedämpfte Kartoffeln halten das Preisniveau.

Quelle: MIO-Lallf

Veröffentlichungsdatum: 04.09.2019

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Marktinformation, Ostdeutschland, Thüringen, Angebot, Regional