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Schweiz: Bio-Gemüse fast immer in Plastik verpackt

18. Juli 2019

Ausgerechnet biologisches Gemüse wird in Supermärkten fast ausschliesslich in Plastik verpackt, über 80%. Die Stiftung Konsumentenschutz (SKS) hat stichprobenartig 221 Produkte- unter anderem Gurken, Peperoni und Äpfel - in 10 verschiedenen Läden in Bern und Basel getestet. Dabei stellte die Stiftung fest, dass etwas mehr als die Hälfte der untersuchten Gemüse- und Obstsorten in Plastik verpackt waren.

Grafik © Konsumentenschutz
Grafik © Konsumentenschutz

Obwohl sich immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten an den Unmengen an Verpackungen stören, bieten Schweizer Detaillisten noch zu wenig Alternativen. Dies zeigen die Stichproben des Konsumentenschutzes. Ausgerechnet bei Bio-Gemüse war der Anteil an Plastikverpackung besonders hoch (84%). Bei konventionellen Produkten waren weniger als die Hälfte verpackt (44%).

In den Läden von Migros, Coop, Denner, Aldi und Lidl wurde erfasst, ob Gurken, Tomaten, Rüebli, Peperoni und Äpfel offen gekauft werden können oder ob sie in Plastik verpackt sind.

Von 221 erhobenen Produkten waren 120 oder 54 % in Plastik verpackt. Bio-Produkte schneiden besonders schlecht ab: Hier waren sogar 84 % der Gemüse und Äpfel in Plastik eingehüllt. Bei Migros, Lidl und Denner wurden sogar alle erhobenen Bio-Produkte in einer Plastikhülle verkauft. Bei Coop waren dies 78 % und bei Aldi 63 %.
Für Bio-Konsumenten, welche in der Regel besonderen Wert auf umweltfreundlichen Konsum legen, ist dies doppelt ärgerlich, heißt es.

Anders erwies sich das Verhältnis der verpackten und unverpackten Ware bei konventionell angebautem Gemüse und Obst: „Nur“ 44 % der untersuchten Sorten waren in Plastik verpackt. Bei Coop waren es 21 % der konventionellen Gemüse- und Obstsorten, bei Migros 47 %, bei Lidl 50 %, bei Denner 52 % und bei Aldi 60 %.

Wünschenswerte Alternativen zu den Plastikverpackungen, wie bspw. Netze aus Zellulose und Kartons aus Graspapier waren in den untersuchten Supermärkten nicht zu finden. Mehrwertsäckchen für Obst und Gemüse waren nur bei Migros und Coop im Angebot.

Trotz Beteuerungen, dass man Alternativen zur Plastikverpackung einführen will, ist noch wenig geschehen. Insbesondere die Discounter scheinen die Plastikverpackung noch kaum in Frage zu stellen. Aber auch bei Coop und Migros bringt es wenig, Mehrwegsäckchen im Angebot zu führen, wenn Gemüse und Obst schon verpackt ist. Coop macht immerhin schon Schritte in die richtige Richtung, der Grossverteiler hat die tiefsten Werte von allen besuchten Geschäften: Bei konventioneller Ware sind rund 20 %, bei Bio 78 % in Plastik verpackt.

Für Konsumentinnen und Konsumenten, welche Abfall vermeiden und Bio-Produkte kaufen wollen, ist die Situation besonders unbefriedigend, Alternativen bieten da höchstens der Einkauf auf dem Markt oder im Bioladen.

Quelle: Konsumentenschutz Schweiz

Veröffentlichungsdatum: 18.07.2019

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Schweiz, Bio-Gemüse, Plastik, verpackt, Studie