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Österreich: Im Rahmen der Verpackungsmission testet HOFER unverpackte Gurken erstmals auch in der kalten Jahreszeit

13. November 2019

Gurken haben in Österreich in der Regel von März bis Oktober Saison. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass es in den Monaten November bis Februar keine heimische Ware gibt. Dann greift der Handel auf Importware zurück, die allerdings in Plastikfolie eingeschweißt ist, um eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten. Das möchte HOFER ändern. Im Rahmen der „HOFER Verpackungsmission“ führt der Lebensmittelhändler einen breit angelegten Test durch und bietet erstmals auch im Winter sowohl konventionelle als auch BIO-Gurken ohne Verpackung an.

Foto  © HOFER
Gurken. Foto  © HOFER

Als größter Lebensmitteleinzelhändler Österreichs ist sich HOFER seiner Verantwortung in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz bewusst und setzt sich bereits seit Jahren mit der Vermeidung und Reduktion von Verpackungsmüll auseinander. Im Rahmen dieser Bestrebungen wurde die „HOFER Verpackungsmission“ als Leuchtturmprojekt der Nachhaltigkeitsinitiative „Projekt 2020“ ins Leben gerufen. Um die ambitionierten Ziele dieser Initiative zu erreichen - Reduktion des Materialeinsatzes bei Exklusivmarken-Verpackungen um 30 % bis Ende 2025, Recyclingfähigkeit bei 100 % der Exklusivmarken-Verpackungen des Standardsortiments bis Ende 2022, Auslistung von Einwegplastikprodukten bis Ende 2019 und vermehrtes Angebot von verpackungslosen Obst- und Gemüseartikeln - setzt HOFER laufend gezielte Maßnahmen. Jüngstes Ergebnis: Der Verzicht auf Plastikfolie bei Salatgurken.

Wegfall von mehr als 40 Tonnen Plastik

Sowohl bei konventionellen als auch bei Gurken der BIO-Marke „Natur aktiv“ wird in der Importsaison 2019/2020 testweise auf die schützende Plastikfolie verzichtet. Dafür, dass die Haltbarkeit dennoch gewährleistet bleibt, sollen unter anderem robustere Sorten sorgen. HOFER bezieht die unverpackten Gurken ausschließlich aus Spanien. Allerdings wird mit verschiedenen Sorten und Produzenten gearbeitet, um den Test möglichst breit aufzustellen. „Wir freuen uns, diesen Feldversuch gemeinsam mit HOFER durchführen zu können. Wenn unsere Gurken für weniger Verpackungsmüll sorgen, ist das zudem ein wertvoller Beitrag zum Umweltschutz“, sagt Michael Pilsel vom Importeur Vio-organic. Denn durch den Wegfall der Verpackungsfolie kann der Lebensmittelhändler bei konventionellen Gurken 24 Tonnen Plastik und bei BIO-Gurken 17 Tonnen Plastik pro Saison einsparen. Das Pilotprojekt läuft voraussichtlich noch bis zum Frühjahr. Sollte der Test die gewünschten Ergebnisse liefern, plant HOFER Salatgurken künftig ganzjährig ohne Verpackung anzubieten. Neben der Reduktion von Verpackungsmüll hat HOFER auch das Thema Lebensmittelüberschüsse gleichermaßen im Fokus. Sollte es im Rahmen des Testzeitraums zu einem Anstieg verderblicher Waren kommen, wird das Projekt überdacht.

Auf dem richtigen Weg: Erfolgreiche Maßnahmen zur Reduktion von Verpackungsmüll

Rund ein Jahr nach dem Start gibt es eine erfolgreiche Bilanz zu vermelden, denn zahlreiche Maßnahmen wurden von HOFER bereits umgesetzt. Ein Fokus der „HOFER Verpackungsmission“ liegt auf dem Bereich Obst und Gemüse. Das Angebot an unverpackten Artikeln wird laufend ausgebaut, wobei dies durch den Einsatz von Natural Branding noch weiter forciert wird. Durch die natürliche Beschriftung mittels Lasergravur auf der Schale von Obst- und Gemüseprodukten, kann auf die notwendige Deklaration mittels Verpackungsfolie oder Sticker verzichtet werden. Die Früchte, wie z. B. Mangos, Avocados oder Granatäpfel, kommen somit komplett ohne Verpackung aus. Mit der Inbetriebnahme einer Natural Branding-Anlage im Burgenland in diesem Frühjahr hat HOFER die Weichen gestellt, um das Angebot an gebrandeten Produkten umfassend auszubauen.

Wenn Verpackungen nicht gänzlich vermieden werden können, kommen bei HOFER alternative Verpackungsmaterialien zum Einsatz, z. B. biogene Netze aus Holzfaser bei einigen BIO-Produkten wie Kartoffeln oder Zwiebeln oder kompostierbare Zellulosefolie bei den BIO-Marken „Zurück zum Ursprung“ und „Natur Aktiv“. Insgesamt werden bereits rund 40 % der Obst- und Gemüseartikel entweder lose oder in ökologischer Verpackung (z. B. kompostierbarer Kunststoff, Holzfasernetz, Papiertray) angeboten. HOFER verfolgt im Bereich Obst und Gemüse das Ziel, den Kunden in Zukunft noch mehr Artikel unverpackt oder nachhaltig verpackt anzubieten.

Nach einer mehrmonatigen Testphase in ausgewählten Filialen, sind seit Juli ausschließlich kompostierbare Obstknotenbeutel in ganz Österreich als Alternative zu herkömmlichen Kunststoff-Obstknotenbeuteln erhältlich. Diese können nach dem Einkauf zum Sammeln und Entsorgen von Biomüll weiterverwendet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau von Mehrweglösungen. Plastiktragetaschen sind bei HOFER bereits seit Anfang 2017 Geschichte. Seither können Kunden auf ein besonders günstiges Angebot an Mehrweg-Tragetaschen zurückgreifen, welches kontinuierlich ausgebaut wird. Dadurch werden rund 300 Tonnen Kunststoff pro Jahr eingespart.

Quelle: Hofer

Veröffentlichungsdatum: 13.11.2019

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