Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Österreich/LK Steiermark: Wetterextreme dominierten das Vegetationsjahr 2019

28. Oktober 2019

"Ausgeprägte Wetterextreme setzten dieses Jahr der steirischen Landwirtschaft massiv zu. Erstmals war auch der nördlichste Teil unseres Bundeslandes stark von Trockenheit betroffen", verweist Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Franz Titschenbacher auf ein besonders bedrohliches Gesicht des fortschreitenden Klimawandels, wie das Agrarisches Informationszentrum aiz.info berichtet.

Bildquelle: Shutterstock.com Marillen
Bildquelle: Shutterstock.com

Der wärmste, sonnigste und trockenste Juni in der 253-jährigen Messgeschichte legte gefolgt von anhaltender Hitze und Trockenheit den Grundstein für enorme Ertragsausfälle. Das neue Boden-Humus-Zentrum sowie das Projekt Steirerteich sollen mithelfen, die Verwundbarkeit der Branche durch den Klimawandel zu entschärfen.

In den südlichen Teilen des Bundeslandes war der für die Jugendentwicklung der Pflanzen so wichtige Mai generell zu kalt, zu trüb und zu feucht, sodass Kürbisse und andere Ackerfrüchte teils sogar erneut angebaut werden mussten. Gepaart mit der darauffolgenden Sommertrockenheit kam es auf wenig wasserhältigen Böden zu erheblichen Ertragsverlusten und verspäteter Reife. Hagel, Dürre, Frost, Überschwemmung und Wiederanbau verursachten heuer einen Gesamtschaden von 27,2 Mio. Euro in der Landwirtschaft.

Gewinner und Verlierer

Zu den Gewinnern zählen heuer u.a. Marillen, so aiz.info. Große trockenheitsbedingte Verluste gab es neben Grünland und Mais auch bei Erdäpfeln (Minus von bis zu 45%). Mindererträge wurden ferner bei u.a. Kürbiskernen eingefahren. Trockenheitsbedingt werden auch die Chinakohl- und Krenernten nur durchschnittlich ausfallen, heißt es.

"Diese alarmierenden Ergebnisse erfordern, dass Politik, Verantwortungsträger und Wissenschaft der Versorgungsicherheit sowie der regionalen, bäuerlichen Landwirtschaft höchste Priorität geben und auch ihr volles Gewicht dafür in die Waagschale werfen", fordert Titschenbacher. "Es gilt, die Verwundbarkeit und Abhängigkeit unseres Landes sowie der Bevölkerung durch klimaschädliche und oftmals minderwertige Lebensmittelimporte zu vermeiden".

Bauern und Kammer wirken aktiv den Folgen des Klimawandels entgegen

Die Landwirtschaft ist nicht nur Hauptbetroffener des Klimawandels, sondern auch ein entscheidendes Rädchen beim Klimaschutz. "Die Wasserverfügbarkeit und der gezielte Humusaufbau sind zwei zentrale Schlüssel, um die Auswirkungen der Klimaverschlechterung auf die Landwirtschaft zu entschärfen", so der LK-Präsident. "Die Bauern und ihre Interessenvertretung werden ihre bisherigen Aktivitäten mit dem neuen Boden-Humus-Zentrum sowie dem Projekt Steirerteich maßgeblich verstärken und erweitern." Gleichzeitig fordert Titschenbacher, die Wasserversorgung in Trockengebieten für den Obst- und Gemüsebau im Zuge von Infrastrukturvorhaben vorsorglich mitzudenken und sicherzustellen. Positives Vorbild ist der Bau des Plabutschtunnels, bei dem gleichzeitig eine gesonderte Leitung miterrichtet wurde, die Wasser vom Norden in den Osten des Landes bringt.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Quelle: aiz.info
 

Veröffentlichungsdatum: 28.10.2019

Schlagwörter

Steiermark, Wetterextreme, Vegetationsjahr