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SWISSCOFEL warnt: "Der Staat würde bestimmen, was auf den Teller kommt"

07. September 2018

Der Schweizer Verband der Früchte- und Gemüsehändler SWISSCOFEL empfiehlt die Ablehnung der Volksinitiative für „Ernährungssouveränität“ und auch der „Fair-Food-Initiative“. Über sie wird das Schweizer Stimmvolk am 23. September 2018 abstimmen.

Bildquelle: Shutterstock.com O & G
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Beide Initiativen verlangen eine Kehrtwende in der Agrarpolitik. Sie fordern, dass der Bund „faire Preise“ für die Produzentinnen und Produzenten gewährleistet. Zudem sollen staatliche Vorschriften in der Landwirtschaft im In- und Ausland durchgesetzt werden. Als Instrumente werden primär höhere Zölle, strengere Vorschriften, eine neue Verteilung der Direktzahlungen und mehr Kontrollen im In- und Ausland gefordert.

Vor einem Jahr hat das Schweizer Stimmvolk den Verfassungsartikel für mehr «Ernährungs-sicherheit» angenommen. Mit diesem Artikel wurde dem Bund der Auftrag erteilt, die Schweizer Land- und Lebensmittelwirtschaft bezüglich Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu entwickeln. Dies ohne dabei die Wahlfreiheit der Konsumenten unnötig einzuschränken.

Bei einer Annahme der aktuellen Initiativen würden die staatlichen Interventionen massiv zunehmen. Die Zölle für eine Vielzahl von Lebensmitteln müssten deutlich erhöht werden, was selbstverständlich auch eine Verteuerung der Lebensmittelpreise zur Folge hätte. Letztlich würde der Staat bestimmen, welche Lebensmittel auf den Schweizer Markt kommen dürfen.

Die Fair-Food-Initiative verlangt, dass Rechtsbestimmungen der Schweizer Landwirtschaft auch für Betriebe und Lieferanten im Ausland gelten müssen, falls sie ihre Lebensmittel in die Schweiz exportieren wollen. Von den Bauern im Ausland wird die Einhaltung von ‚Schweizer Recht‘ gefordert; eine Forderung, welche die Schweizer Landwirte in umgekehrter Richtung niemals akzeptieren würden.

Es ist absehbar, dass die klassischen Lieferländer nicht bereit sein werden, sich von der Schweiz die Regeln aufzwingen zu lassen. Vielmehr werden sie auf die Einhaltung der internationalen Verträge bestehen, welche die Schweiz mit ihnen abgeschlossen hat. Eine Annahme der Initiativen würde sich darum nicht nur negativ auf die Schweizer Lebensmittelbranche auswirken, sondern auf den gesamten Aussenhandel der Schweiz.

Auch die zusätzliche staatliche Bürokratie würde den Handel mit Lebensmitteln enorm belasten und letztlich auch zu höheren Preisen führen. Rund 50% der in der Schweiz konsumierten Früchte und Gemüse müssen aus klimatischen Gründen importiert werden. Die Konsumenten haben heute die Freiheit, sich die Produkte aus einem breiten Sortiment aus dem In- und Ausland und in verschiedensten Qualitäten auszuwählen.

SWISSCOFEL ist überzeugt, dass beim Obst und Gemüse faire Preise und eine marktgerechte, nachhaltige Produktion mit dem bewährten Importsystem, mit internationalen Standards (welche auch soziale Aspekte abdecken) und mit einer transparenten Herkunfts- und Label-Strategie wesentlich besser zu erreichen sind, als mit der Erhöhung von Zöllen oder mit der Einführung neuer bürokratischer Hürden oder Verbote.

Der Marktanteil der Schweizer Obst- und Gemüseproduzenten steigt seit Jahren kontinuierlich und das obwohl ihre Produkte teurer sind, als im Ausland. Sie profilieren sich über die erstklassige Qualität der Produkte, ihre Frische, die Regionalität, das Vertrauen und vor allem mit den nachhaltigen Label-Programmen. Die allermeisten Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz sind bereit, für solche Mehrwerte einen besseren Preis zu bezahlen; das beweisen sie schon heute und jeden Tag aufs Neue. Eine staatliche Bevormundung ist darum völlig unnötig und sogar kontraproduktiv.

Quelle: SWISSCOFEL

Veröffentlichungsdatum: 07.09.2018

Schlagwörter

SWISSCOFEL, warnung, Staat, Obst- und Gemüse, Produzenten