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Swisscofel: Generalversammlung / Nein zu Pflanzenschutzmittel-Initiativen

11. Mai 2017

Swisscofel – der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels – lehnt die beiden Volksinitiativen zum Thema Pflanzenschutzmittel ab. Diese seien gefährlich für die Branche. 2017 startete für die Gemüse- und Früchtebranche alles andere als gut.


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Die hohen Temperaturen vor Ostern haben dazu geführt, dass die Salate aus dem Freiland früher reif waren und zusammen mit denjenigen aus den Gewächshäusern auf Markt kamen, was zu einem Überangebot führte. Mehrere hunderttausend Stück habe man deshalb nicht verkaufen können und auf dem Feld zurücklassen müssen, beklagte Jacques Blondin, Präsident von Swisscofel, dem Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels, an der Generalversammlung vom 9. Mai 2017 in Bern. Für weiteres Ungemach sorgten die Frostnächte vom 20. bis 22. April 2017, die an Obst, Reben und Spargeln grosse Schäden angerichtet haben.

Kommunikation überdenken

Sorgen bereiten der Branche auch zwei Eidgenössische Volksinitiativen zum Thema Pflanzenschutzmittel. Die eine will den Einsatz von Spritzmitteln gänzlich verbieten, die andere will, dass der Bund nur noch Betriebe mit Direktzahlungen unterstützt, die auf Pestizide verzichten. Diese beiden Volksinitiativen würden Produzenten und Händler unter Generalverdacht und ihre Kompetenzen in Frage stellen, betonte Blondin. Die Produzenten würden seit vielen Jahren nur noch gezielt und nur wenn unbedingt nötig Pflanzenschutzmittel einsetzen – für die Gesundheit der Pflanzen und für die Sicherung der Ernten. Blondin erinnerte an den nassen Frühling 2016. Ohne Spritzmittel hätte man damals kaum Früherdbeeren und Frühkartoffeln ernten können. Blondin kritisierte, dass die beiden Initiativen lediglich ein Verbot forderten, jedoch keine Alternativen aufzeigen.

"Was haben wir in der Kommunikation falsch gemacht?", fragte Blondin selbstkritisch. Die Branche müsse die Kommunikation in den Griff bekommen und unter anderem auf die Ängste in der Bevölkerung eingehen, welche aus Unwissenheit resultieren würden. Für ihn ist klar: "Noch nie sind die Landwirtschaft und die Akteure der Lebensmittelbranche so wertschätzend mit den Produkten und der Umwelt umgegangen wie heute."

Swisscofel-Geschäftsführer Marc Wermelinger kam in seiner Ansprache auf das aktuelle politische Umfeld in der Schweizer Land- und Lebensmittelwirtschaft zu sprechen. Er geht davon aus, dass ein steigender Protektionismus in unseren Nachbarländern und in den USA den Liberalisierungsdruck in der Schweiz indirekt noch erhöhen wird. Um im Ausland neue Märkte zu öffnen, werde die Schweizer Exportwirtschaft vermehrt Druck machen auf den Grenzschutz für die Landwirtschaft.

Wermelinger kritisierte, dass die Politik das Budget der Forschungsanstalt Agroscope gekürzt hat. "Gleichzeitig sollen die Auflagen im Pflanzenschutz verschärft werden, was wir ja nicht ablehnen, wofür wir aber alternative und innovative Lösungen fordern", sagte Wermelinger. Wenig Freude hat der Swisscofel-Geschäftsführer an den Plänen des Bunds, der die Mittel für die Absatzförderung von bisher 50 auf 40 Prozent reduzieren will. Wermelinger gab zu bedenken, dass die EU kürzlich beschlossen hat, mehr Geld in die Werbung für Landwirtschaftsprodukte zu stecken.

Wechsel im Vorstand

Neu in den Swisscofel-Vorstand wurde Stefan Brägger (Gastro Star) gewählt. Neuer Vize-Präsident ist Stefan Geiger (IFCO Systems Schweiz). Präsident Jacques Blondin sowie die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Im Anschluss an den statutarischen Teil hielt der Ökonom Klaus W. Wellershoff ein Referat über die aktuelle Entwicklung der Weltwirtschaft.

Quelle: lid.ch

Veröffentlichungsdatum: 11.05.2017

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