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Österreich: "Tag des Handels 2019" beleuchtete Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und LEH

01. Oktober 2019

Die wachsende Bedeutung von Regionalität, Klimaschutz und Herkunftskennzeichnung wurde gestern am "Tag des Handels 2019" bei einer Podiumsdiskussion in Wien deutlich. Diese trug den Titel "Qualität 'Made in Austria' - Erfolge und Potenziale in der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel (LEH)" und beleuchtete verschiedene Herausforderungen dieser Wertschöpfungskette.

Bildquelle: Shutterstock.com Landwirtschaft
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Der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Josef Moosbrugger, bezeichnete die Einladung als "Chance, noch stärker zusammenzuwachsen". Er sieht bereits einige positive Partnerschaftsansätze, ortet jedoch noch deutliches Verbesserungspotenzial. So sei etwa die Selbstverpflichtung des LEH zu fairen Geschäftspraktiken "ein erster Schritt". Dieser lasse jedoch weiterhin einige Fragen in der Umsetzung offen. "Es kommt darauf an, wie die fairen Handelspraktiken gelebt und umgesetzt werden. Die Erwartungshaltung der Lebensmittelproduzenten ist hier größer."

Weg von Qualität und Differenzierung weitergehen

Sehr kritisch sieht Moosbrugger, dass die Standards für die heimischen Bäuerinnen und Bauern vielfach immer weiter in die Höhe geschraubt werden. Wenn mit diesen Vorgaben dann nicht das vom Handel gewünschte Ergebnis zu erzielen ist, werden die Regale einfach mit Importprodukten ohne diese Standards aufgefüllt. Hier fordert der LK-Präsident mehr Fairness am Markt und eine klare Herkunftskennzeichnung als entscheidende Grundlage.

"Der Handel hat längst erkannt, dass sich die Konsumentinnen und Konsumenten nach regionaler Herkunft sehnen. Es gibt jedoch noch viel Potenzial, um damit eine bessere Wertschöpfung - auch für die Bäuerinnen und Bauern - zu erzielen. Österreichs Landwirte gewinnen über Größe und Menge nicht, das ist nur über die Qualität möglich", unterstrich Moosbrugger und sprach sich für eine starke Qualitätspartnerschaft aus. Auch der Vizepräsident des Handelsverbands und REWE-Aufsichtsratsmitglied, Frank Hensel, hält es für wichtig, anders zu sein als der Weltmarkt und "den Weg der Differenzierung weiterzugehen". "Wir dürfen nicht runtergehen mit den Standards, ganz im Gegenteil", meinte der Vizepräsident.

Bei Herkunftskennzeichnung mit Realismus mehr erreichen

Im Hinblick auf die Herkunftskennzeichnung sagte Hensel: "Wir vom Handelsverband sind zu 100% dafür." Der massive Widerstand komme vonseiten der Lebensmittelindustrie. Er sieht auch alle anderen Sektoren - insbesondere die Gastronomie - gefordert, verstärkt auszuweisen, woher die Produkte kommen. Das REWE-Aufsichtsratsmitglied sprach sich dagegen aus, diesen Bereich von der Politik regeln zu lassen. Generell fordert er "weniger Regulatoren, weniger Bürokratie und mehr Eigeninitiativen". Sein Vorschlag punkto Herkunftskennzeichnung ist, alle Marktplayer zusammenzuholen und zu einer gemeinsamen Vorgehensweise einzuladen.

Quelle: aiz.info

Veröffentlichungsdatum: 01.10.2019

Schlagwörter

Tag des Handels, Partnerschaft, Landwirtschaft, LEH