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Speisekartoffeln Brandenburg: Das Ostergeschäft brummt

24. April 2019

Heimische Packer können die Nachfrage der Handelsketten kaum bedienen. Alterntige Lagerware ist nicht mehr ausreichend verfügbar. Qualitativ gute Speiseware aus dem Kühlhaus wird wie Goldstaub gehandelt, unter 36 EUR/dt sind vorwiegend festkochende Kartoffeln nicht mehr zu bekommen. Das Preisniveau bleibt ansonsten über alle Produktgruppen auf dem Niveau der Vorwoche.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffeln
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Dies geht aus dem "Marktinformation Ostdeutschland 16. KW 2019 " des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hervor.

Französische Lagerware ergänzt das Sortiment in zunehmendem Maße. Frühe Importware aus Ägypten macht inzwischen fast 60 % des Packgeschäftes aus. Viele Landwirte sind derzeit beim Pflanzen der Kartoffeln. Pflanzgut ist knapp, teuer und häufig von unzureichender Qualität. Bei der anhaltenden Trockenheit ist es an einigen Standorten sehr schwierig, die Dämme zu formen.

Mecklenburg - Vorpommern
Seit Ende vergangener Woche ist die Nachfrage nach Packware deutlich angezogen. Angesichts der nahen Osterfeiertage haben LEH und Discounter deutlich mehr Speisekartoffeln bestellt. Der Anteil an Frühkartoffeln am Packgeschäft liegt derzeit bei ungefähr 25 %, wobei es Discounter gibt, die derzeit noch keine Frühkartoffeln aus dem Ausland ordern. Noch kann alterntige Lagerware in gewünschter Menge seitens der Packer geliefert werden. Das Preisniveau für Kühlhausware und Importware bleibt stabil auf dem Niveau der Vorwoche. Die Schälkartoffelpreise sind ebenfalls unverändert. Die Pflanzarbeiten laufen auf Hochtouren. Regional gibt es große Probleme bezüglich der Qualität und Mengenbereitstellung von Pflanzgut.

Sachsen
Die Nachfrage nach Speisekartoffeln zieht durch das kommende Osterfest mit Wochenbeginn merklich an. Alterntige Ware rückt zunehmend in den Hintergrund, die Vorräte sind fast erschöpft. Bis Ende April werden die Mengen reichen. Importe aus Frankreich ergänzen das Sortiment an Lagerware. Frühkartoffeln aus Ägypten und Israel, welche ausreichend bevorratet wurden, haben inzwischen einen Packanteil von 50% erobert. Sie sind in Kleingebinden bereits flächendeckend in den Handelsketten im Angebot. Das Preisniveau für Pack- und Schälware verharrt auf dem Niveau der Vorwoche. Auf den Feldern können die Knollen zügig gelegt werden. Die Pflanzbedingungen sind gut, aber es ist zu trocken.

Sachsen - Anhalt
Heimische Handelsketten listen verstärkt Frühkartoffelimporte im Sortiment. Durch das kommende Osterfest wird sich ein deutlicher Nachfrageschub erhofft. Das Preisniveau für die alterntige Lagerware und die neuerntige Speiseware aus dem Ausland hat sich im Vergleich zur Vorwoche nicht verändert. Ob die Restmengen in heimischen Lägern die Preise halten können, ist ungewiss. Schälkartoffeln verharren derzeit noch auf dem Preisniveau der vergangenen Woche. Für die kommende Woche sind bereits Preiserhöhungen angekündigt worden. Das Pflanzen der Kartoffeln ist voll im Gange. Saatgut ist knapp und die Qualität teils so schlecht, dass nachsortiert werden musste.

Thüringen
Im Packgeschäft ist die Nachfrage nach Speisekartoffeln deutlich angezogen. Zum langen Osterwochenende decken sich die Endverbraucher umfangreich mit Kartoffeln ein. Zum Fest wird auch zunehmend zu den teuren Frühkartoffelimporten gegriffen, teils als Beilage zu den ersten heimischen Spargeln. Der Anteil der Frühkartoffeln an der Packmenge liegt zwischen 40 und 50 %, teils wird bereits mehr als die Hälfte der Ware aus Ägypten und Israel bezogen. Die Preise für Lagerkartoffeln und Frühkartoffelimporte verharren auf dem Niveau der vergangenen Woche. Rohe und geschälte Kartoffeln bleiben ebenfalls auf dem Preisniveau der Vorwoche.

Quelle: MIO-Lallf

Veröffentlichungsdatum: 24.04.2019

Schlagwörter

Marktinformation, Ostdeutschland, Kartoffeln, Regional