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Studie: Experten zeigen Gefahren für Lebensmittelsicherheit auf

05. November 2019

"Antibiotika-Resistenzen, krank machende Keime sowie neue Tier- und Pflanzenkrankheiten" nannten Experten der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA, des Sozialministeriums und der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag (04.11) als die drei Top-Risiken für die Sicherheit von Lebensmitteln in Europa und weltweit.

Bildquelle: Shutterstock.com Krankheiten
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In Österreich stehen jedoch andere Themen - insbesondere Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Lebensmitteln - seit Jahren an der Spitze der Besorgnisskala der Bevölkerung, aber auch bei Ärzten und Journalisten, wie aktuelle Umfragen der AGES zeigen. Das von Pflanzenschutzmitteln ausgehende Risiko werde von der Bevölkerung eindeutig überschätzt, erklärte AGES-Geschäftsführer Thomas Kickinger. Schließlich würden über 97% der diesbezüglich untersuchten Proben den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Aktuelle AGES-Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung, ÄrztInnen und JournalistInnen

"Die Risikowahrnehmung von Bevölkerung, Ärzten und Journalisten deckt sich nicht mit den Ergebnissen von Tausenden Untersuchungen, die wir als AGES durchgeführt haben", sagte Kickinger. Auf der anderen Seite schenken Österreicherinnen und Österreicher dem Risiko von Krankheitserregern in Lebensmitteln wenig Beachtung, obwohl es jedes Jahr Tausende Erkrankungen und auch Todesfälle gibt. "Die Beunruhigung der Menschen hat leider oft nichts mit einem tatsächlichem Risiko zu tun", so Kickinger. Die AGES habe daher heuer den Schwerpunkt "Sichere Lebensmittel" durchgeführt, um den Menschen ein realistisches Bild von diesen vermeintlichen Gefahren, aber auch von realen Risiken zu bieten.

Neuartiges Risiko – große Besorgnis

Im Rahmen dieses Schwerpunkts wurde auch die Informationskampagne "So bleibt dein Lebensmittel sicher" vor allem über Social Media und die AGES-Website durchgeführt. Denn auch das hat die aktuelle Umfrage gezeigt: "Erstmals steht das Internet an erster Stelle als Informationsquelle bei Risikothemen, gefolgt vom Fernsehen und Zeitungen." Vor allem junge Frauen nutzen soziale Medien als Informationsquelle, ältere Menschen nutzen vermehrt Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften. "Grundsätzlich haben die Österreicherinnen und Österreicher Vertrauen in die Lebensmittelsicherheit", betonte Kickinger. Auf bisher Unbekanntes, wie zum Beispiel Mikroplastik in Lebensmitteln oder neue Lebensmitteltechnologien, reagieren sie aber mit großer Beunruhigung, "unabhängig davon, ob überhaupt ein Risiko besteht". Immerhin fühlen sich zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher nicht ausreichend zu Themen der Lebensmittelsicherheit informiert. "Das ist die große Herausforderung für Wissenschaft, Behörden und die AGES, verstärkt entsprechende und verständliche Informationen zur Verfügung stellen, dort, wo die Menschen sie suchen: also im Internet", so Kickinger.

"Seit der letzten EU-weiten Umfrage zu diesem Thema sind fast 10 Jahre vergangen. Die Gesellschaft hat sich in dieser Zeit sehr verändert, und auch die Art und Weise, wie wir Lebensmittel herstellen und konsumieren, hat sich geändert", betont Bernhard Url, Direktor der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA. In Bezug auf Lebensmittelsicherheit gibt es nicht "die eine Sorge", die in allen EU-Mitgliedstaaten überwiegt. Laut einer aktuellen EUROBAROMETER-Befragung werden drei Themen am häufigsten erwähnt: der Missbrauch von Antibiotika, Hormonen und Steroiden bei Nutztieren, Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Lebensmitteln sowie Lebensmittelzusatzstoffe. Die Europäer scheinen jedoch weniger als zuvor über Themen wie Gentechnik besorgt zu sein, während neue Themen wie Mikroplastik erstmals auf dem Lebensmittelsicherheits-Radar auftauchen. Insgesamt sei es "beruhigend zu sehen, dass die Europäer sich nicht übermäßig über die Lebensmittel auf ihren Tellern sorgen. Das ist kein Zufall, sondern das Verdienst von Fortschritten in Wissenschaft und Technik, die dazu beitragen, die Lebensmittelstandards und Hygienemaßnahmen zu verbessern", so EFSA-Direktor Url.

Lebensmittelsicherheit - nur international vernetzt

Der EFSA-Direktor nennt Antibiotika-Resistenzen, lebensmittelbedingte Krankheiten und klimawandel-bedingte Risiken wie Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) als große Herausforderungen für die Sicherheit von Lebensmitteln in Europa und weltweit. "Wir können das Vertrauen der Europäer in ihre Lebensmittel weiter stärken, indem wir noch besser auf ihre Bedenken eingehen und mehr Möglichkeiten für Dialog bieten, damit sie den Beitrag der Wissenschaft zum EU-System besser verstehen", so Url. Die Tatsache, dass "großes Vertrauen in Wissenschafter" gesetzt werde, sei für ihn jedenfalls ermutigend.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Quelle: aiz.info/ AGES

 

Veröffentlichungsdatum: 05.11.2019

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Experten, Gefahren, Lebensmittelsicherheit, Studie