Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Schweiz einigt sich mit Mercosur

27. August 2019

Die Efta- und die Mercosur-Staaten haben sich über ein Freihandels-Abkommen geeinigt. 95 Prozent der Schweizer Exporte in die lateinamerikanischen Staaten sollen damit zollfrei werden. Brasiliens umstrittener Präsident Jair Bolsonaro hatte die Einigung bereits am vergangenen Freitag über Twitter bekannt gegeben, so der Landwirtschaftlicher Informationsdienst Lid. 

Bildquelle: Shutterstock.com Handel
Bildquelle: Shutterstock.com

Bundesrat Guy Parmelin informierte schliesslich am Samstagabend über die Grundzüge des Abkommens.

Zu den zentralen Punkten des Abkommens zählen laut Mitteilung des WBF ein weitgehend freier Zugang für schweizerische Industrieprodukte und ausgewählte landwirtschaftliche Erzeugnisse, der Schutz des geistigen Eigentums sowie umfassende Bestimmungen zu Handel und nachhaltiger Entwicklung.

Als besonders wichtig erachtet der Bund das Abkommen vor dem Hintergrund, dass die EU ebenfalls ein Abkommen mit den Mercosur-Staaten abgeschlossen hat. Allerdings drohen aufgrund der verheerenden Feuer im Amazonas-Gebiet derzeit mehrere EU-Staaten, das Abkommen zu stoppen.

Das Mercosur-Abkommen wäre nach den Abkommen mit der EU und mit China dasjenige mit dem grössten Zolleinsparungspotenzial. Der Bund schätzt es auf maximal 180 Millionen Franken pro Jahr.

Mittelfristig würden mit dem Abkommen knapp 95 Prozent der Schweizer Exporte in die Mercosur-Staaten vollständig zollbefreit. Im Agrarbereich soll die Schweiz unter anderem Konzessionen für Käse, Kaffee, Zuckerwaren, Schokolade, Biskuits, Energy Drinks und Tabakprodukte erhalten.

Die Schweiz gewährt Mercosur im Gegenzug zollfreien Marktzugang für Industrieprodukte inkl. Fischereiprodukte. Im Agrarbereich erlaubt die Schweiz jährliche Konzessionen für Fleisch (3'000 Tonnen Rind-, 1'000 Tonnen Poulet-, 200 Tonnen Schweinefleisch), Käse, Speiseöle (2'000 Tonnen für Soja- und Erdnussöl), Weizen zur menschlichen Ernährung (1'500 Tonnen), gewisse Früchte und Gemüse, Honig, Futtergetreide, Rotwein (35'000 Hektoliter) sowie verarbeitete Produkte.

Zudem soll das Abkommen einen Mechanismus enthalten, sollte das Abkommen "schwere Verwerfungen" auf den Schweizer Agrarmärkten verursachen. Die Konzessionen könnten im Notfall temporär ausgesetzt werden.

Quelle: lid.ch

Veröffentlichungsdatum: 27.08.2019

Schlagwörter

Schweiz, Mercosur, Brasilien