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Schweiz: Tomatenspezialitäten auf dem Vormarsch

14. September 2018

Tomaten sind eines der beliebtesten Gemüse in der Schweiz. Die meisten Tomaten auf dem Schweizer Markt kommen aus heimischer Produktion. Bei Cherrytomaten ist dies nicht der Fall, jedoch hat auch hier die Inlandproduktion seit 2011 deutlich zugenommen, heisst es im aktuellen Marktbericht Früchte und Gemüse des BLW-Fachbereichs Marktanalysen.

Bildquelle: Shutterstock.com Cherry Tomaten
Bildquelle: Shutterstock.com

Die Nachfrage nach den kleinen Tomaten ist ungebrochen, wie auch hohe Konsumentenpreise in der laufenden Saison zeigen. Dank des sonnigen Frühsommers hat das Jahr 2018 bis jetzt eine grosse Tomatenernte hervorgebracht: bis Ende Juli wurden insgesamt 26’444 t Tomaten in der Schweiz produziert. Das sind rund 11 % mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre.

Mehr Spezialitäten, weniger Standardtomaten

Bei den mengenmässig bedeutendsten Tomatengruppen, den «runden» Tomaten, an der Rispe oder lose, ist der Trend seit 2010 rückläufig. Dies führt dazu, dass die jährlichen Produktionsmengen von mittelgrossen bis grossen Tomatensorten inklusive Fleisch- und Perettitomaten für den Frischkonsum seit 2015 unterhalb von 37'000 t liegen, während sie vorher immer darüber lagen (s. Grafik unten). Und dies obschon die Produktion der grossen Fleisch- und der länglichen Peretti-Tomaten beachtlich zugenommen hat und zwar auf je rund 4'000 t im Jahr 2017. Jedoch konnte auch dies den generellen Rückgang bei Tomaten ab mittlerer Grösse seit 2013 nicht kompensieren. Die kleinen Cherrytomaten verzeichnen demgegenüber seit 2010 einen klaren Produktionsanstieg (s. Grafik auf Seite 2). Ihre Produktion lag im Jahr 2017 bei knapp 11'000 t und hat sich somit seit 2010 fast verdoppelt.

Importe kompensieren den Rückgang nicht

Die Importe von Cherrytomaten haben seit 2010 leicht zugenommen auf 9'100 t (2017), während bei den Importen anderer Tomaten kein Trend festzustellen ist. Diese Importe schwankten zwischen 2012 und 2017 von 25'000 t bis 27'000 t pro Jahr. Grössten Teils finden diese Tomatenimporte ausserhalb der Schweizer Saison statt. Ein Grund dafür ist der Grenzschutz, der die ausländischen Tomaten während der Saison zumeist mit hohen Zöllen belastet. Nur wenn die Nachfrage nicht gedeckt wird, kann Ware zum tiefen Kontingentszollansatz eingeführt werden.

Cherrytomaten in der Saison teuer

Der Zollschutz mit den hohen Zöllen auf Importware führt zu einer Verknappung des Angebots und damit zu höheren Preisen. Während die Tomatenpreise in den Nachbarländern aufgrund der grossen Produktion in den Sommermonaten normalerweise sinken, ist dies in der Schweiz nicht der Fall (s. Marktbericht 07/2017). Die Grafik oben zeigt, dass dies bei Rispentomaten dazu führt, dass die Preise innerhalb und ausserhalb der Saison etwa gleich hoch sind. Ein wesentlicher Grund für tiefe Saisonpreise ist eine hohe Inlandproduktion (z.B. 2018 oder 2014). Bei Cherrytomaten an der Rispe ergibt sich ein anderes Bild. Die Saisonpreise sind um durchschnittlich 3.65 CHF/kg teurer als Preise ausserhalb der Saison. Diese hohe Preisdifferenz bei Cherrytomaten kann mehrere Gründe haben. Zum einen ist der Zollsatz hier etwa doppelt so hoch als bei anderen Tomaten. Zum anderen sind die Konsumenten offenbar bereit, für dieses Produkt in der Saison einen entsprechend hohen Preis zu zahlen. Die unterschiedliche Preissituation bei den Rispentomaten und den Cherrytomaten gibt Anreize für die Produktionsausrichtung und ist somit ein wesentlicher Erklärungsansatz für die zuvor aufgezeigten Produktionstrends bei den verschiedenen Tomatengruppen.

Weitere Informationen auf die Website: www.blw.admin.ch

Quelle: Marktbericht Bundesamt für Landwirtschaft - BLW

Veröffentlichungsdatum: 14.09.2018

Schlagwörter

BLW, Marktbericht, Früchte und Gemüse, September, Tomaten, Spezialitäten